Erfolge 2007
Schwimmen
Kurzbahn-EM bringt Weltrekord und Medaillen (Dezember)
Mit ihren Leistungen bei der Kurzbahn-EM im ungarischen Debrecen können die hessischen Schwimmer hochauf zufrieden sein. Begeisterung löste vor allem die Bronzemedaille von Annika Mehlhorn (Baunatal) über 200m-Schmetterling aus - es war ihre erste EM-Medaille seit fünf Jahren. Nachdem die 24 Jahre alte Nordhessin ihren Vorlauf gewonnen hatte, musste sie im Finale nur Olympiasiegerin Otylia Jedrzejczak (Polen) und die Ungarin Emese Kovacs an sich vorbeiziehen lassen.
Gold mit der Staffel
Gute Voraussetzungen für die 4x50 Meter Lagen-Staffel, wo Annika Mehlhorn dann gemeinsam mit Janine Pietsch, Janne Schäfer und Britta Steffen die Goldmedaille gewann; dies in der neuen Weltrekordzeit von 1:46,87 Minuten. Ein vierter Rang über 100m-Schmetterling sprang in 58,60 Sekunden ebenfalls heraus.
Erwartungen nicht ganz erfüllt
Helge Meeuw (SG Frankfurt) konnte seinen Titel über 50m-Rücken nicht verteidigen, gewann hinter seinem Teamkollegen Thomas Rupprath (Rostock) jedoch in 23,59 Sekunden die Silbermedaille. Rupprath, der über diese Distanz auch den Weltrekord hält, war nach 23,43 Sekunden im Ziel. Über 100m-Rücken holte Meeuw in 51,56 Sekunden die Bronzemedaille hinter dem neuen Europameister Stanislav Donets (Russland) und dem Österreicher Markus Rogan. Meike Freitag, ebenfalls SG Frankfurt, war mit der 4x50 Meter-Freistilstaffel erfolgreich. Als Schlussschwimmerin machte sie die Silbermedaille fürs deutsche Quartett hinter den Niederlanden als Schluddschwimmerin klar. Im Einzel erreichte sie Rang sieben über 200m-Freistil. Jenny Mensing (SC Wiesbaden), die ausschließlich über 200m-Rücken nominiert war, wurde Achte über diese Strecke.
Schwimmen
Hessische Erfolge bei Kurzbahn-DM (Dezember)
Noch nie waren hessische Schwimmer bei einer nationalen Kurzbahnmeisterschaft so gut drauf. Helge Meeuw (SG Frankfurt) holte die Titel über 100- und 200m-Rücken, letzteren mit deutschem Rekord. Vereinskollegin Meike Freitag siegte über 200m- und 400m-Freistil, Annika Mehlhorn (Baunatal) über 100- und 200m-Schmetterling, Jenny Mensing (SC Wiesbaden) über 200m-Rücken. Alle vier Leistungsträger haben sich für die Kurzbahn-EM in Debrecen (Ungarn) qualifiziert.
Dörries und Simon überzeugen
Ebenso erfolgreich waren die Schwimmer mit Handicap bei ihren nationalen Titelkämpfen in Chemnitz. Daniel Simon (DSW Darmstadt) gewann über 50m-Schmetterling zum dritten Mal in Folge den Titel. Silber holte er über 50m-Rücken und über 100m-Lagen. Robert Dörries (TV Wehrda), der Hessische Behindertensportler des Jahres, wurde in der Wertung der A-Jugend über 50m-Brust, 25m-Freistil und 200m-Freistil jeweils Zweiter. Dritte Plätze belegte der Marburger über 400m- und 100m-Freistil sowie über 100m-Lagen.
Schwimmen
Gute Leistungen auf der Kurzbahn (Oktober)
Erfolgreichster Schwimmer des Hessenteams bei der Hessischen Kurzbahnmeisterschaft in Wiesbaden war Helge Meeuw (SG Frankfurt). Im Einzel gewann der Europameister von 2006 fünf Titel, wobei er seine beste Leistung in 53,50 Sekunden über 100m-Rücken erzielte. Drei Staffeltitel kamen hinzu, die er sich mit seinem Vereinskollegen Marco di Carli teilte. Di Carli war darüber hinaus in den Einzelwettkämpfen dreimal erfolgreich - über 100m-Freistil in 49,03 Sekunden. Mit vier Siegen konnte sich auch Meike Freitag, ebenfalls SG Frankfurt, positiv in Szene setzen.
Tischtennis
Dieter Meyer im Team bei German Open erfolgreich (September)
Die Paralympicssieger Jochen Wollmert (Wuppertal) und Dieter Meyer (Bad Orb) haben bei den German Open im Handicap-Tischtennis in Wuppertal ihren Teamtitel verteidigt. Im Halbfinale des zum dritten Mal ausgetragenen Weltranglistenturniers, das ein Jahr vor den Paralympics in Peking nicht zuletzt auch der sportlichen Standortbestimmung diente, konnte sich das deutsche Duo gegen zwei Russen klar durchsetzen. Im Finale bekamen es Wollmert und Meyer dann mit dem ukrainisch-polnischen Team Mykalylo Popov/Adam Jurasz zu tun, gegen das sie mit 3:2 Sätzen knapp gewannen. Mit seinem Sieg gegen Adam Jurasz konnte Dieter Meyer (VSG Friedberg-Bad Nauheim) entscheidend zur Titelverteidigung beitragen.
Im Einzelwettbewerb landete Meyer auf Rang vier. Im Spiel um den dritten Platz musste er sich Alvaro Valera, seinem spanischen WM-Endspielgegner von 2006, stellen und verlor mit 1:3 Sätzen. Die zum ersten Mal in Wuppertal mittuenden Chinesen trugen Siege in zahlreichen Handicapklassen davon. Hatten im Behindertentischtennis bisher eher die Europäer das Sagen, so haben die Asiaten inzwischen enorm aufgeholt und schicken sich an, bei den Paralympics 2008 im eigenen Lande bereits eine dominierende Rolle zu spielen.
Fußball
Das Fußballmärchen geht weiter (September)

Deutschland, Fußballland. Das gilt seit der Weltmeisterschaft 2006 in besonderem Maße. Denn nicht nur der atmosphärische Nachhall des Sommermärchens ist weiterhin spürbar - es sind auch die Erfolge der deutschen Nationalteams. Bei den Männern, unter Jogi Löw, geriet die EM-Qualifikation zu einer Demonstration der Stärke. Doch unsere "Mädels" haben noch "einen draufgesetzt". Sie haben den Männern die Schau gestohlen und sind mit Trainerin Silvia Neid in China zum zweiten Mal hintereinander Weltmeister geworden.
Der 2:0-Triumph im Finale von Schanghai gegen Brasilien hat vielen deutschen Frauen - egal ob jung oder alt - ein Gefühl der Genugtuung gegeben: Wir können es auch! Das war zwar schon lange klar, wurde mit der wachsenden Bedeutung von Frauenfußball aber immer offensichtlicher. 11,5 Millionen Fernsehzuschauer haben die zweite Halbzeit des Finales live mitverfolgt. Und wenn heute selbst konservative Großmütter jubilieren und mit der Deutschlandfahne zum Frankfurter Römerberg pilgern, um "unsere Mädels" in Empfang zu nehmen, dann ist Frauenfußball tatsächlich dort angekommen, wo er hingehört: In der Mitte der Gesellschaft.
Solo für Bajraman
Von der belächelten Freizeitvergnügung für so genannte Mannweiber, die angeblich aber auch immer nur unbeholfen daneben traten, über die Randsportart, genießt der Frauenfußball inzwischen mehr öffentliche Aufmerksamkeit als jede andere von Frauen ausgeübte Teamsportart. Und um alle verbliebenen Vorurteile Lügen zu strafen, kommt da eine äußerst hübsche junge Frau und schießt in schwarzen Stilettos erfolgreicher auf die Torwand als mancher Bundesligaprofi in Halbschuhen. Fatime Bajramaj hatte im ZDF-Sportstudio einen Soloauftritt mit Kultstatus.
Fado statt Bossa Nova
Apropos Einzelleistungen: Der deutsche Frauenfußball hat nicht zuletzt in Frankfurt-Praunheim seine Wiege. Viele Namen sind heute nicht mehr bekannt - Steffi Jones, Weltmeisterin von 2003, schon. Heutzutage, nach dem Wechsel des 1. FFC Frankfurt vom Ebelfeld nach F-Rödelheim, an den Rotweiß-Sportplatz am Brentanobad, sind andere Namen angesagt. Insgesamt sieben Spielerinnen des Deutschen Meisters standen im WM-Kader. Allen voran natürlich Spielführerin Birgit Prinz, die Weltfußballerin der Jahre 2003/04/05, die den spielerisch ebenbürtigen Brasilianerinnen im WM-Endpsiel mit ihrem Tor in der 52. Minute einen entscheidenden Dämpfer versetzte. Nachdem Simone Laudehr, wenige Minuten vor dem Abpfiff ebenfalls getroffen hatte, wurde der brasilianische Bossa Nova endgültig zum Fado - die Südamerikanerinnen weinten.
Hessen tonangebend
Birgit Prinz, Kerstin Garefreskes, Sandra Smisek, Saskia Bartusiak, Renate Lingor, Petra Wimbersky und Silke Rottenberg - sie alle standen im WM-Kader, sie alle spielen im Fußballalltag für den 1. FFC Frankfurt, die Hessische Mannschaft des Jahres 2007. Und sie alle könnten auch bei den Olympischen Spielen in Peking eine entscheidende Rolle spielen.
Freiwasserschwimmen
Cathleen Rund gewinnt Europacup-Gesamtwertung (September)
Für die 30 Jahre alte Freiwasserschwimmerin vom SC Wiesbaden war es im türkischen Mersin der größte Erfolg ihrer "zweiten" Karriere. Die gebürtige Berlinerin, die als Rückenschwimmerin in den 90er Jahren zur Weltklasse zählte und bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 über 200m-Rücken die Bronzemedaille gewann, holte sich den Gesamtsieg im Europacup 2007, der wechselweise über fünf und zehn Kilometer ausgeschwommen wird. Bei den nationalen Titelkämpfen war Cathleen Rund in diesem Jahr nicht ganz so erfolgreich wie erhofft; die Olympiaqualifikation blieb auf der Strecke. Sie will jedoch versuchen, über ihre alte Paradedisziplin, die 200m-Rücken, doch noch ein Ticket für Peking zu lösen.
Rollstuhlbasketball
Deutsche Frauen sind Europameister (September)
Und noch eine internationale Meisterschaft, die 2007 in Deutschland ausgetragen wurde und mit einem großen Erfolg endete: Bei der Europameisterschaft im Rollstuhlbasketball in Wetzlar holten die favorisierten deutschen Frauen in überzeugender Manier den Titel. Vor 3500 Zuschauern deklassierten sie in der Rittal-Arena ihre niederländischen Finalgegnerinnen mit einem 61:35 Kantersieg. Insgesamt vier Hessinnen waren an diesem großen Erfolg beteiligt: Silke Bleifuß und Nora Schratz (beide RSC Frankfurt) sowie Annika Zeyen und Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill). Im Spiel um Platz Drei gewannen die deutschen Männer gegen Israel (69:56 Punkte) die Bronzemedaille. Die Qualifikation für die Paralympics in Peking ist damit beiden Teams schon geglückt.
Leichtathletik
Ende gut, alles gut für Ariane Friedrich (September)
Mit dem Weltfinale in Stuttgart (22./23. September) neigt sich die Freiluftsaison dem Ende entgegen. Für viele Athletinnen und Athleten ist das noch einmal eine gute Gelegenheit, um leistungsmäßig ein Zeichen in Richtung Peking zu setzen. Im Rahmen eines Hochsprung-Meetings in Eberstadt ist das Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) bereits geglückt. Mit 1,94 Metern hat die Deutsche Meisterin eine neue persönliche Bestmarke gesetzt und ist hinter Jekaterina Sawtschenko, die 1,97 Meter überquerte, Zweite geworden.
Spannende Wettkämpfe
Für Friedrich ist diese Leistung insofern bedeutsam, als sie ja lange Zeit auf Höhen um die 1,90 Meter regelrecht abboniert war und einfach nicht darüber hinaus kam. Zwar garantierte ihr Mittun in diesem Jahr - auf nationaler Ebene - stets äußerst spannende Wettkämpfe, aus denen sie auch jedes Mal als Siegerin hervorging. Die Siegeshöhen lagen aber alle im stabilisierten Bereich um die 1,92 Meter - die bei 1,95 Metern liegende Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaft in Osaka schaftte sie nicht. Nominiert wurde sie aufgrund ihrer Konstanz dennoch - und trat dann nicht an. "Ich spring die 1,95 Meter in Bangkok", kommentierte sie knapp ihren Rückzug, der mit der Verpflichtung ihres Trainers Günther Eisinger bei der Universiade in Thailand zu tun hatte.
Kommt Zeit, kommt Höhe
Sie habe eigentlich auf einen Doppelstart in Bangkok und Osaka gesetzt, doch der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) entschied auf "entweder oder". Da Ariane Friedrich in der WM-Vorbereitungsphase in Frankfurt nicht auf Eisinger verzichten wollte, präferierte sie Bangkok, wo sie 1,90 Meter überquerte und damit Zweite wurde. "Ich beende die Saison lieber mit einer Medaille, als im Vorkampf auszuscheiden", sagte sie mit dem zeitlichem Abstand von einem Monat. Und auch, wenn sie die 1,95 Meter noch immer nicht geschafft hat, so ist doch jetzt endlich der Knoten geplatzt. Und sie hat ja auch noch ein ganzes Jahr Zeit.
Turnen
Höhenflug - Fabian Hambüchen kam, sah und siegte (Sept.)
Gemessen an dem, was sich in den vergangenen Tagen bei der Turn-Weltmeisterschaft in der Stuttgarter Schleyer-Halle abgespielt hat, sind Superlative tatsächlich angebracht. Denn der erst 19 Jahre alte Wetzlarer Fabian Hamüchen hat deutsche Turnträume wahr werden lassen: Nach der geradezu sensationellen Bronzemedaille mit der Mannschaft hat er im Mehrkampf eine kaum für möglich gehaltene Silbermedaille gewonnen und im Reckfinale seine Favoritenrolle ganz locker ausgespielt. Das war Gold wert.
Auf dem Weg zum neuen Sporthelden
Schon lange hatte sich angedeutet, dass Fabian Hambüchen ein ganz Großer des an internationalen Erfolgen arm gewordenen deutschen Turnsports werden könnte. Bereits als 17 Jahre alter Gymnasiast hatte er 2005 den Reckeuropameistertitel gewonnen und dieses Kunststück im Frühjahr diesen Jahres in Kopenhagen auch wiederholt (siehe unten). Unzählige weitere Titel und Medaillen konnte er einheimsen - doch mit seinen drei WM-Medaillen 2007 ist er endgültig in die Fußstapfen der früheren deutschen Reckweltmeister Eberhard Gienger (1974) und Andreas Wecker (1995) getreten.
Alleinstellungsmerkmale
Mehr noch: Als Einzelsportler kratzt Fabian Hambüchen nun an einer Lücke, die Boris Becker, Jan Ullrich und Michael Schumacher nach ihren Rücktritten gerissen haben - derjenigen eines nationalen Sporthelden. Teamplayer wie der weit weg in Amerika aktive Dirk Nowitzki oder auch Michael Ballack spielen sozusagen in einer anderen "Liga". Und den bislang tonangebenden Einzelsportlern fehlten, um im Gedächtnis der Allgemeinheit haften zu bleiben, meist die ganz großen Erfolge wie WM-Titel oder Olympiasiege: Das betrifft Tommy Haas genauso wie Timo Boll oder Jens Voigt. Der Biathlet Michael Greis wiederum tritt öffentlich viel zu selten in Erscheinung und hat auch vielleicht nicht die Aura.
Cooles Image
Anders bei Fabian Hambüchen, der sich alleine schon durch seine Größe von der Masse unterscheidet: 1,63 Meter ist klein, sehr klein - selbst unter den Turnern. Das fällt genauso auf wie seine Coolness. Und zwar im doppelten Sinn, denn Fabian Hambüchen ist nicht nur "locker drauf" und verbessert damit das etwas angestaubte Image der Hochleistungsturner. Er ist auch nervenstark, was er nicht zuletzt im Mehrkampffinale bei der WM in Stuttgart bewiesen hat, wo er zwischenzeitlich auf den 23. und vorletzten Rang zurückgefallen war und in einem anschließenden Kraftakt noch Sillber holte. Eine derartige Leistung bleibt den Menschen im Gedächtnis haften. Und das nicht nur den 8000 Besuchern der Schleyer-Halle, sondern auch dem TV-Publikum, das am Sonntagnachmittag dann zur besten Kaffeezeit das Reckfinale betrachete.
Ohne Zögern zum WM-Titel
Zu sehen gab es da einen Fabian Hambüchen, der seinen Auftritt kaum noch erwarten konnte. Entschlossen und selbstbewusst ließ er sich ans Gerät heben und zog dann sein Ding durch. Während seiner Übung, die im Männerturnen als die schwerste überhaut gilt, kam nie die Befürchtung auf, er könne herunterfallen. Und nach dem ohne jeden Wackler gestandenem Abgang war ihm der Titel vor eigenem Publikum auch nicht mehr zu nehmen.
Rudern
Höhen und Tiefen im Wasser (August/Sept.)
Die bei der Ruderweltmeisterschaft auf der Olympischen Regattastrecke von München 1972 angetretenen hessischen Athleten haben allesamt ihre internationale Klasse unter Beweis gestellt. An erster Stelle natürlich Sebastian Schulte (RG 1888 Wiesbaden-Biebrich), der mit dem Deutschlandachter Vizeweltmeister wurde. Als Titelverteidiger angetreten, hatte es trotz großem Kampf gegen die favorisierten Kanadier nicht ganz gereicht: In 5:37,19 Minuten konnte das Flagschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) jedoch die am Schluss des Rennens bedrohlich herannahenden Briten in Schach halten.
Sebastian Schulte bewies im Deutschlandachter den nötigen Kampfgeist
Für eine Überraschung sorgte Jonathan Koch (Gießener Rudergesellschaft) der im Leichtgewichts-Einer beinahe eine Medaille geholt hätte. Im Finale zwischenzeitlich auf dem Bronzerang liegend, war der 21 Jahre alte Student über seine eigene Leistung so erstaunt, dass er aus dem Schlagrhythmus kam, den Faden verlor und deshalb nur Vierter wurde. Für Koch war es dennoch sein bisher größter sportlicher Erfolg.
Nicht wirklich zufrieden war Marcel Hacker (Frankfurter Rudergesellschaft Germania) der eine Medaille im Einer fest im Visier hatte. Doch nachdem der 30 Jahre alte Fuldaer mit einer bis dahin makellosen Vorstellung und der Olympiaqualifikation in der Tasche das Finale erreicht hatte, war die Erfolgssträhne plötzlich vorbei. Der Vizeweltmeister von Eton 2006, dessen Ziel diesmal der Titelgewinn war, wurde am Ende nur Fünfter und war mächtig enttäuscht.
Leichtathletik
Einfach hammerhaft - Betty Heidler ist Weltmeisterin (August)
Unter das Motto "ausgleichende Gerechtigkeit" könnte Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) ihren Titelgewinn von Osaka gleich in mehrerer Hinsicht stellen. Da wäre zunächst einmal das Duell mit der Kubanerin Ypsi Moreno, die die inzwischen 23 Jahre alte Deutsche bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 mit ihrem letzten Wurf noch vom dritten Platz hatte verdrängen können. In Osaka schien es ähnlich zu laufen. Dasselbe Szenario - diesmal jedoch mit dem besseren Ende für Betty Heidler.
Betty Heidler in der Pose der Weltmeisterin Foto:Hensel
Wieder war es der letzte Wurf von Moreno, der für Aufregung sorgte. Er ging weit hinaus, sehr weit. Betty Heidler, die ihre spätere Siegweite von 74,76 Metern bereits im zweiten Versuch erzielt hatte, verfolgte die Flugbahn. Doch als sie schon glaubte, der Hammer der Kubanerin senke sich hinter ihrer roten Führungsmarkierung, da waren es zwei Zentimeter, die fehlten. Die gebürtige Berlinerin war damit Weltmeisterin - ein Titel, der so manche Frustsituation aus den vergangenen Jahren vergessen macht. Denn so unbekümmert Betty Heidler vor drei Jahren in Athen in die Weltspitze vorgedrungen war, so verkrampft wirkte sie in der Folgezeit häufig bei großen Wettkämpfen. Immer wieder hatte sie reihenweise ungültige Versuche. So viele manchmal, dass, wie im vergangenen Jahr beim Europacup in Malaga (Spanien), kein einziges zählbares Ergebnis dabei herauskam. Doch Betty Heidler hat diese Unsicherheiten ablegen können - auch dank psychologischer Hilfe.
Russische Doperinnen endlich weg vom Fenster
Doch zurück zur ausgleichenden Gerechtigkeit. Die bis dato unschlagbare Russin Tatjana Lysenko war kurz vor der Weltmeisterschaft genauso des Testosterondopings überführt worden wie deren Teamkollegin Jekaterina Chroschisch. Erst dank der daraufhin verhängten Sperren war der Weg frei für Betty Heidler, die ihre Chance genutzt hat. Auf Weiten von um die 74 Meter stabilisiert, hatte sie vor der WM noch orakelt: "Mit 74 Metern kann man Weltmeisterin werden oder auch Fünfte." Betty Heidler hat den Titel geholt.
Radsport
Eine Klasse für sich - Lungershausen wieder Weltmeister (August)
Bordeaux hat sich für Klaus Lungershausen als Goldgrube erwiesen. Denn nach 1998 und 2005 hat der Bad Vilbeler Chemielaborant (RSC Mars Rotweiß Frankfurt) zum dritten Mal den Weltmeistertitel im Zeitfahren der Zerebralparetiker (einseitige Lähmung) gewonnen und sich schon jetzt für die Paralympics in Peking 2008 qualifiziert. Dabei war die 20-Kilometerstrecke südlich der französischen Weinmetropole auf den inzwischen 39 Jahre alten Familienvater regelrecht zugeschneidert: Anstatt eben und einfach, war sie leicht andeffiniert. Das liegt Klaus Lungershausen, der sich seine Behinderung vor Jahren bei einem schweren Unfall während der Deutschlandtour zugezogen hatte.
Showdown auf der Zeitmaschine
Vor seinem Sieg war Lungershausen im Zweifel: Die Europacuprennen waren für ihn nur suboptimal gelaufen, andauernd hatte er gegen seine wichtigsten Widersacher das Nachsehen. Dann kam, nur zwei Wochen vor dem großen Showdown, die neue Zeitfahrmaschine. Im Nachhinein früh genug, um den Titel zu holen. Doch auch ein Routinier oder "altes Eisen", wie Klaus Lungershausen sich selber bezeichnet, braucht eine Zeit der Gewöhnung: "Möglicherweise hätte ich es ohne diese neue Maschine nicht geschafft. Aber eine längere Einstellungsphase wäre besser gewesen", sagt er und erwähnt gleich eine weiteres Handicap, das andere nicht haben: Klaus Lungershausen ist voll berufstätig, während seine Mitstreiter in der Regel das Leben von Profiradsportlern führen: "Das hat sich enorm entwickelt, in der Leistungsspitze haben die meisten Leute oft nur einen Nebenjob. Oder sie fahren nur Fahrrad."
Paralympisches Gold im Visier
Der Druck war in Bordeaux ergo immens. Mit sieben Sekunden Vorsprung siegte Lungershausen jedoch vor dem Tschechen Jiri Bouska, seinem härtesten Kontrahenten. Und nachdem der Behindertenradsport neuerdings vom internationalen Radsportverband UCI offiziell anerkannt ist, gibt es auch ein Weltmeistertrikot. Das ist zwar in der Grundfarbe grün ist, aber für Klaus Lungershausen so viel Wert wie ein sauberes gelbes Tour-Mitbringsel.
Klaus Lungershausen nach der Siegerehrung
Zwei Jahre wird er in diesem Trikot nun herumfahren; auch in Peking, wo er noch einmal voll durchstarten will. Die Strecke sei noch schwerer als die in Frankreich. Gut für Klaus Lungershausen, der allerdings darauf hofft, dass ihn sein Arbeitgeber während der winterlichen Vorbereitungsphase zweimal wöchentlich früher nach Hause gehen lässt: "Nicht mehr zu arbeiten, das ist für mich völlig unrealistisch", sagt er und beschwert sich deshalb auch nicht. Ab November stellt er die Weichen in Richtung Peking. Mit 39 Jahren will das auch im Handicapsport etwas heißen: "Meine Tage im Wettkampfsport sind gezählt", sagt Klaus Lungershausen, der nach seinen zwei Silbermedaillen von Sydney 2000 nun endlich paralympisches Gold holen will.
Schwimmen
Dörries und Simon sammeln WM-Medaillen (August)
Bei der 3. IBSA-Weltmeisterschaft für blinde Athletinnen und Athleten in Sao Paulo (Brasilien) konnte vor allem der 17 Jahre alte Robert Dörries (SV Wehrda) mit jeweils einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille voll überzeugen. Der Gymnastiast aus Marburg, der schon bei den Paralympics in Athen mit dabei war, siegte über 800m-Freistil, wobei er in 9:29,21 Minuten einen neuen Weltrekord für seine Handicapklasse aufstellte. Silber holte er in 4:31,13 Minuten über 400m-Freistil und Bronze über 200m-Freistil in 2:07,47 Minuten.
Sein Teamkollege Daniel Simon (VSG/DSW Darmstadt) gewann über 200m-Lagen in der neuen persönlichen Rekordzeit von 2:30,36 Minuten die Bronzemedaille; zuvor war der 18-jährige über 100m-Schmetterling und 100m-Rücken jeweils Vierter geworden.

(v.l.n.r.) Simon & Dörries auf Erfolgskurs
Moderner Fünfkampf
Steffen Gebhardt wird Team-Weltmeister (August)
Für den 26 Jahre alten Studenten aus Bensheim verlief die Weltmeisterschaft in Berlin nicht wirklich zufriedenstellend. Zwar holte der Ex-Junioren-Weltmeister gemeinsam mit den beiden Berlinern Eric Walther und Sebastian Dietz die nicht-olympische Teamgoldmedaille. Dieses Traumergebnis, zu dem Steffen Gebhardt dank seiner guten Leistung den Löwenanteil beigetragen hatte, ist für ihn jedoch nur ein Trostpflaster. Schließlich wollte er sich mit dem Gewinn einer Einzelmedaille direkt für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren. Ein Vorhaben, an dem Gebhardt im abschließenden Laufwettbewerb knapp scheiterte, um zwei Meter genau. Mit 5692 Punkten wurde er Vierter.
Die Olympiaqualifikation ist das Ziel
Nach den Disziplinen Schießen und Fechten, wo der Südhesse besonders stark war, sowie dem Schwimmen und Springreiten, lag er noch auf Medaillenkurs - vor dem abschließenden 3000-Meter-Geländelauf war Gebhardt als Dritter notiert. Doch wiewohl er eine ansprechende Laufleistung mit Endspurt bot, wurde er von dem Russen Robert Nemeth noch abgefangen. Weltmeister wurde der Ungar Victor Horvath. Silber holte Illia Frolow (Russland).
Auf eine Olympiateilnahme im kommenden Jahr hat Steffen Gebhardt dennoch sehr gute Chancen. Schließlich kann er sich über die Weltrangliste qualifizieren und wird deshalb alles daran setzen, beim Weltcupfinale in Peking und bei weiteren Qualifikationswettkämpfen eine Top-Platzierung zu erreichen. Die Voraussetzungen hierfür sind insofern auch günstig, als Gebhardt sein Maschinenbaustudium derzeit auf Eis gelegt hat. In der Sportförderkompanie der Bundeswehr will er sich bis zu den Olympischen Spielen optimal vorbereiten.
Leichtathletik
Till Helmke setzt neue Maßstäbe (Juli)
Bei einem Familiensportfest in Wetzlar hat Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) in 20,37 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit über 200 Meter aufgestellt. Der Dritte der Deutschen Meisterschaft von Erfurt über diese Distanz konnte sich damit um ein Zehntel verbessern. Die laut Helmke unter optimalen Bedingungen zustande gekommene Leistung hat insofern auch internationales Format, als im laufenden Jahr europaweit nur vier Läufer schneller waren. In der ewigen deutschen Bestenliste rangiert der Wetterauer damit auf Rang vier.
Leichtathletik
Überzeugend in der Leistungskonstanz (Juli)
Bei der Deutschen Meisterschaft in Erfurt gaben die Athletinnen und Athleten des Hessenteams ein solides und stabiles Bild ab. Auch, wenn die ganz großen Höhepunkte vielleicht ausblieben, konnten die meisten Erwartungen dennoch erfüllt werden. Besonders überzeugend präsentierten sich Springerinnen und Hammerwerferinnen.
Den aus hessischer Sicht schönsten Sieg errang zweifellos Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt), die mit übersprungenen 1,93 Metern, nach 2004 nun zum zweiten Mal in ihrer Karriere Deutsche Freiluftmeisterin ist. In einem spannenden Stechen konnte sich die 23 Jahre alte Polizeikommissaranwärterin gegen die Potsdamerin Anett Engel durchsetzen. Bedauerlich war für Friedrich, dass sie bei strömendem Regen einmal mehr nicht in der Lage war, die WM-Norm von 1,95 Metern zu springen. Aufgrund ihrer über das gesamte Jahr hinweg dennoch sehr guten Leistungen - Friedrich holte sich im Winter auch den Deutschen Hallentitel - konnte sie das Ticket für dieWM in Osaka dennoch lösen.
Medaillenchancen in Osaka
Bei den Stabhochspringerinnen war es einmal mehr Julia Hütter (LAZ Bruchköbel), die sich in der nationalen Spitze behaupten konnte und mit einer Höhe von 4,45 Metern Deutsche Vizemeisterin wurde. Einen hessischen Dreifachtriumph errangen die Hammerwerferinnen. Favoritin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) konnte ihren Titel mit 74,94 Metern zum zweiten Mal verteidigen und unterstrich mit dieser Leistung ihre Ambitionen auf eine Medaille in Osaka. Vereinskollegin Kathrin Klaas, die Zweite wurde, schleuderte die Kugel auf 70,58 Meter. Dahinter platzierte sich die ebenfalls für LG Eintracht Frankfurt startende Andrea Bunjes mit einer Weite von 69,06 Metern. Neben Heidler und Klaas hat nun auch Bunjes noch eine WM-Chance.
Gaba für WM qualifiziert
Den insgesamt dritten Deutschen Meistertitel errangen die Männer von LG Eintracht Frankfurt mit ihrer 4x400m-Staffel. Tilo Ruch, Sebastian Gatzka, Stefan Kuhle und Kamghe Gaba rannten in 3:09,08 Minuten zum Titel. In der Einzeldisziplin über 400 Meter konnte Kamghe Gaba seinen 2006 in Ulm errungenen Titel nicht verteidigen. In 46,59 Sekunden musste er sich dem Wattenscheider Bastian Swillims (46,21 Sekunden) geschlagen geben, ist jedoch mit der Staffel dennoch für die WM qualifiziert. Im 200 Meterlauf konnte schließlich Till Helme (TSV Friedberg-Fauerbach) in 21,09 Sekunden als Dritter überzeugen.
Turnen
Ausnahmekönner Hambüchen ist Seriensieger bei der DM (Juli)
Für den 19 Jahre alten Abiturienten aus Wetzlar war die Deutsche Meisterschaft der Turnerinnen und Turner in Gießen ein mehr als gelungenes Heimspiel. In souveräner Manier holte er sich mit 91,700 Punkten zum dritten Mal hintereinander den Titel im Mehrkampf. Es war ein Sechskampfsieg im Doppelpack, denn bereits am Freitag hatte Hambüchen auch die WM-Qualifikation klar gewonnen. Darüber hinaus dominierte der kleine Mann in den Einzelwettkämpfen am Barren, am Sprung und am Reck, seinem Paradegerät, wo er die weltweit schwierigste Übung turnt und auch international kaum zu schlagen ist.
Hinsichtlich der Anfang September in Stuttgart bevorstehenden Weltmeisterschaft wecken Fabian Hambüchens bisherige Jahresleitungen große Erwartungen. Die Nerven für ein solches weiteres Heimspiel scheint der Reck-Europameister zu haben, die Generalprobe geriet schließlich zu einem regelrechten Hambüchen-Festival.
Leichtathletik
Pascal Behrenbruch gewinnt EM-Silber (Juli)
Der Frankfurter Zehnkämpfer hat bei der U-23 Europameisterschaft im ungarischen Debrecen mit 8239 Punkten eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt. Er gewann damit die Silbermedaille hinter dem Weißrussen Andrej Krauchanka, der den Wettkampf mit 8492 Punkten klar dominierte. Für Pascal Behrenbruch, der beim Zehnkampfmeeting in Götzis (Österreich) die WM Qualifikation für Osaka verpasste, hätte die Leistung von Debrecen eine Entschädigung sein müssen. Denn in zwei Disziplinen konnte sich der 22 Jahre alte IT-Kaufmann weiter verbessern: Die 100 Meter rannte er in 10,84 Sekunden, beim Hochsprung überquerte er 2,02 Meter. Und auch im Speerwerfen war er mit 69,55 Metern zumindest der beste Werfer im Wettbewerb. Überglücklich oder auch nur zufrieden ist er mit sich dennoch nicht. Schließlich wollte er den Titel in Ungarn gewinnen - mit dem Auftauchen des starken Weißrussen, der auch in Osaka eine Medaille gewinnen kann, hatte Behrenbruch nämlich nicht gerechnet.
Doch Andrej Krauchanka ist offenbar noch stärker als gedacht und außerdem mental in der Lage, zwei so schwere Wettkämpfe wie Debrecen und Osaka kurz hintereinander durchzuziehen. Eine Herausforderung, mit der tatsächlich auch Pascal Behrenbruch immer noch liebäugelt. Denn wie auch schon im vergangenen Jahr, wo er bei der Europameisterschaft in Göteborg als Ersatzmann an den Start ging und Fünfter wurde, so könnte sich das Blatt auch heuer noch zu seinen Gunsten wenden. Eine unverhoffte Berufung als Ersatzmann ist jedenfalls nicht ganz auszuschließen. Ansonsten wird er beim Ländervergleichskampf mit den USA antreten und auch bei einem Meeting im französischen Valence. Die Frage der Olympiaqualifikation für Peking wird sich im kommenden Jahr erst entscheiden.
Triathlon
Sebastian Dehmer wird mit dem Team Europameister (Juni)
Ende gut, alles gut für den Darmstädter Triathleten. Am Abschlusstag der Europameisterschaft in Kopenhagen hat Sebastian Dehmer gemeinsam mit dem Ravensburger Daniel Unger und Franz Löschke (Potsdam) die Goldmedaille im Supersprint (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) gewonnen. Als hohe Favoriten gestartet, übernahmen die Deutschen von Anfang an die Führungsarbeit und konnten ihre Spitzenposition kontinuierlich ausbauen. Mit 15 Sekunden Vorsprung siegte das Trio Dehmer/Löschke/Unger unangefochten vor Portugal und Russland. „Dieser Wettkampf ist für unseren Sport eine große Bereicherung. Er hat sich innerhalb weniger Jahre etabliert“, sagte Sebastian Dehmer, der nun hofft, dass der Teamsprint zügig ins olympische Programm aufgenommen wird.
Für den 25 Jahre alten Sportsoldaten war der Erfolg von Kopenhagen jedoch nicht ungetrübt. Hatte er sich doch auch im Einzel über die Olympische Distanz (1500 m Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) begründete Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung gemacht. Doch der Weltmeister von 2004 kam auf Rang 16 ins Ziel. Die Spitzengruppe sei beim Laufen sehr dicht zusammen gewesen, das Tempo extrem hoch - für Sebastian Dehmer an diesem Tag einen Tick zu hoch. „Die anderen waren einfach besser. Aber im Grunde hat meine Leistung gestimmt“, reflektierte er im Nachhinein und sieht der nahen Zukunft durchaus optimistisch entgegen. Im Juli schon gibt es für ihn erneut Gelegenheit, sich zu beweisen. Die Deutsche Meisterschaft in München und der Weltcup in Kitzbühel sind jedoch gleichsam Testläufe für den eigentlichen Saisonhöhepunkt. Im September, bei der Weltmeisterschaft in Hamburg, will Sebastian Dehmer ganz vorne mitmischen und sich für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren.
Leichtathletik
Gute Leistungen beim Europacup in München (Juni)
Für das deutsche Team war das "Heimspiel" beim Europacup der Leichtathleten im Münchner Olympiastadion zweifellos ein Erfolg. Dabei konnten vor allem die Männer mit insgesamt 116 Punkten überzeugen. Hinter den punktgleichen Franzosen, die einen Einzelsieg mehr aufwiesen, wurden sie Zweite und konnten den letzten Platz von Malaga (Spanien) im vergangenen Jahr vergessen machen. Aus hessischer Sicht ging Kamghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt) mit der 4x400 Meter-Staffel an den Start, die sich in 3:01,77 Minuten nur den schnellen Polen geschlagen geben musste.
Modellathlet Kamghe Gaba mit der Staffel auf Erfolgskurs
Bei den Frauen war der dritte Rang mit 94,5 Punkten hinter Russland (127 Punkte) und Frankreich (107 Punkte) ebenfalls ein großer Erfolg. Mit Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) und ihren Vereinskolleginnen Ariane Friedrich und Korinna Fink waren insgesamt drei Hessinnen am Start. Die Leistung von Hammerwerferin Heidler, die mit 73,55 Meter hinter der amtierenden russischen Europameisterin Tatjana Lysenko (75,86 Meter) Zweite wurde, ist im Hinblick auf die WM im japanischen Osaka im August als besonders erfreulich einzustufen. Denn die gebürtige Berlinerin hatte bei großen internationalen Wettkämpfen zuletzt nicht unbedingt Nervenstärke gezeigt. Etwa war sie beim Europacup in Malaga (Spanien) im vergangenen Jahr gestrauchelt; sie hatte nicht einen einzigen zählbaren Wurf zustande gebracht und blieb auch später, bei der EM in Göteborg, hinter ihren werferischen Möglichkeiten zurück.
Turnen
EM-Gold am Reck - Hambüchen turnt sich frei (April)
Es war nicht die übliche Trainingsintensität, mit der sich der erst 19 Jahre alte Wetzlarer auf die Europameisterschaft der Kunstturner in Amsterdam vorbereitet hatte. Fabian Hambüchen, der bereits 2005 den Kontinentaltitel am Reck gewonnen hatte, musste für die Abi-Klausuren lernen. Diese Ausnahmesituation hat ihm turnerisch jedoch nicht geschadet. Denn der nur 1,63 Meter große Ausnahmekönner lieferte an seinem Spezialgerät eine Traumleistung ab, die in der A-Note mit unschlagbaren 7,0 belohnt wurde.
Tags zuvor konnte er bereits im Wettbewerb der Mehrkämpfer mit der Silbermedaille und 89,675 Punkten voll überzeugen. Dass Hambüchen, der nach vier Geräten noch führte, doch noch von dem Russen Maksim Dewiatowski (90,25 Punkte) geschlagen wurde, lag an einem Patzer am Pferdsprung und einer Sicherheitsübung an den laut Hambüchen "leicht rutschigen" Ringen. Bei der WM 2006 im dänischen Aarhus als Mehrkämpfer bereits mit der Bronzemedaille belohnt, ist ihm in seinem jungen Alter an der Vielseitigkeitsturnerei besonders gelegen. Bei der WM Anfang September in Stuttgart hat er vor heimischem Publikum die Chance, seinen Medaillenreigen im Mehrkampf um die noch ausstehende Goldmedaille komplettieren.

Abi & Hochleistungssport: Fabian Hambüchen bewältigt beides mit Bravour
Rudern
Sebastian Schulte gewinnt Boat-Race mit Cambridge (April)
Britische Traditionen üben auf Kontinentaleuropäer wegen ihrer Seltsamkeit bisweilen eine magische Anziehungskraft aus. So auch das legendäre Boat-Race zwischen den englischen Elite-Universitäten von Oxford und Cambridge, das beim 153. Showdown vor allem dank der kräftezehrenden Mithilfe von Sebastian Schulte und seinem deutschen Teamkollegen Thorsten Engelmann zugunsten von Cambridge entschieden wurde. Über die Mammutdistanz von 6,8 Kilometern war es ein Achter-Rennen, das den zahllosen Zuschauern entlang der Themse wegen seiner Spannung noch lange im Gedächtnis haften wird. Denn der nunmehr 78. Erfolg der "Light blues" aus Cambridge war trotz Favoritenrolle schwer umkämpft. Lange Zeit lagen die beiden Boote gleichauf und drohten sogar zu kollidieren. Dann endlich, zwei Kilometer vor dem Ziel, machten vor allem die deutschen Schlagmänner Dampf und holten mit einer Bootslänge Vorsprung für Cambridge den Sieg. Für den Wiesbadener Sebastian Schulte, der als Achter-Weltmeister dem Hessenteam angehört, war es die insgesamt dritte Teilnahme beim Boat-Race und der erste Sieg im letzten Moment. Da Schulte unmittelbar vor seiner Promotion steht, wird er im kommenden Jahr nicht mehr mittun können. "Das war der härteste Ritt auf dem Wasser, den ich jemals mitgemacht habe", kommentierte der Wiesbadener die überstandenen Qualen, um im Anschluss und gemeinsam mit den anderen sieben Männern im Boot den Freuden der Siegesfeier zu frönen.

Beim Boat-Race liegen Triumph und Erschöpfung ganz nah beieinander.
Tischtennis
Totaler Triumph für Timo Boll (April)
Der oldenwälder Tischtenniscrack hat bei der Europameisterschaft in Belgrad nun auch noch den Titel im Einzel gewonnen. Im Finale ließ er dem Weißrussen Wladimir Samsonow keine Chance und fegte den Titelverteidiger in 4:1 Sätzen regelrecht von der Platte. Für Timo Boll war es nach 2002 bereits der zweite Kontinentaltitel, wobei der 26 Jahre alte Ausnahmespieler diesmal auf ganzer Linie triumphierte. Denn zuvor hatte er schon den Mannschaftstitel gewonnen und auch das Doppel an der Seite seines zukünftigen Vereinskollegen Christian Süß (Borussia Dortmund). Im Finale hatte sich die deutsche Paarung überlegen mit 4:1 Sätzen gegen Lucjan Blaszczyk/Tan Ruiwu (Polen/Kroatien) durchsetzen können. Für den derzeit in blendender Form befindlichen Weltranglistenvierten aus Erbach war die Europameisterschaft jedoch nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zur Weltmeisterschaft im Mai in Zagreb (Kroatien), wo er sich dann auch wieder der chinesischen Phalanx wird stellen müssen.
Aufgrund seines Wechsels vom TTV Gönnern zu Borussia Dortmund scheidet Timo Boll aus dem Hessenteam aus.
Timo Boll: In Europa einsame Spitze
Schwimmen
Meike Freitag holt WM-Silber mit der Staffel (März)
Die Weltmeisterschaft der Schwimmer im australischen Melbourne hat sich für die deutschen Teilnehmer bislang nicht als Goldgrube erwiesen. Um so erfreulicher ist die Silbermedaille der Frauen-Staffel über 4x200m Freistil. In 7:53,82 Minuten wurde das Quartett bestehend aus Annika Lurz, Britta Steffen, Petra Dallmann und Meike Freitag (SG Frankfurt) nur von den US-Amerikanerinnen geschlagen, die in 7:50,09 Minuten Weltrekord schwammen. Die deutschen Frauen waren dennoch glücklich und Hessenteammitglied Meike Freitag hatte vorab offensichtlich auch die passende Einstellung zum Wettkampf gefunden: "Schnell schwimmen und nichts denken", kommentierte sie ihre Herangehensweise.
Tischtennis
EM-Titel für Timo Boll & Jörg Roßkopf (März)
Das war noch nie da: In der 49 Jahre währenden Geschichte der Tischtennis-Europameisterschaften haben die deutschen Männer in Belgrad erstmals den Titel geholt. Im Finale gegen Kroatien, das mit einem klaren 3:0 Sieg endete, konnten sich neben dem Weltranlisten-Vierten Timo Boll (Borussia Düsseldorf) auch sein neuer Vereinskollege Christian Süß und Dimitri Owtscharow (Tündern) profillieren. "Das wurde auch Zeit", kommentierte der wegen seinem Weggang vom TTV Gönnern Anfang März aus dem Hessenteam ausgeschiedene Boll den Erfolg in der serbischen Hauptstadt.
Roßkopf verlässt Hessen
Seit 1980 hatte die Mannschaft des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) insgesamt fünf Mal in einem EM-Finale gestanden. Der Dieburger Jörg Roßkopf, mit seinen 37 Jahren das Urgestein im deutschen Tischtennis, gehörte ebenfalls zum siegreichen Team, kam beim historischen Schlagabtausch gegen Kroatien aber nicht zum Zuge. Roßkopf (TTV Gönnern), der während seiner langen Karrriere insgesamt drei Endspielniederlagen selbst miterlebt hatte, ließ seinen jüngeren Kollegen ohne zu Murren den Vortritt.
Rudern
Deutschland-Achter revanchiert sich in England (März)
Bei einer Regatta auf der Themse in London hat sich der zuletzt so erfolgreiche Deutschland-Achter, dem auch Hessenteammitglied Sebastian Schulte angehört, gegen das Boot aus Cambridge durchsetzen können. Mit einem deutlichen Vorsprung von eineinhalb Bootslängen ruderten die Deutschen durchs Ziel, womit sie die Niederlage gegen Cambridge vor zwei Jahren vergessen machten.
Cambridge hat Nachsehen
Ironie der Geschichte ist die Tatsache, dass Achter-Weltmeister Schulte, der in Cambridge studiert, beim legendären Boat Race Anfang April neben seinem Teamkollegen Thorsten Engelmann (Berlin) in eben jenem Cambridge-Achter Platz nehmen wird. Beim bereits zum 153. Mal ausgetragene Showdown der Universitätsboote gilt das in den vergangenen drei Jahren gegen Oxford stets unterlegene Cambridge diesmal als Favorit. Dies aufgrund der starken Bestzung.
Leichtathletik
Deutsche Hallentitel für Friedrich und Hütter (Februar)
Bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Leipzig war Julia Hütter (LAZ Bruchköbel) mit der neuen persönlichen Bestleistung von 4,55 Metern nicht zu schlagen. Die frühere Studentenweltmeisterin stellte ihre kontiunuierlich aufsteigende Entwicklung damit eindrucksvoll unter Beweis.
Julia Hütter ist in der Halle in Hochform
Aber auch Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) überzeugte mit 1,92 Metern abermals. Die anvisierte neue persönliche Rekordweite von 1,94 Metern habe sie nach eigener Aussage in den Beinen gehabt, jedoch sei die Unruhe in der Halle störend gewesen. Kurz zuvor hatte die 23 Jahre alte Frankfurterin bei einem Meeting in Weinheim ihre persönliche Bestleistung von 1,93 Metern eingestellt.
Leichtathletik
Hessentitel fürs Hessenteam (Januar)
Bei den Hessischen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten Mitte Januar in Hanau haben einige Hessenteammitglieder sehr gute Leistungen gezeigt. Vor allem die Springerinnen präsentierten sich in Bestform.
Julia Hütter und Ariane Friedrich in bestechender Frühform
So überquerte Julia Hütter (LAZ Bruchköbel) im Stabhochsprung die Traumhöhe von 4,45 Metern. Logisch, dass die Studentenweltmeisterin damit den Hessentitel gewann, wobei sie in einem Aufwasch auch noch die bei 4,30 Metern liegende Norm für die Hallen-Europameisterschaft im englischen Birmingham schaffte. Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) war mit überfloppten 1,87 Metern nicht minder gut drauf. Die erfreute Titelverteidigerin hatte nur die Sonne zu beanstanden, die ihr am Ende des Wettkampf ungünstig ins Gesicht schien. Sonst wäre sie vielleicht noch besser gewesen.
Auch Martin Günther siegt in Hanau
Gerade erst ins Hessenteam berufen, hat auch Hochspringer Martin Günther (LG Eintracht Frankfurt) unter Erfolgstrainer Günther Eisinger den Hessentitel geholt. Mit 2,14 Metern war er mit seinem Jahresauftakt zufrieden und hätte sich bei größerer Konkurrenz - es waren nur drei Männer am Start - möglicherweise ebenfalls noch höher geschraubt.
Korinna Fink schnell auf den Beinen
Die deutsche Vizemeisterin über 400 Meter rannte in Hanau die 200 Meter in 24,31 Sekunden und war damit siegreich. Die Langsprinterin von LG Eintracht Frankfurt belegte über die kurzen 60 Meter Rang zwei.
Kathrin Klaas überzeugt mit dem Hammer
Eine Woche nach den Hessischen Hallenmeisterschaften haben auch die Werfer im neu gebauten Winterwurfhaus in Frankfurt-Niederrad ihre Hessenmeister ermittelt. Den Titel 2007 sicherte sich diesmal Kathrin Klaas bei den Frauen. Die EM-Sechste dominierte den Wettkampf von Anfang an und blieb mit der für diese Jahreszeit hervorragenden Weite von 67,08 Metern unübertroffen. Hessenteammitglied Andrea Bunjes wurde mit 61,46 Metern Zweite. Hessische Winterwurfmeisterin mit dem Diskus wurde Sabine Rumpf von der LSG Goldener Grund.
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