Erfolge 2007
Erfolge 2008
Erfolge 2009
Schwimmen/Dezember
Überraschungsmedaillen bei Kurzbahn-EM in Istanbul
Zum Abschluss des Jahres 2009 haben die hessischen Spitzenschwimmer noch einmal eine starke Leistung geboten. Allen voran Johannes Dietrich (SC Wiesbaden), der in der türkischen Hauptstadt völlig überraschend Europameister über 50m-Schmetterling wurde. In 22,07 Sekunden ließ der in Berlin gebürtige Sprinter den Franzosen Frederick Bousquet und den Russen Jewgeni Korotschkin hinter sich. Eine zweite Medaille, in diesem Fall war es die Silberne, sicherte er sich hinter Russland mit der Lagenstaffel (Thomas Rupprath, Hendrik Feldwehr, Johannes Dietrich, Stefan Herbst), die in 1:32,02 Minuten deutschen Rekord schwamm. Auch Dietrichs Vereinskollegin Jenny Mensing, die über 200m-Rücken in 2:03,31 Minuten die Silbermedaille gewann, erreichte in Istanbul den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere.
Freistil-Staffel mit deutschem Rekord
Während Vizeweltmeister Helge Meeuw (SG Frankfurt) über 100m-Rücken im Finale als Sechster (50,70 Sekunden) anschlug, erreichte der zuletzt wieder erstarkte Marco di Carli über 100m-Lagen den neunten Platz; gemeinsam mit Johannes Dietrich, Stefan Herbst und Christoph Fildebrandt war er mit der 4 x 50m-Freistilstaffel noch erfolrgeicher. In der neuen deutschen Rekordzeit von 1:24,31 Minuten schwamm das Quartett im Finale auf Rang Fünf und verfehlte das Treppchen nur um eine halbe Sekunde.
Schwimmen/Dezember
Sensationserfolg für Daniel Simon

Bei der Kurzbahnweltmeisterschaft der behinderten Schwimmer in Rio de Janeiro hat der 21 Jahre alte Darmstädter den Weltmeistertitel über 50m-Freistil gewonnen und dabei seinen über diese Distanz bei den nationalen Titelkämpfen in Wuppertal aufgestellten Europarekord von 24,65 Sekunden auf sensationelle 24,24 Sekunden gedrückt. Daniel Simon siegte vor dem früheren Weltrekordinhaber Daniel Sharp (Neuseeland), der 24,46 Sekunden unterwegs war, und Carlos Farrenberg (Brasilien).
Zwei Silbermedaillen
Schon tags zuvor hatte der Student über seine alte Paradestrecke, die 100m-Schmetterling, hinter dem Kanadier Brian Hill, in der Europamrekordzeit von 59,14 Sekunden die Silbermedaille gewonnen. Diese Spitzenleistung war um so höher einzustufen, als die Außenbedingungen, wenigstens von den europäischen Athletinnen und Athleten ein gewaltige physische Umstellung verlangten: Die Herausforderung, bei 32 Grad Hitze und tropischer Luftfeuchtigkeit ins Becken zu springen, hat Daniel Simon bravourös bewältigt.
Die zweite Silbermedaille erschwamm sich Daniel Simon während eines stürmischen Tropenregens über 100m-Rücken - eine Strecke, auf der er sich ursprünglich gar keine Medaillenchancen ausgerechnet hatte. Doch Erfolg zieht bekanntlich Erfolg nach sich und so schlug er in 1:04,37 Minuten direkt hinter dem neuen Weltmeister Brian Hill an. Über 100m-Freistil erreichte Simon am Schlusstag dann den fünften Platz.
Turnen/November
Perfekter Saisonabschluss für Hambüchen
Beim Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft hat sich Turn-As Fabian Hambüchen noch einmal so richtig ins Zeug gelegt und mit dem KTV Straubenhardt (Baden) den Titel gewonnen. In der Karlsruher Europahalle zeigte sich der Mehrkampf-Europameister nach dem klaren 44:26-Sieg seiner Riege über Titelverteidiger SC Cottbus erschöpft und glücklich zugleich: " Wir standen ganz schön unter Dampf, weil wir unbedingt gewinnen wollten", sagte der Wetzlarer, der als Soloturner eher ein durchwachsenes Jahr hinter sich hat. Etwa konnte der 22-jährige Student seinen Weltmeistertitel am Reck im Oktober in London wegen einer Verletzung nicht verteidigen. Was sein Engagement für Straubenhardt angeht, so will er auch im kommenden Jahr für die Badener an den Start gehen. Der Teamgeist in der Mannschaft sei ganz hervorragend. Und es ist ja bekannt, dass Hambüchen im Team besonders motiviert ist.
Schwimmen/November
Kurzbahnerfolge bei DM
Bei der Deutschen Kurzbahnmeisterschaft in Essen präsentierten sich die hessischen Schwimmerinnen und Schwimmer in einer herausragenden Form. Insgesamt 125 Aktive aus 17 Vereinen errangen insgesamt 27 Medaillen - 4x Gold, 11x Silber und 12x Bronze. Mit diesen Erfolgen ging auch die Qualifikation für die Kurzbahn-Europameisterschaft in Istanbul im Dezember einher, was insgesamt sieben Hessen geschafft haben: Neben Vizeweltmeister Helge Meeuw (SG Frankfurt) sind das Vereinskollege Marco di Carli, Marco Koch (DSW Darmstadt), Johannes Neumann, Johannes Dietrich und Jenny Mensing (SC Wiesbaden) sowie der für Polen startende Frankfurter Lukasz Wojt.
Marco di Carli gewann über 50m-Rücken in 23,63 Sekunden die Silbermedaille und hat auch über 100m-Rücken, wo er hinter einem dominierenden und über diese Distanz in Deutschland kaum zu schlagenden Helge Meeuw (50,28 Sekunden) Dritter wurde, seine derzeit positive Entwicklung unterstrichen. "Jo" Dietrich wiederum sicherte sich hinter Weltrekordler Stefan Deibler die Silbermedaille über 50m-Schmetterling (22,32 Sekunden) und wiederholte dieses Kunststück in 50,06 Sekunden auch auf der 100m-Schmetterlingsstrecke.
Johannes Neumann starnd insgesamt dreimal auf dem Treppchen: Über 100m-Brust, über 200m-Brust (Bronze) sowie über 50m-Brust, wo er in 26,74 Sekunden zeitgleich mit Marco Koch einkam und damit hinter dem siegrichen Hendrik Feldwehr (Essen) und gemeinsam mit Koch die Silbermedaille gewann. Koch seinerseits gewann in 2:05,82 Minuten den Deutschen Meistertitel über 200m-Brust. Mit ihrem Sieg über 200m-Rücken in 2:04,85 Minuten hat auch Jenny Mensing den Sprung nach Istanbul geschafft. Annika Mehlhorn, die derzeit mitten in den Abschlussprüfungen zur Polizeikommissarin steckt, konnte sich deshalb zwar nicht für die EM qualifizieren, erreichte jedoch trotz dieser Doppelbelastung vier Treppchenplätze.
Meeuw und Mensing rekordreif bei Mannschafts-DM
Beim Finale um die deutsche Kurzbahn-Mannschaftsmeisterschaft in Wuppertal hat Vizeweltmeister Helge Meeuw in 49,94 Sekunden einen deutschen Rekord über 100m-Rücken aufgestellt und damit zum dritten Platz der SG Frankfurt einen wichtigen Beitrag geleistet. Sein Team musste im Gesamtklassement lediglich den SV Würzburg und die SG Essen an sich vorbeiziehen lassen. Bei den Frauen es Jenny Mensing (SC Wiesbaden), die mit einem deutschen Rekord über 200m-Rücken aufwarten konnte. In 2:03,00 Minuten bestand sie die Generalprobe für die EM in Istanbul mit Bravour. Ihr Team belegte am Ende Rang fünf im Gesamtklassement.
Turnen/November
Hambüchen wieder in Form
Nachdem der Weltklasseturner aus Wetzlar wegen eines Bänderanrisses im Oktober darauf hatte verzichten müssen, bei der Weltmeisterschaft in London seinen Recktitel zu verteidigen, zeigte er sich beim Finale der Champions-Trophy in Stuttgart schon wieder in einer hervorragenden Verfassung. Hinter dem Russen Maxim Dewiatowski sicherte sich Hambüchen den zweiten Platz der Gesamtwertung, wobei er im Final-Wettkampf vor allem bei seiner Reckübung auftrumpfen konnte. Mit einem Schwierigkeitsgrad von 7 und einer Punkteausbeute von 16,025 war der vielfache Europameister an seinem Lieblingsgerät nicht zu schlagen.
Schwimmen/November
Weltrekord für Simon
Für einen Paukenschlag sorgte Daniel Simon (DSW/VSG Darmstadt) bei der Deutschen Kurzbahnmeisterschaft für Schwimmer mit Handicap in Wuppertal, wo er nicht nur den Titel über 50m Schmetterling gewann, sondern in 26,89 Sekunden einen neuen Weltrekord aufstellte. Auch über 50m-Freistil siegte der sehbehinderte Athlet in überlegener Manier. Seine 24,65 Sekunden bedeuteten eine Verbesserung des Europarekords um fast eine halbe Selkunde. Seinen dritten Titel sicherte sich Simon über 100m-Schmetterling (1:01,95 Min.); Sielber holte er über 200m-Freistil, Bronze über 50m-Brust.
Sportschießen/Oktober
Christian Reitz zum Saisonende in Weltklasseform
Der 22 Jahre alte Ausnahmekönner vom SV Kriftel hat sich beim Weltcup-Finale im chinesischen Wuxi in einer herausragenden Form präsentiert und mit der Olympischen Schnellfeuerpistole hinter dem Russen Alexej Klimow (783,6 Punkte) den zweiten Platz belegt. Christian Reitz, der als bester des Vorkampfs ins Finale eingezogen war, erreichte 780,9 Punkte und hat mit dieser Leistung erneut bewiesen, dass er in dieser Disziplin zur absoluten Weltspitze zählt.
Schwimmen/Oktober
Simon fischt zwei EM-Bronzemedaillen
Bei der Europameisterschaft der Handicapschwimmer im isländischen Reykjavik hat der Darmstädter Daniel Simon die in ihn gesetzten Erwartungen weit übertroffen. Der Paralympicsteilnehmer von Peking (VSG Darmstadt) gewann über 100m-Schmetterling in der neuen deutschen Rekordzeit von 1:00,66 Minuten die Bronzemedaille und wiederholte dieses Kunststück auch über 50m-Freistil, wo er ebenfalls Dritter wurde. In 24,67 Sekunden schaffte der sehbehinderte Student einen weiteren deutschen Rekord. Und weil alle guten Dinge drei sind, stellte er auch über 100m-Rücken in 1:06,28 Minuten einen natinalen Rekord auf und wurde Fünfter.
Fußball/September
Mit überlegenem Sieg zum siebten EM-Titel

Mit einem triumphalen 6:2-Finalsieg gegen England haben die deutschen Fußball-Frauen bei der Europameisterschaft in Finnland ihre kontinentale Führungsrolle einmal mehr unter Beweis gestellt. Ein Sparziergang war das Endspiel im Olympiastadion von Helsinki für die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid deshalb aber nicht. Vor allem in der ersten Spielhälfte präsentierten sich die Engländerinnen als ebenbürtige Konkurrentinnen, wobei es jedoch die Deutschen waren, die durch Spielführerin Birgit Prinz (1.FFC Frankfurt) nach 20 Minuten den Führungstreffer erzielten.
Famose zweite Halbzeit
Die bis zu diesem Moment während des gesamten Turniers torlos gebliebene Rekordnationalspielerin eröffnete einen Torreigen, der zunächst durch Melanie Behringer, die zum 2:0 einschoss, seine Fortsetzung fand. Unbeeindruckt von dem Rückstand verkürzte Karen Carney wenig später zum den Pausenstand von 2:1 Toren für die Titelverteidigerinnen, die während der zweiten Spielhälfte zu Hochform aufliefen. Nachdem die 19 Jahre alte Kim Kulig auf 3:1 erhöht- und Kelly Smith die Partie mit dem erneuten Anschlusstreffer noch einmal offen gehalten hatte, machten die Deutschen durch einen Doppelschlag von Starstürmerin Inka Grings, der Torschützenkönigin des EM-Turniers, ihre Überlegenheit engültig deutlich. Am Ende ware es wiederum Birgit Prinz, die zum Endstand von 6:2-Treffern erhöhte.
Favoritenstellung bei WM
"Einfach cool. Das war ein hartes Match und wir haben verdient gewonnen", sagte Prinz und wurde u.a. auch von Budespräsident Horst Köhler beglückwünscht. Zwei Jahre vor der Frauenweltmeisterschaft in Deutschland ist dieser fünfte kontinentale Titelgewinn in Folge ein klarer Hinweis auf die Favoritenstellung, die die alten und neuen Europameisterinnen auch bei diesem Turnier im eigenen Land wieder innehaben werden.
Moderner Fünfkampf/August
Eva Trautmann stößt in die Weltklasse vor
Die 27 Jahre alte Darmstädterin hat bei der Weltmeisterschaft in London gemeinsam mit Olympiasiegerin Lena Schöneborn in der Zweier-Staffel die Silbermedaille gewonnen. In der nicht-olympischen Disziplin, die erstmals mit zwei anstatt vier Athleten durchgeführt wurde, musste sich das deutsche Duo lediglich den Tschechinnen knapp geschlagen geben. "Das war eine tolle Weltmeisterschaft für uns. Wir sind sehr glücklich", sagte Eva Trautmann, die auch als Sechste auch im Einzel eine herragende Leistung gezeigt hatte.
Rollstuhlbasketball/August
Frauen feiern fünften EM-Triumph in Folge
Mit ihren 82:45-Finalsieg gegen die Niederlande im EM-Turnier im englischen Stoke Mandeville haben die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen ihre kontinentale Überlegenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Schon im Halbfinale gegen die gastgebenden Britinnen hatte das Team von Bundestrainer Holger Glinicki mit einem 83:30-Sieg an seiner Favoritenrolle keine Zweifel aufkommen lassen. Mit dabei waren diesmal insgesamt vier Hessinnen: Vom RSC Frankfurt Silke Bleifuß und Neuzugang Heike Friedrich aus Aschaffenburg, vom deutschen Vizemeister RSV Lahn-Dill aus Wetzlar Britta Kauz und Gesche Schünemann. "Wir sind ganz klar die Top-Favoriten für die EM. An einem Titelgewinn geht kein Weg vorbei", hatte Assistenztrainer Stefan Donner schon vor Turnierbeginn Stein und Bein auf das Leistungsvermögen seiner Spielerinnen geschworen. Die Silbermedaillengewinnerinnen bei den Paralympics in Peking haben inzwischen ein Niveau erreicht, dass auch einen baldigen Sieg gegen die bislang stets überlegenen US-Amerikanerinnen immer wahrscheinlicher werden lässt.
Rudern/August
Teamwork bei Marcel Hacker mit WM-Bronze belohnt
Mag sein, dass ihm die Fähigkeit, als Teamplayer zu agieren, nicht in die Wiege gelegt wurde. Doch Marcel Hacker (RG Germania Frankfurt), der auch für seine Eigenwilligkeit bekannt gewordene frühere Einer-Weltmeister, hat bei der Weltmeisterschaft auf dem Malta-See im polnischen Poznan bewiesen, dass er sehr wohl auch gruppendynamische Power bei sich freisetzen kann. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille mit dem Doppelvierer kommentierte der 32 Jahre alte Modellathlet seine Leistung: "Das ist der Lohn für monatelange harte Arbeit."
Leichtathletik/August
Ihre Silbermedaille ist Betty Heidler Gold wert

Foto: Hensel
Im Laufe ihrer nun doch schon fünf Jahre währenden Karriere hat es für Betty Heidler sicherlich keinen Wettkampf gegeben, der mit so hohen Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit verknüpft war, wie jener im Berliner Olympiastadion, wo es für die 25 Jahre alte Jurastudentin um nicht weniger als die Verteidigung ihres WM-Titels ging. Die bisweilen mit ihrem Nervenkostüm hadernde Hammerwerferin, die bei den Spielen in Peking im vergangenen Jahr "nur" Siebte geworden war, wollte natürlich zeigen, dass sie zur absoluten Weltspitze gehört. Darüber hinaus war der Wettkampf des Jahres in Berlin, ihrer Heimatstadt, angesiedelt, mit der sie sich trotz etlicher Jahre in Frankfurt eng verbunden fühlt. "Ich habe ja viel erwartet, aber das hat alle Vorstellungen übertroffen", sagte sie nach dem Gewinn der Silbermedaille und war kein bisschen enttäuscht.
Weitreichende Unterstützung des OSP-Hessen
Schließlich hat Betty Heidler so gut geworfen wie niemals zuvor. Vom Weltrekord der Polin Anita Wlodarczyk, die kaum fassbare 77,99 Meter erzielte, hat sie sich nicht verschrecken lassen, sondern diese neue Bestmarke zum Dreh- und Angelpunkt ihrer eigenen Motivation werden lassen. Im letzten Versuch gelang der Athletin von LG Eintracht Frankfurt dann ein fulminanter Wurf, dessen Potenzial schon beim Abflug selbst für Laien erkennbar war: Auf die neue deutsche Rekordweite von 77,12 Meter wuchtete Heidler den Hammer hinaus - bis zu diesem Tag hätte sie weltweit damit so ziemlich jeden Wettkampf gewonnen. Doch Wlodarczyk, die sich beim Jubeln nach ihrem Siegwurf am Fuß verletzte, war nicht zu schlagen und Betty Heidler - in ihrem Wohnzimmer - trotzdem so happy wie nie. Und nicht nur ihr Erfolg ist anteilig auch ein Erfolg des Olympiastützpunktes Hessen mit seinem Rundumbetreuungspakt, dass im Falle der Hammerwerfer und Hammerwerferinnen in Form biomechnanischer Schnellanalysen auch vor Ort ganz direkt zum Tragen kam.
Kathrin Klaas erreicht Weltklasseniveau
Der Erfolg der deutschen Hammerwerfer wird komplettiert durch den vierten Platz von Kathrin Klaas (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt), die hinter der Bronzemedaillengewinnerin Martina Hrasnova (Slowakei) mit 74,23 Metern eine neue persönliche Bestmarke erreichte. Für Klaas, die sich im Laufe der Saison, ähnlich wie Heidler, kontinuierlich gesteigert hat, ist es der größte Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn. Vereinskollegin Andrea Bunjes musste indessen bereits im Vorkampf die Segel streichen, wobei das Erreichen der WM-Teilnahme für die gebürtige Ostfriesin bereits hoch einzuschätzen ist.
Nachzutragen wäre,
dass die deutsche 4x400m-Staffel mit Grothkopp/Dresden, Kamghe Gaba/Frankfurt, Krüger und Faller (beide Magdeburg) in 3:03,52 Minuten auf dem zehnten Platz einkamen; die junge Weitspringerin Beatrice Marschek (Gießen) landete mit 6,19 Metern auf Rang 31.
Leichtathletik/August
Ariane Friedrich pokert hoch und gewinnt in Berlin WM-Bronze

Foto: Hensel
Zwar ist es nun doch nicht der quasi angekündigte WM-Titel im Hochsprung geworden. Doch Ariane Friedrich, die am Donnerstag Abend im Berliner Olympiastadion eine Weltrakete zünden wollte und davon sprach, in der Form ihres Lebens zu sein, hat sich über den Gewinn der Bronzemedaille mit übersprungenen 2,02 Metern genauso gefreut. Friedrich, die sich gerne kämperisch exaltiert gibt und im Dauerduell mit der Kroatin Blanca Vlasic zuletzt - alles andere als tiefstaplerisch - das Heft in die Hand genommen hatte, war sogar noch dazu in der Lage, die Weltrekordversuche der gleichaltrigen Titelverteidigerin mit rhythmischem Klatschen zu unterstützen. Ein Sportsgeist von diesem Format findet sich selten!
Es kommt immer anders und zweitens als man denkt
Die 25 Jahre alte Polizeikommissaranwärterin von Eintracht Frankfurt hatte in der Tat allen Grund, sich als Top-Favoritin zu fühlen. Schließlich war es ihr zuletzt mehrfach gelungen, Vlasic zu übertrumpfen - ihren bislang wohl beeindruckendsten Sieg hatte Friedrich beim Golden-League-Meeting im Juni gelandet, wo sie - ebenfalls in Berlin - mit 2,06 Metern einen neuen deutschen Rekord aufstellte; die uralte Bestmarke von Olympiasiegerin Heike Henkel war damit perdu. Doch Weltmeisterschaften haben eben eigene Gesetze, und vielleicht hat sich Ariane Friedrich ein wenig zu sehr selbst unter Druck gesetzt. Sie habe die Nächte vor dem Finale fast schlaflos verbracht, erzählte sie am Morgen nach dem Showdown im Frühstücksfernsehen. Fakt ist, dass Blanca Vlasic mit 2,04 Metern erneut Weltmeisterin wurde. Die russische Silbermedaillengewinnerin Anna Tschitscherowa war dem TV-Publikum gar nicht bekannt.
Im Zwiegespräch mit den Zuschauern
Es war ein exponierter Wettkampf, den Ariane Friedrich bei 1,92 Metern begann. Ein Versuch reichte. Dann 1,99 Meter! Dito - dasselbe Spiel. Bei 2,02 Metern tat sich die Hallen-Europameisterin ungewohnt schwer. Zwei Fehlversuche standen zu Buche. Ungünstigstenfalls hätte es ähnlich frustig laufen können wie vor Jahresfrist bei den Spielen in Peking, wo sie mit einer Gesäßverspannung haderte und "nur" Siebte wurde. Aber mit einem Willen, der Berge, Höhen und Latten versetzen kann und mit dem augenzwinkernden Zuspruch von Günter Eisinger, ihrem Trainer, schaffte sie das, was ihr zustand: Eine Medaille. Für die 2,06 Meter gab es nur einen Versuch. Mucksmäuschenstill war es im Stadion - per Fingerzeig dirigierte Ariane 56000 Zuschauer zum Innehalten. Dann vergab sie hauchdünn. Hätte Vlasic kontern können? Wir wissen es nicht, aber La Friedrich hat Zeit und weitere Chancen. Anna Tschitscherowa war auch nicht höher gesprungen. Sie hatte nur weniger Fehlversuche.
Leichtahtletik/August
Pascal Behrenbruch verpasst Bronze nur knapp

Foto:Hensel
Was ist ein sechster Platz im Zehnkampf einer Weltmeisterschaft wert, wenn es auch eine Medaille hätte sein können? Im Falle von Pascal Behrenbruch, der in Berlin mit 8439 Punkten eine neue persönliche Bestleistung erzielt hat und Bronze dabei nur um ganze 89 Punkte verfehlte, mutmaßlich eine Menge. Seine Leistung ist nicht nur ein Fingerzeig, eine Option in die Zukunft, sondern ein Sieg über persönliche Schwachstellen. Der 24 Jahre alte Frankfurter Modellathlet hat diverse Niederschläge schon hinter sich. Zu einem echten Zehnkämpfer, so möchte man meinen, gehören Verletzungen und Operationen genauso dazu wie Magenverstimmungen am Punkt, wenn es zählt, mentale Niedergänge, vergeigte Nominierungen, Ausflüchte und Momente überschäumender männlicher Wehleidigkeit. Es gehört aber auch Mut zur Selbstüberwindung dazu und das Wissen um die Stärke des eigenen Körpers.
Keine Angst vorm Fliegen
Pascal Behrenbruch (LG Eintracht Frankfurt) hat längst gezeigt, was er kann und potenziell noch aus sich herausholen könnte: Da war ein völlig überraschender fünfter Rang bei der Europameisterschaft 2006 in Göteborg - ein astreiner Wettkampf! Dann, 2007, holte er Silber bei der U-23 Europameisterschaft im ungarischen Debrecen. 8239 Punkte waren das damals. Eine Leistenoperation und diverse Zipperlein am Modellkörper folgten: Die Spiele in Peking waren für den gebürtigen Offenbacher ein TV-Event. In Berlin lief es wieder. Auch, wenn der erste Tag - wie üblich - kein Wunderwerk war. Tags darauf die erwartete Steigerung: 2,02 Meter im Hochsprung und eine neue Bestmarke in seiner Angstdisziplin, dem Stabhochsprung. Mit 4,80 Meter konnte Behrenbruch seiner Höhenangst ein passables Schnippchen schlagen.
Da geht noch mehr!
Der vergleichsweise zarte Werfertyp, dessen metrosexuelle Ausstrahlung zuletzt Boulevardschlagzeilen machte, hat die Medaillengewinner Trey Hardee (USA/Gold), Leonel Suarez (Cuba/Silber) und Alexander Pogorelow (Russland/Bronze) zwar nur ein wenig gekitzelt, aber so doch einen persönlichen Sieg aus der Hauptstadt mitgenommen, der ihm, bei aller nachträglichen Ausgelaugtheit, den Weg nach London 2012 weist. Und dass er sich kürzlich, in Ratingen, den 1500-Meterlauf relativ grundlos gespart hat, ist, anders als der frühere Weltklassezehnkämpfer und olympische Silbermedaillengewinner Frank Busemann behauptete, vielleicht doch kein Zeichen von psychologischer Amoral gewesen. Vielleicht hat sich Pascal Behrenbruch ja nur einfach seine Energien richtig eingeteilt.
Leichtathletik/August
Gelungener hessischer WM-Auftakt - Sergej Litvinov wird Fünfter

Foto: Hensel
Noch vor einem Jahr war Sergej Litvinov, Sohn des gleichnamigen russischen Hammerwurfolympiasiegers von Seoul 1988, nur Leichtathletik-Insidern ein Begriff. Doch der 23 Jahre alte Sportsoldat, der dieselbe Disziplin betreibt wie sein Vater und 2008 bereits deutscher Juniorenmeister wurde, hat leistungsmäßig in diesem Jahr einen enormen Sprung gemacht und eine konstante Saison mit dem fünften Platz im Endkampf der Weltmeisterschaft von Berlin gekrönt.
Kontinuierliche Aufwärtsentwicklung
Nach einem lockeren Finaleinzug hatte der deutsche Meister von LG Eintracht Frankfurt am Montag Abend vielleicht noch nicht ganz die Abgeklärtheit, um seine relle Chance auf einen Medaillengewinn in einem von TV-Reportern immer wieder als "müde und verschlafen" bezeichneten Wettkampf zu nutzen. In seinem vierten Versuch schleuderte Litvinov den Hammer auf 76,58 Meter hinaus - eine Weite, die er nach einer kontinuierlichen Aufwärtsentwicklung während des Finales jedoch nicht noch ein weiteres Mal toppen konnte. Bundestrainer Michael Deyhle, der den jungen Werfer gemeinsam mit dessen Vater betreut, zeigte sich mit dem Ergebnis anschließend hochauf zufrieden. Deyhle: "Wir haben mehr erreicht, als wir zu träumen gewagt haben." Litvinov selbst war ohnehin nicht davon ausgegangen schon in diesem Jahr, bei seiner ersten großen internationalen Meisterschaft, in die Medaillenränge zu werfen. Diese Weltmeisterschaft sei für ihn da, um zu lernen, hatte er im Vorfeld mehrfach betont.
Kollegiale Geste
Die Goldmedaille gewann der slowenische Olympiasieger Primoz Kozmus mit einer Weite von 80,84 Metern vor Szymon Zyolkowski (Polen) mit 79,30 Metern und dem Russen Aleksej Zagoryi mit 78,09 Metern. Markus Esser (Leverkusen), der den Finaleinzug ebenfalls geschafft hatte, belegte mit 76,27 Metern und nach etlichen Fehlversuchen Rang sechs. Der in Tränen aufgelöste Athlet wurde von Sergej Litvinov dann getröstet.
Kanu/August
Hessische Medaillengarantin holt WM-Titel
Obwohl erst 23 Jahre alt, zählt Nicole Reinhardt schon seit Jahren zur Weltspitze der Kanutinnen. Die Olympiasiegerin von Peking hat auch bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Dartmouth ihre Klasse unter Beweis gestellt und mit der 4x200m-Staffel gemeinsam mit Fanny Fischer, Kathrin Müller-Augustin und Conny Waßmuth vor Ungarn und Kanada den Titel geholt. Die 2008 zur hessischen Sportlerin des Jahres gewählte Lampertheimerin gewann darüber hinaus noch drei weitere Medaillen. Mit dem K4 mussten sich die deutschen Frauen in identischer Besetzung wie mit der siegreichen 200m-Staffel nur den Ungarinnen geschlagen geben. Im K2 gemeinsam mit Fanny Fischer unterwegs, paddelte Reinhardt über 200- und 500m ebenfalls auf den Silberrang.
Schwimmen/August
Drei Medaillen für hessische Schwimmer - tolle WM-Bilanz

Happy über Bronze: Die Lagenstaffel mit Mehlhorn, Samulski, Poewe & Steffen
Mitgezogen von einer glänzenden Gesamtleistung der deutschen Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft in Rom nach den USA die zweiterfolgreichste Schwimmnation war, haben auch die hessischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hervorragend abgeschnitten. Allen voran hat Rückenspezialist Helge Meeuw (SG Frankfurt) nach dem Gewinn der Silbermedaille über 100m-Rücken mit der 4x-100m-Lagen-Staffel seinen zweiten Vizeweltmeistertitel geholt. Zum Ende des deutschen Schwimmhappenings in der Besetzung Meeuw, Hendrik Feldwehr (Delphin), Benjamin Starke (Brust) und Paul Biedermann (Kraul) am Start, sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als könnten die Deutschen den in dieser Disziplin stets überlegenen Amerikanern die Goldmedaille wegschnappen. Doch die US-Boys hielten dem Druck stand, schwammen in 3:27,28 Minuten wie gewohnt Weltrekord. In der Europarekordzeit von 3:28,58 schlugen die Deutschen vor Australien als Zweite an. Was Helge Meeuw angeht, so hatte er in 24,63 Sekunden über 50m-Rücken eine weitere Einzelmedaille als Sechster des Endlaufs nur knapp verpasst.
Mehlhorn zeigt, was sie kann
Auch die dritte "hessische" Medaille wurde mit der Staffel erzielt. Wiederum über 4x100m-Lagen waren auch die deutschen Frauen erfolgreich und sicherten sich hinter China und Australien in der neuen Europarekordzeit von 3:55,79 Minuten die Bronzemedaille. Daniela Samulski, Sara Poewe, Annika Mehlhorn (SGACT Baunatal) und Doppelweltmeisterin Britta Steffen boten eine starke Teamleistung: "Wir haben es alle zusammen durchgeknallt", sagte Poewe. Mehlhorn, die, nachdem sie im vergangenen Jahr die Qualifikation für die Olympischen Spielen in Peking verpasst hatte, so unzufrieden mit sich selbst war, dass sie den Hochleistungssport beinahe an den Nagel gehängt hätte, konnte aber auch auf den Einzelstrecken zeigen, was in ihr steckt. Zwar verfehlte sie sowohl über 100m- (14.Platz) wie auch über 200m-Schmetterling (10. Platz) das Finale, schwamm über beide Distanzen jedoch neue deutsche Rekorde (57,90 Sekunden über 100m/2:06,45 Minuten über 200m).
Blick auf die Uhr: Yannick Lebherz (DSW Darmstadt)
Der erst 20 Jahre alte Yannick Lebherz (DSW Darmstadt) war mit der 4x200m-Freistilstaffel in 7:05,62 Minuten bereits Europarekord geschwommen. Im Finale sprang für das Quartett (Paul Biedermann, Felix Wolf, Yannick Lebherz, Clemens Rapp) eine sehr guter fünfter Platz heraus. Und Lebherz, der zum ersten Mal bei einer WM mit dabei war, zeigte auch über seine Spezialstrecke, die 200m-Lagen, in der neuen deutschen Rekordzeit von 1:58,94 Minuten, dass in Zukunft mit ihm zu rechnen sein wird. Insgesamt gesehen verpasste er zwar sowohl über 200m-Lagen (13.Platz) wie auch über 200m-Rücken (15.Platz) eine Finalteilnahme im Einzel, konnte als Newcomer auf der ganz großen Bühne jedoch mit sich zufrieden sein. Lebherz: "Das war deutlich mehr, als ich im Vorhinein erwarten konnte."
Nicht zu vergessen
Für Marco Koch (ebenfalls DSW Darmstadt), der über 200m-Brust in 2:09,44 Minuten auf Rang zwölf einkam, lief es zwar weniger rund, doch hat der 19 Jahre alte Abiturient noch viel Zeit, sich in die Weltspitze hineinzuentwickeln. Johannes Dietrich (SC Wiesbaden), der deutsche Rekordhalter über 50m-Schmetterling, belegte in Rom über diese Strecke Rang 19. Darüber hinaus hat die für einen rheinland-pfälzischen Verein startende Wiesbadenerin Angela Maurer vor dem Lido di Ostia im Freiwasserschwimmen über 25 Kilometer die Goldmedaille gewonnen. Bei den Spielen in Peking war sie über zehn Kilometer noch Vierte geworden und bitter enttäuscht. Die 34 Jahre alte mehrfache Deutsche Meisterin und Europameisterin siegte bei starkem Seegang in schwer nachvollziehbaren 5: 47,48 Stunden vor Anna Uwarowa (Russland).
Schwimmen/Juli
Una storia di successo - Helge Meeuw holt Silber in Rom

Nach dem zweiten Titelgewinn von Paul Biedermann bei der Schwimmweltmeisterschaft in Rom, lag für Helge Meeuw (SG Frankfurt) etwas in der Luft. Der amtierende deutsche Meister über 100m-Rücken, der in der italienischen Hauptstadt schon im Halbfinale über seine Spezialstrecke als Zweitbester überzeugt hatte, konnte sich in einem äußerst spannenden Endlauf auf seinen Schlussspurt verlassen: Hinter dem neuen Titelträger Junya Koga (Japan) schlug der 24 Jahre alte Medizinstudent in 52,27 Sekunden und mit als Zweiter an. Mit dieser Leistung hat der nach Magdeburg, zu Lebensgefährtin und Ex-Weltklasseschwimmerin Antje Schuschschulte verzogene Wiesbadener, die "Schmach" von Peking wettmachen können, wo er als Mitfavorit über die 100m-Rücken schon im olympischen Vorlauf ausschied und anschließend über ein Karriereende sinnierte. Mit einer neuen, deutlich lockereren Einstellung hat der frisch gebackene Vizeweltmeister über 100m-Rücken dieser Tage indessen noch weitere Medaillenchancen.
Rudern/Juli
Hacker siegt auf dem Rotsee
Bei aller Begeisterung des Frankfurters für seinen Bootsklassenwechsel: So richtig hatte eigentlich niemand damit gerechnet, dass Marcel Hacker (RG Germania) mit dem Umstieg vom Einer in den Doppelvierer einen derartigen Erfolg landen- und beim Weltcup in Luzern die Nase vorn haben würde. Gemeinsam mit Tim Grohmann (Dresden), Karsten Brodowski (Berlin) und Schlagmann Tim Bartels (Magdeburg) kam der Frankfurter in 5:50,74 Minuten als Sieger vor dem britischen Boot über die Ziellinie. "Ich habe hier das letzte Mal 2003 gewonnen. Das ist schon eine Weile her. Mit zwei knackigen Spurts konnten wir das Rennen letztlich klar gewinnen", sagte der frühere Einer-Weltmeister.
Universiade/Juli
Erfolge auf breiter Ebene
Neustudentin Betty Heidler hat sich bei der Universiade in Belgrad mit der neuen persönlichen Jahresbestweite von 75,83 Metern den Titel im Hammerwerfen geholt und bei dieser Gelenheit die favorisierte Jahresweltbeste Martina Hrasnova (Slowakei) klar hinter sich gelassen. Hrasnova schleuderte den Hammer auf 72,85 Meter und wurde Zweite vor Kathrin Klaas, die 70,97 Meter erzielte. Betty Heidler hat damit unterstrichen, dass sie für die WM in Berlin gerüstet ist. Auch die Siegeserie von Ariane Friedrich fand in der serbischen Hauptstadt ihre Fortsetzung. Mit einem Satz über 2 Meter holte sich die Weltranglistenerste im Hochsprung erstmals den Titel.
Helge Meeuw schwimmt wieder deutschen Rekord
Der Rückenspezialist von der SG Frankfurt hat in Belgrad ebenfalls eine überzeugende Leistung geboten und im Finale über 100 Meter Rücken seinen erst eine Woche alten deutschen Rekord um 14 Hundertstelsekunden auf 52,94 Sekunden gedrückt. Hinter dem Japaner Ryosuke Irie holte sich Meeuw damit die Selibermedaille.
Leichtathletik/Juli
Hessischer Dreifacherfolg durch Friedrich, Heidler & Litwinow
Die Erfolgsserie der hessischen Hammerwerfer hat weiter Bestand. Bei der Deutschen Meisterschaft der Leichtathleten im Ulmer Donaustadion siegte Weltmeisterin Betty Heidler erwartungsgemäß in überlegener Manier. Bis auf 74,25 Meter schleuderte die Jurastudentin ihr Sportgerät, wobei alle sechs Würfe über 70 Meter hinausgingen. Diese Konstanz auf sehr hohem Niveau macht Hoffnung auf die Weltmeisterschaft, wo sie fraglos zu den ganz heißen Titelanwärterinnen zählt. Auch Kathrin Klaas, die in Ulm Zweite wurde, befindet sich in einer glänzenden Verfassung - an diesem Tag lag ihr bester Wurf bei 72,25 Metern. Andrea Bunjes, die mit 64,49 Metern Dritte wurde, ist ebenfalls für die WM in Berlin qualifiziert.
Schon im Vorfeld der nationalen Titelkämpfe hatte auch der 23 Jahre alte Sergej Litwinow, der ebenfalls bei Bundestrainer Michael Deyhle in Frankfurt trainert, sein Berlin-Ticket gelöst und konnte dementsprechend ganz locker zu Werke gehen. Dass er den favorisierten Titelverteidiger Markus Esser (Leverkusen) mit einem Wurf auf 76,46 Meter bezwingen- und damit seinen ersten deutschen Meistertitel holen würde, war indessen eine kleine Überraschung.
In einsamer Höhe
Um die Erfolge von Eintracht Frankfurt zu komplettieren, hat auch Höhenjägerin Ariane Friedrich ihren deutschen Meistertitel im Freien mit 2,01 Metern problemlos verteidigt. Dieser Erfolg war mehr als erwartet. Friedrich deklassierte die nationale Kokurrenz der Hochspringerinnen; Meike Kröger (LG Nord Berlin) wurde - um die Relation zu verdeutlichen - mit 1,93 Metern Zweite. Auch aus hessischer gab es noch einen zweiten Platz zu vermelden: Beatrice Marschek (LAZ Gießen), die in Berlin ebenfalls mitspringen wird, wurde mit 6,67 Metern hinter Sophie Krauel (TuS Jena) deutsche Vizemeisterin im Weitsprung.
Kanurennsport/Juni
Zwei EM-Titel für die Olympiasiegerin
Die Lampertheimerin Nicole Reinhardt, die mit dem K4 im vergangenen Jahr in Peking die olympische Goldmedaille gewonnen hat, konnte bei der Europameisterschaft auf dem brandenburgischen Beetzsee erneut ihre Klasse beweisen. Gemeinsam mit der Potsdamerin Fanny Fischer triumphierte die Hessin im Sprint über 200 Meter vor Katalin Kovács/Natasa Janic. Mit der 4x200 Meter-Staffel holte Reinhardt ihren zweiten EM-Titel, wobei sie diesmal gemeinsam mit Katrin Wagner-Augustin, Conny Waßmuth und Fanny Fischer ein Team bildete. In dieser Zusammensetzung hatte der K4 voriges Jahr Olympiagold gewonnen.
Schwimmen/Juni
Helge Meeuw überzeugt bei Deutscher Meisterschaft
Der nach wie vor immer noch für die SG Frankfurt startende Medizinstudent konnte bei sich bei den nationalen Titelkämpfen in Berlin für die Weltmeisterschaft in Rom Ende Juli qualifizieren. Helge Meeuw, der seit einiger Zeit in Magdeburg lebt, schwamm in 53,08 Sekunden einen neuen deutschen Rekord über 100m-Rücken und dominierte damit den Endlauf vor Dominik Keil (Essen/54,27 Sek.) und seinem Vereinskollegen Marco di Carli. Ein weiterer Titelgewinn, ebenfalls gepaart mit einem deutschen Rekord , gelang ihm in 24,64 Sekunden über die 50m-Rücken. Eine Silbermedaille erschwamm sich Meeuw zuzüglich über 100m-Schmetterling, wo er in 52,26 Sekunden nur den Berliner Benjamin Starke an sich vorbeiziehen lassen musste.
Auch Koch und Lebherz in Rom mit dabei
In WM-Form präsentierte sich in Berlin aber auch der 19 Jahre alte Nachwuchsschwimmer Marco Koch (DSW Darmstadt), dem bei seinem Sieg über 200m-Brust in 2:08,33 Minuten sogar ein neuer Europarekord gelang. Auch sein Vereinskollege Yannick Lebherz wird in Rom mit dabei sein, obwohl er die WM-Norm knapp verfehlt hat. Der neue Deutsche Meister über 200m- und 400m-Lagen, der über die längere Distanz in 4:14,63 Minuten die Kokurrenz um Sekunden distanzierte und damit einen längst überfälligen deutschen Rekord verbessern konnte, zählt mit seinen 20 Jahren ebenfalls zum hoffnungsvollen DSV-Nachwuchs. Bei den Frauen siegte Annika Mehlhorn (Baunatal) in der neuen deutschen Rekordzeit von 58,45 Sekunden über 100m-Schmetterling; Jenny Mensing (Wiesbaden) holte den Titel über 200m-Rücken und wurde über 100m-Rücken Zweite.
Leichtathletik/Juni
Deutschland gewinnt erste Team-EM - Friedrich wieder der Star
Am Sieg der deutschen Frauen (326,5 Punkte) bei der neu geschaffenen Team-EM in Leiria (Portugal) vor Russland (320 Punkte) und Großbritannien (303 Punkte) waren mit Ariane Friedrich und Betty Heidler (beide Eintracht Frankfurt) zwei hessische Spitzenathletinnen maßgeblich beteiligt. Hochspringerin Friedrich, die beim Golden-League-Meeting in Berlin mit 2,06 Metern gerade erst einen neuen deutschen Rekord aufgestellt hat, siegte erwartungsgemäß mit 2,02 Metern. Die Frankfurterin scheiterte anschließend jedoch an dem Versuch, die 2,07 Meter zu bezwingen. Hammerwurfweltmeisterin Betty Heidler, die sich seit Saisonbeginn ebenfalls in einer starken Verfassung zeigt, konnte ihre persönliche Jahresbestleistung abermals steigern . Mit 74,97 Metern wurde sie Zweite hinter der Polin Anita Wlodarczyk, die ihr Sportgerät 75,23 Meter weit schleuderte. Langstreckenläuferin Simret Restle (Eintracht Frankfurt) wurde über 3000 Meter indessen ein Opfer der neuen Regelung, die besagt, dass nach drei, vier und fünf Runden die Letzten jeweils ausscheiden müssen. Allerdings stieg Restle versehentlich aus - sie war gar nicht Letzte. Dieser Vorfall zeigt, dass die Kritik der Athletinnen und Athleten am neuen Regelwerk mutmaßlich ihre Berechtigung hat.
DLV-Männer noch steigerungsfähig
Bei den DLV-Männern lief es weniger rund, wobei Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) durchaus zufrieden sein konnte. In der Besetzung Stefan Schwab (Schwarzenbek), Helmke, Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) rannte die deutsche 4x100-Meter-Staffel in 38,77 Sekunden auf Rang zwei. Nur ein Hundertstel schneller waren die Italienier in 38,77 Sekunden. Auch Kamghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt) kommt in Form. Über die 400 Meter wurde der Frankfurter in 45,88 Sekunden Dritter.
Leichtathletik/Juni
Sensationell: Friedrich springt deutschen Rekord

Foto: Hensel
Nach gut einem Jahr in der Weltklasse der Hochspringerinnen durfte von Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt) zwar einiges zu erwarten sein. Dass sie jedoch den deutschen Uraltrekord von Olympiasiegerin Heike Henkel beim Golden-League-Meeting in Berlin knacken- und auf 2,06 Meter verbessern würde, kann nur als sensationell bezeichnet werden. Friedrich, die bei der Hallen-EM in Turin im Frühjahr ihren ersten großen Titel geholt hat, besiegte damit einmal mehr ihre kroatische Rivalin Blanca Vlasic, die sich mit übersprungenen 2,03 Metern auch keineswegs in einer dürftigen Form präsentierte.
Favoritenrolle unter Beweis gestellt
"Ein Traum ist wahr geworden", kommentierte Friedrich ihr eigene Spitzenleistung, die sie sogleich im ersten Versuch erzielt hatte. Im Anschluss ließ die 25 Jahre alte Polizeikommissaranwärterin die Weltrekordhöhe von 2,09 Metern auflegen und scheiterte daran nur knapp. Weniger als zwei Monate vor der Weltmeisterschaft in Berlin hat Ariane Friedrich somit an der Stelle des Geschehens ihre Favoritenrolle eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Trotzdem will sie sich nicht unter Erfolgsdruck setzen lassen. Einen Medaillengewinn formuliert sie zwar als ihr WM-Ziel - auf eine Farbe will sie sich aber nicht festlegen lassen.
Weitere hessische Spitzenleistungen
Beim ISTAF konnte sich auch die deutsche 4x100-Meter Staffel der Männer mit Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) in Szene setzen. In der Besetzung Stefan Schwab (Schwarzenbek), Till Helmke, Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) rannten die Deutschen 38,79 Sekunden und belegten damit hinter Großbritannien den zweiten Platz. Zurückgemeldet hat sich derweil auch Kamghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt), der beim 45. Internationalen Pfingstsportfest in Rehlingen in 46,27 Sekunden eine deutsche Jahresbeistleistung über 400 Meter aufstellte. Besonders erfreulich war auch der Auftritt von Weitspringerin Beatrice Marschek (LAZ Gießen) bei einem Sportfest in Wesel, wo sie mit 6,73 Metern die WM-Norm um einem Zentimeter überbot.
Auch Werfer trumpfen auf
Einmal mehr hat Hammerwurfweltmeisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) ihre gute Form unterstrichen. Bei einem Meeting in Fränkisch-Crumbach (Odenwald) siegte die gebürtige Berlinerin mit der deutschen Jahresbestweite von 74,70 Metern. Heidler, die zuletzt etliche Wettkämpfe hintereinander gewonnen hatte, verwies ihre Vereinskollegin Kathrin Klaas, die sich mit 71,41 Metern endgültig für die WM qualifizierte, auf den zweiten Rang. Auch Sergej Litvinov (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt) hat sich für die WM qualifiziert. Nachdem er die Normweite von 77,50 Metern bereits bei den Werfertagen in Halle/Saale geschafft hatte, gelang dem 23-jährigen bei der Militär-WM in Sofia, wo er Fünfter wurde, dieses Kunststück mit 77,89 Metern zum zweiten Mal. Litvinov wird damit sicher nach Berlin reisen.
Leichtathletik/Juni
Behrenbruch mit neuer Bestleistung
Es war still geworden um den Zehnkämpfer von Eintracht Frankfurt, der nach seinem überraschenden fünften Platz bei der Europameisterschaft in Göteborg 2006 eigentlich nur noch verletzt war und im vergangenen Jahr dann auch die Olympiaqualifikation für Peking nicht schaffte. Beim Traditionsmeeting im österreichischen Götzis konnte er sich nun mit einer neuen Bestleistung von 8374 Punkten eindrucksvoll zurückmelden, wobei Behrenbruch im Gesamtklassement hinter dem überlegenen Sieger Michael Schrader (Ürdingen/8522 Punkte) den zweiten Platz belegte und damit gute Chancen hat, sich für die Weltmeisterschaft in Berlin zu qualifizieren. Die Entscheidung fällt Ende Juni im Rahmen eines weiteren Wettkampfs.
Turnen/Juni
Deutsches Turnfest bietet Fabian Hambüchen perfekte Plattform
Für Deutschlands Turn-As war es eine äußerst turbulente Woche, wobei der Reckweltmeister als Turnfestbotschafter in Frankfurt nicht nur leistungsmäßig alles aus sich herausholte. Um seinen zahlreichen Fans und deren Erwartungen gerecht werden zu können, absolvierte der Wetzlarer auch zusätzliche Showauftritte. Rein sportlich begann es für ihn am Pfingstmontag mit der neu geschaffenen Champions-Trophy - einem Einladungsturnier, bei dem sich acht der weltbesten Turner um ein erkleckliches Priesgeld bemühen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten am Boden und Pauschenpferd gewann Fabian Hambüchen schließlich den Showkampf nicht zuletzt auch dank seiner formidabel vorgetragenen Reckkür. Da am Ende doch keine chinesischen und japanischen Weltklasseturner nach Deutschland gereist waren, war der Sieg des 21 Jahre alten Studenten indessen geradezu vorprogrammiert.
Hambüchen holt 25. Deutschen Meistertitel
Im Anschluss an die Champions-Trophy gewann der Hesse von TSV Niedergirmes im Laufe der Turnfestwoche noch insgesamt fünf Deutsche Meistertitel - im Mehrkampf, am Reck, beim Sprung, am Barren und überraschender Weise erstmals auch an den Ringen. Vor 5000 Zuschauern in der Ballsporthalle in Frankfurt/Höchst bot Hambüchen einmal mehr am Reck eine überzeugende Leistung. Nachdem er, seit den Olympischen Spielen in Peking, über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr an seinem Lieblingsgerät stets unsicher gewesen war oder sogar hatte absteigen müssen, zeigte er sich im Rahmen des Turnfests deutlich gefestigt. Insgesamt gesehen hat Fabian Hambüchen nun bereits 25 Deutsche Meistertitel gewonnen und rückt damit seinem Vorbild Eberhard Gienger mit 34 Titeln in jungen Jahren schon erstaunlich nahe.
Leichtathletik/Mai
Starker hessischer Nachwuchs
Bei den Werfertagen in Halle/Saale hat Sergej Litvinov (LG Eintracht Frankfurt) völlig überraschend die WM-Norm im Hammerwurf von 77,50 Metern übertroffen. Der Deutsche Juniorenmeister in dieser Disziplin erzielte mit jedem Wurf eine neue Bestleistung und beendete den Wettkampf als Zweiter hinter Markus Esser (Leverkusen) mit 77,53 Metern. Um sich endgültig für die WM im August in Berlin zu qualifizieren, muss er die Norm allerdings noch ein zweites Mal knacken.
starke Mehrkämpfer
Auch die Mehrkämpfer Carolin Schäfer und Jan-Felix Knobel (beide ebenfalls LG Eintracht Frankfurt) haben positiv auf sich aufmerksam gemacht. Die U-20-Weltmeisterin im Siebenkampf gewann in dieser Altersklasse das Mehrkampfmeeting in Bernhausen, wobei sie besonders mit ihren herausragenden Leistungen im Hürdenlauf (14,47 Sekunden) sowie im Speerwurf überzeugen konnte, wo sie mit 47,94 Metern eine neue Bestleistung erzielte. Knobel, der im U-23-Wettkampf erstmals mit Männergeräten am Start war, konnte ebenfalls überzeugen und sich mit 7626 Punkten und dem dritten Platz für die U-23-Europameisterschaft empfehlen. Die bei 7600 Punkten liegende Norm hat er vor allem dank besonders guter Leistungen in den Wurfdisziplinen erfüllt. Die endgültige Entscheidung über eine EM-Teilnahme wird im Rahmen des Mehrkampfmeetings in Ratingen jedoch erst Ende Juni fallen.
Schwimmen/Mai
Daniel Simon holt Titel und deutsche Rekorde
Bei der Internationalen Britischen Meisterschaft für Handicapschwimmer hat der junge Südhesse (DSW/VSG Darmstadt) seinen eigenen deutschen Rekord über 100m-Schmetterling um eine halbe Sekunde auf 1:01,95 Minuten verbessert . Mit dieser Leistung hat er sich in seiner Schadensklasse den Titel geholt und im "Multi-Disablitiy-Finale" die Silbermedaille gewonnen. Auch über 50 m-Freistil hat Simon in 25,11 Sekunden eine neue nationale Bestmarke aufgestellt. Wiederum siegte er damit in seiner Schadensklasse und wurde Zweiter im klassenübergreifenden Finale. Daniel Simon hat sich für die Europameisterschaft im Oktober im isländischen Reykjavik qualifiziert.
Zwei deutsche Meistertitel
Wenig später, bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft für Handicapschwimmer in Berlin, konnte Simon seinen Titel über 100m-Schmetterling bereits zum zweiten Mal verteidigen und dabei seinen deutschen Rekord in 1:01,85 Minuten erneut verbessern. Über 50m-Freistil sicherte sich der Darmstädter in 25,17 Sekunden seinen zweiten Titel; über 100m-Rücken wurde er Zweiter. Auch Robert Dörries (SV Wehrda) konnte sich mit zwei Titeln in Szene setzen. Der Student aus Marburg siegte über 400-m-Freistil in 4:34,99 Minuten und über 200m-Freistil in 2:11,29 Minuten. Vizemeister wurde er über 100m-Freistil.
Schwimmen/Mai
Helge Meeuw kommt in Fahrt
Der bislang für die SG Frankfurt startende Medizinstudent hat bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Hannover in 52,83 Sekunden nicht nur den Titel über 100m-Rücken gewonnen, sondern mit dieser sehr guten Leistung bereits die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaft in Rom unterboten. Bis zur Deutschen Meisterschaft in sechs Wochen in Berlin will er sich nun ganz aufs Training konzentrieren und keinen weiteren Wettkampf bestreiten. Helge Meeuw, der seit geraumer Zeit mit der früheren Spitzenschwimmerin Antje Buschschulte liiert ist und deshalb seit Kurzem in Magdeburg lebt, wird seiner hessischen Heimat nach der Weltmeisterschaft endgültig Adieu sagen. Bis dahin startet der 24-jährige trotz Wohnortwechsel weiter für Frankfurt.
Leichtathletik/Mai
WM-Normen reihenweise geknackt
Bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Darmstadt haben sich vor allem die Hammerwerferinnen in Szene gesetzt. Allen voran konnte die amtierende Weltmeisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) mit einem Wurf von 73,80 Metern ihre bisher gelungene WM-Vorbereitung bestätigen. Unmittelbar am selben Tag von einem Trainingslager im kalifornischen San Diego zurückgekehrt, war die für die Weltmeisterschaft in Berlin gesetzte Jurastudentin müde und nicht voll konzentriert. Um so höher ist Heidlers Leistung zu bewerten. Auch Vereinskollegin Kathrin Klaas, die Zweite wurde, machte Nägel mit Köpfen. Die ebenfalls 25 Jahre alte Polizeikommissaranwärterin, die die Qualifikationsnorm von 70 Metern für die WM in Berlin im Trainingslager in Südafrika erstmals bewältigt hatte, wuchtete ihr Sportgerät in Darmstadt auf 71,25 Meter, womit sie für Berlin endgültig qualifiziert ist. Und auch Andrea Bunjes (ebenfalls Eintracht), die im vergangenen Jahr überraschend an der gleich lautenden Olympia-Norm für die Spiele in Peking gescheitert war, fand wieder Anschluss an die Spitze. Mit 70,23 Metern übertraf die 33 Jahre alte Friesin erstmals die WM-Norm, die sie im Laufe der kommenden Wochen noch ein weiteres Mal schaffen muss.
Friedrich ebenfalls für Berlin qualifiziert
Ebenfalls in Darmstadt löste Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt) ihr Ticket für Berlin. Die Halleneuropameisterin im Hochsprung beließ es diesmal bei im ersten Versuch übersprungenen 1,95 Metern und kann sich nun in aller Ruhe auf die Weltmeisterschaft vorbereiten. Deutsche Hochschulmeisterin im Diskuswurf wurde ebenfalls eine Hessin. Sabine Rumpf (LAV Goldnener Grund) beherrschte die Konkurrenz mit 56,37 Metern deutlich.
Leichtathletik/Mai
Simret Restle wird deutsche Vizemeisterin
Die Läuferin der LG Eintracht Frankfurt hat bei der Deutschen Bahnmeisterschaft über 10.000 Meter in Bremen gezeigt, dass künftig auch auf den ganz langen Distanzen mit ihr zu rechnen sein wird. Von der Mittelstrecke kommend, zählte die 25 Jahre alte Wiesbadenerin eriträischer Herkunft durchaus zu den Mitfavoritinnen in Bremen, wo sie in 34:27 Minuten nur die weit enteilte Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon/31:45 Minuten) an sich vorbeiziehen lassen musste.
Rudern/April
Hacker wieder Deutscher Meister
Trotz seine Ankündigung, wenigstens in dieser Saison im Doppelvierer an den Start zu gehen, hat Marcel Hacker ((Frankfurter RG Germania) auf dem Beetzsee in Brandenburg seinen fünften nationalen Titel im Einer geholt. In 7:42,33 Minuten auf 2000 Metern deklassierte er seine Verfolger Stephan Krüger (Portsdam) und Eric Knittel (Berlin) bei schwierigsten Bedingungen und ist sich angeblich auch nicht mehr so sicher, ob er tatsächlich auf eine andere Bootsklasse umsteigen will.
Leichtathletik/April
Gestärkt aus dem Leistungstief
Die Nachwuchsläuferin Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) ist im bayerischen Aichach Deutsche Juniorenmeisterin im Halbmarathon geworden. In 1:19,01 Stunden konnte die Abiturientin aus Erbach im Odenwald ihr großes Talent unter Beweis stellen. Als Tochter von Lauf-Legende Karin Dörre-Heinig, die in den 90er Jahren gleich zweimal den Frankfurt-Marathon gewinnen konnte, dürfte von der 19-jährigen künftig noch einiges zu erwarten sein. Nachdem die bereits 26-fache hessische Titelträgerin im vergangenen Jahr ein Leistungstief durchlebt hatte, kann sie sich inzwischen wieder gut vorstellen, es ihrer Mutter nachzutun und mit 20 Jahren den ersten Marathon zu laufen. Bei der U-23-Europameisterschaft in Kaunas (Litauen) wird sie allerdings über die 10.000 Meter an den Start gehen.
Fußball/April
Ein Sieg für den Frauenfußball
Noch vor wenigen Jahren wäre es unvorstellbar gewesen, mit einem Frauenländerspiel das damalige Frankfurter Waldstadion zu füllen. Doch beim Freundschaftsspiel Deutschland-Brasilien, das nach Toren von Anja Mittag (Potsdam/24.Minute) und Maurine (36.) 1:1-Unentschieden endete, ist genau dieser Fall eingetreten. Mit insgesamt 44 825 Zuschauern war die Commerbank-Arena rekordverdächtig gefüllt, was zwei Jahre vor Beginn der Frauenweltmeisterschaft 2011 eine perfekte Einstimmung auf das bevorstehende Großereignis darstellte.
Zwar konnte die deutsche Nationalelf, der neben Spielführerin Birgit Prinz mit Kerstin Garefrekes und Saskia Bartusiak insgesamt drei Spielerinnen des 1.FFC Frankfurt angehörten, gegen die Erzrivalinnen aus Südamerika keinen sportlichen Sieg herausarbeiten. Eine spielerische Überlegenheit der Deutschen war an diesem Tag jedoch unübersehbar und gibt Hoffnung auf die angestrebte Verteidigung des 2007 in China gewonnenen WM-Titels vor heimischem Publikum.
Kanurennsport/April
Olympiasiegerin Nicole Reinhardt auf Erfolgskurs
Die 23 Jahre alte Kanutin aus Lampertheim, die bei den Spielen in Peking die Goldmedaille mit dem Kajak-Vierer (K4) gewonnen hat, präsentiert sich derzeit in blendender Verfassung. Bei der ersten nationalen Qualifikation für die Europameisterschaft im Juni in Brandenburg konnte sich die inzwischen in Potsdam trainierende Hessin gegen ihre Bootspartnerinnen Conny Wasmuth (Magdeburg), Fanny Fischer und Kathrin Wagner-Augustin (beide Portsdam) klar durchsetzen. Auch der Olympia-Fünfte Max Hoff (Raunheim) siegte in der so genannten Überdistanzprüfung überlegen vor Norman Zahm (Essen) und Paul Mittelstedt (Neubrandenburg).
Turnen/April
Historischer Mehrkampf-Triumph für Fabian Hambüchen
Nach außen hin wirkte es so, als hätte Fabian Hambüchen bei der Europameisterschaft in Mailand vor allem ein Ziel gehabt: Die abermalige Verteidigung seines schon insgesamt dreimal gewonnenen EM-Titels am Reck. Doch an seinem Paradegerät hat ihn zuletzt das Glück verlassen. Angefangen bei den Olympischen Spielen in Peking, wo der Weltmeister trotz Sturz noch die Bronzemedaille gewinnen konnte, reihten sich diverse suboptimale Reck-Vorführungen seither aneinander. Und auch bei der EM-Qualifikation in Mailand stürzte der Wetzlarer beim Kolman-Salto vom Gerät und verfehlte sogar das Gerätefinale.
Erster Sieg nach Jahrzehnten
Doch Fabian Hambüchen, der sich, ohne dass es die Öffentlichkeit wirklich wahrgenommen hätte, immer zuerst auch als Allrounder gesehen hatte und diesem Anspruch zuletzt bei der WM 2007 in Stuttgart mit Einzelsilber gerecht wurde, ließ sich nicht hängen. Dem schon aufkommenden Gemunkel, der 21 Jahre alte BWL-Student durchlaufe eine Krise, begegnete Hambüchen mit dem dafür am besten geeigneten Mittel: Einem herausragenden Erfolg. Sein Sieg im EM-Mehrkampf ist der erste deutsche Triumph in dieser Disziplin seit vielen Jahrzehnten. Exakt vor 73 Jahren - bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin - war es Alfred Schwarzmann gewesen, der in dieser Disziplin die Goldmedaille gewann.
Titel auch am Boden
Mit 89,175 Punkten dominierte der Hesse, der am Reck den Kolman-Salto weggelassen hatte, vor Daniel Keatings (England) mit 88.275 Punkten und Juri Rjasanow (Russland) mit 88,20 Punkten. "Das ist genial", freute sich Hambüchen und setzte mit einem zusätzlichen EM-Titel im Bodenturnen "noch einen drauf." Am Barren, wo er während des Mehrkampfs Probleme hatte und absteigen musste, sicherte er sich im Gerätefinale schließlich die Bronzemedaille; am Sprung wurde er Siebter.
Rudern/April
Hacker wechselt die Bootsklasse
Nach seinem Ausflug zum englischen Traditionsrennen "Head of the river", wo der Frankfurter im "Great 8"-Achter den Sieg auf der Themse in London davontrug, hat sich Marcel Hacker nun entschlossen, vorerst nicht mehr im Einer an den Start zu gehen. In der Saison 2009 jedenfalls wird der Ex-Weltmeister im Doppelvierer zu sehen sein. Seine derzeit gute Form hat er bei einem Langstreckentest über 6000 Meter in Leipzig unter Beweis gestellt. In 22:16 Minuten siegte er vor den zeitgleichen Eric Knittel (Berlin) und Stephan Krüger (Potsdam).
Tischtennis/März
Timo Boll so gut wie noch nie
Wenige Wochen vor der Einzel-Weltmeisterschaft in Yokohama (Japan) ist Hessens Sportler des Jahres von sich und seiner Form überzeugt. Nachdem er Anfang März in Bielefeld seinen neunten deutschen Meistertitel gewonnen hatte und sich wenig später, beim Finale der German Open in Bremen, souverän gegen seinen ständigen europäischen Widersacher Wladimir Samsonow (Weißrussland) durchgesetzt hatte, dürfte Timo Boll jetzt nur noch ein Ziel im Auge haben: Eine Medaille bei der WM.
Auf den Spuren von Jan-Ove Waldner
Noch nie in den zehn Jahren seiner Zugehörigkeit zur Weltklasse ist das dem Odenwälder bisher gelungen. Anders als der Schwede Jan-Ove Waldner, der in den Jahren 1989 und 1997 Einzelweltmeister wurde und 1992 in Barcelona Olympiasieger, hat Timo Boll die als beinahe unschlagbar geltenden chinesischen Top-Spieler bisher nur bei Weltcup-Turnieren in die Knie zwingen können - so zuletzt im Februar bei den Katar Open den amtierenden Olympiasieger Ma Lin. Solche Sternstunden waren für Boll zuletzt jedoch rar gesäht. Eine Knieverletzung hatte ihn im vergangenen Jahr so weit zurückgeworfen, dass er bei den Spielen in Peking keinerlei Chance gegen die Gastgeber hatte.
Reif für eine WM-Medaille
Doch nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille mit der Mannschaft, seiner unangefochtenen Titelverteidigung bei der Europamesiterschaft im russischen St. Petersburg im vergangenen Spätherbst und diversen seither erreichten Turniersiegen , ist der 28 Jahre alte Erbacher für eine interkontinentale Einzelmedaille schon beinahe überfällig. Die Chinesen jedenfalls werden hoffentlich zurecht vor Timo Boll zittern.
Rudern/März
Marcel Hacker erfolgreich auf Abwegen

Nachdem der Einer-Weltmeister von 2002 nach den Olympischen Spielen in Peking schon über ein Karriereende siniert hatte, nimmt er jetzt wieder Fahrt auf. Bei der traditionellen englischen Langstreckenregatta "Head of the river" auf der Themse in London hat Marcel Hacker (RG Germania Frankfurt) im Achter der weltbesten Skuller Platz genommen und mit den so genannten "Great 8" einen Sieg gegen das engliche Boot vom Leander Club errungen. Auf der 5,8 Kilometer langen Strecke konnten sich die ausnahmsweise gemeinsam agierenden Solisten in 17:24 Minuten und mit einem Vorsprung von vier Sekunden klar durchsetzen. Überraschend fand Hacker die gute Abstimmung unter den Einzelkämpfern: "Das war eine absolut geniale Sache. Ich hätte nie gedacht, dass wir alle so gut als Team funktionieren." Neben dem inzwischen 32 Jahre alten, gebürtigen Magdeburger hatten u.a. der norwegische Olympiasieger Olaf Tufte und Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland) in dem außergewöhnlichen Boot Platz genommen.
Schwimmen/März
Simon und Lebherz mit deutschen Rekorden

Bei den in Esbjerg ausgetragenen Danish Open für behinderte Schwimmer konnte Daniel Simon, der amtierende internationale deutsche Meister über 100m-Schmetterling, besonders auf der 50-Meter-Distanz überzeugen, wo er in 27,74 Sekunden einen neuen deutschen Langbahnrekord aufstellte. Daniel Simon (VSG Darmstadt), der die alte Bestmarke um zwei Zehntel verbesserte, belegte über 100m-Schmetterling in 1:04,87 Minuten Rang vier und erreichte über 50m-Rücken dieselbe Platzierung.
Ebenfalls aus Darmstadt kommt Yannick Lebherz (DSW), der als eines der größten Talente im Deutschen Schwimmverband (DSV) gilt. Beim US-Grand Prix in Austin/Texas konnte der Student und Hessische Newcomer des Jahres 2007 diese Erwartungen bestätigen und schwamm in 2:00,09 Minuten einen deutschen Rekord über 200m-Lagen.
Leichtathletik/März
Ariane Friedrich triumphiert in Turin
Bei der Halleneuropameisterschaft der Leichtathleten in Turin hat die Hochspringerin von Eintracht Frankfurt ihren ersten großen Titel gewonnen. Auch Hammerwerferin Betty Heidler ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

Foto: Hensel
Gemessen an den zahlreichen Siegen und Zwei-Meter-Sprüngen, die Ariane Friedrich während der vergangenen Wochen auf Platz 1 der Weltrangliste katapultiert haben, ist ihr in Turin mit 2,01 Metern errungener Europameistertitel nur konsequent. Dabei stand der Wettkampf für die 25 Jahre alte Kommissarin zunächst unter keinem guten Stern. Mit einer Erkältung in die norditalienische Metropole gereist, musste sie um ihre Leistungsfähigkeit bangen. Hinzu kam der Tod der Mutter ihres Traines Günther Eisinger, der auch die inzwischen 25 Jahre alte Athletin nicht unberührt ließ.
Ein logischer Sieg
Ariane Friedrich, die sich auf ein Duell mit der kroatischen Weltmeisterin Blanka Vlasic eingestellt hatte, sah sich schlussendlich jedoch ganz anderen Kontrahentinnen gegenüber. Vlasic strauchelte überraschend bereits bei 1,95 Metern und überlies damit Friedrich fast kampflos den Titel. Die Silbermedaille gewann die Spanierin Ruth Beitia mit 1,99 Metern vor der Russin Viktoria Kljugina, die 1,96 Meter übersprang. Für Ariane Friedrich, die bei der Hallenweltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Valencia zwar das Finale erreichte, dort aber früh ausschied, und die als Mitfavorition auch bei den Olympischen Spielen in Peking wegen einer Muskelverhärtung "nur" Siebte wurde und damit hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben war, ging mit dem EM-Titel ein Traum in Erfüllung: "Der Titel bedeutet mir alles. Es war mein geheimster Wunsch", freute sich Friedrich, die nach einem mißglückten Versuch über 2,03 Meter den Wettkampf beendete.
Spitzenleistungen auch in Südafrika
Bei einem Testwettkampf, der im Rahmen eines Trainingslagers im südafrikanischen Germiston ausgetragen wurde, hat auch Hammerwurfweltmeisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) aufhorchen lassen. Heidler, die im Sommer ihren WM-Titel in ihrer Heimatstadt Berlin verteidigen möchte, siegte mit hervorragenden 74,25 Metern. Auch Heidlers Vereinskolleginnen Kathrin Klaas (73,34 Meter) präsentierte sich stark. Beide Athletinnen sind somit fit für den Winterwurf-Europacup Mitte März im spanischen Los Realejos.
Tischtennis/Februar
Bammel vor Boll
Deutschlands Tischtennis-As Timo Boll bleibt zwei Monate vor der Weltmeisterschaft in Yokohama (Japan) beständig in Top-Form. Seine Weltklasse konnte der 27 Jahre alte Odenwälder zuletzt bei den Katar Open in Doha mit einem Sieg gegen Olympiasieger Ma Lin unter Beweis stellen. Mit 4:3 Sätzen konnte sich Timo Boll gegen den Chinesen durchsetzen - ein Erfolg, der auch von psychologischer Bedeutung sein dürfte: "Nach einigen Niederlagen gegen Ma Lin war das ein wichtiger Sieg für mich. Die Chinesen werden sich ohnehin gezielt auf mich vorbereiten, jetzt vielleicht sogar noch etwas gezielter", sagte der Weltranglistenvierte, der sich im vergangenen Jahr an den Asiaten stets die Zähne ausgebissen hatte.
Aktuell läuft es deutlich besser. Insgesamt drei Siege konnte Boll bei den Turnieren in Katar und vorher in Kuweit gegen die chinesische Phalanx verbuchen und blieb im Halbfinale von Kuweit lediglich dem Weltranglistenersten Wang Hao mit 2:4 Sätzen unterlegen.
Leichtathletik/Februar
Überlegener Sieg - Friedrich holt deutschen Hallentitel
Etwas anderes war eigentlich nicht zu erwarten. Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt), die die Weltrangliste der Hochspringerinnen momentan anführt, hat sich bei der Deutschen Hallenmeisterschaft der Leichtathleten in Leipzig zum vierten Mal hintereinander den Titel geholt. Mit übersprungenen zwei Metern siegte sie überlegen vor Meike Kröger (LG NORD BERLIN) mit 1,92 Metern und Julia Hartmann (TSV Bayer 04 Leverkusen), die 1,87 Meter überquerte. Nach ihrem Satz über 2,05 Meter in Karlsruhe, hat Friedrich die 2,06 Meter nur ganz knapp verfehlt. Für die Hallen-Europameisterschaft in zwei Wochen in Turin hat sich die Polizeikommissarin viel vorgenommen. Sie gedenkt nämlich einmal mehr die kroatische Weltmeisterin Blanka Vlasic zu schlagen. Friedrich: "Ich bin fit für Turin."
Zwei dritte Plätze
Weitere gute Leistungen erzielten aus hessischer Sicht Friedrich´s Springerkollege Martin Günther (ebenfalls Eintracht Frankfurt), der mit 2,18 Metern auf dem dritten Rang landete, sowie der Sprinter Nils Müller (TSV Friedberg Fauerbach), der über 200 Meter in 21,56 Sekunden Fünfter wurde. Die 4x200-Meter-Staffel der Wetterauer landete hinter dem TV Wattenscheid 01 und TuS Jena in 1:26,34 Minuten ebenfalls auf Rang drei.
Turnen/Februar
Fabian Hambüchen startet erfolgreich in die neue Saison
Deutschlands Vorzeigeturner hat mit einem Sieg beim 34. American Cup im Sears Center von Chicago wieder einmal seine Klasse unter Beweis gestellt. Der Wetzlarer, der nach einer Finger-Operation von medizinischer Seite grünes Licht für den Wettkampf bekommen hatte, zeigte vor allem am Reck eine Spitzenleistung. Als Weltmeister an diesem Gerät turnte Hambüchen die Höchstnote von 15,75 Punkten und verwies damit den US-Amerikaner David Sender auf Rang zwei der Gesamtwertung. Fabian Hambüchen, der das Jahresauftaktevent mit insgesamt 90,65 Punkten gewann, war mit seiner Vorstellung in Chicago zufrieden, will seine Übungen aber bis zur Weltmeisterschaft im Oktober in London noch weiter aufstocken.
Leichtathletik/Februar
In schwindelnder Höhe - Friedrich überspringt 2,05 Meter
Keine anderer deutscher Leichtathlet steht während der Hallensaison derart im Fokus wie Ariane Friedrich. Von Meeting zu Meeting, von Meisterschaft zu Meisterschaft eilend, hat die Frankfurterin dieser Tage in Karlsruhe einmal mehr gezeigt, wozu sie derzeit in der Lage ist. Im direkten Vergleich mit der amtierenden Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien), den sie wegen der geringeren Fehlerzahl für sich entschied, nahm Friedrich sowohl die 2,03 wie auch die 2,05 Meter im ersten Versuch. Diese Höhe markiert für die Polizeikommissarin nicht nur eine neue persönliche Bestmarke - Friedrich hat sich mit dieser Leistung in der ewigen Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), direkt hinter der früheren Olympiasiegerin Heike Henkel, die einst über 2,07 Meter floppte, an die zweite Stelle gesetzt. Gute Voraussetzungen für die Deutsche Hallenmeisterschaft kommende Woche in Leipzig.
Tischtennis/Februar
Timo Boll unterstreicht seine Dominanz in Europa
Beim Europa-Top-12-Turnier in Düsseldorf hat der Weltranglistenvierte einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er auf dem Kontinent derzeit eine Ausnahmestellung inne hat und quasi keinen Gegner zu fürchten braucht. Zwar hatte er zuletzt, bei den Danish Open, wo er bereits im Viertelfinale ausschied, ein wenig geschwächelt. Doch Timo Boll, der laut Bundestrainer Richard Prause zuletzt sehr hart trainiert habe, konnte seine Wettkampfform wieder stabilisieren. In Düsseldorf stand Boll im Finale gegen den Weißrussen Wladimir Samsonow an der Platte, der bereits im EM-Finale gegen den Erbacher verloren hatte. Auch diesmal behielt Boll die Oberhand, wobei er es allerdings besonders spannend machte. Gegen seinen europäischen Dauerrivalen bereits ins Hintertreffen geraten, konnte er sich am Ende noch entscheidend steigern und das Match mit 4:3 Sätzen gewinnen.
Leichtathletik/Februar
Friedrich, Heidler & Knobel lassen aufhorchen
Ganz besonders Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt), die seit Mitte Januar quasi wöchentlich einen Wettkampf absolviert, befindet sich in einer beständig guten Verfassung. Nachdem sie im schwedischen Göteborg, bei ihrem dritten Auftritt während der Hallensaison 2009, zum dritten Mal die zwei Meter überquert hatte, ist ihr beim Meeting mit Musik im thüringischen Arnstadt ein Satz über 2,02 Meter gelungen, womit sie ihre eigene Hallenbestleistung eingestellt hat. "Ich bin sehr zufrieden. Jedes Mal, wenn es über zwei Meter geht, ist das ein Wahnsinnsgefühl", betonte Friedrich, damit hinter der Kroatin Blanca Vlasic, die in Stuttgart über 2,04 Meter sprang, Weltranglistenzweite ist.
Leistungen, die Hoffnung machen
Auch Hammerwurfweltmeisterin Betty Heidler (Eintracht Frankfurt) ist inzwischen zu ihrem ersten Einsatz 2009 gekommen: Bei der internen Auscheidung zur Teilnahme an der europäischen Winterwurfchallenge im März auf Teneriffa hat die Frankfurterin 67,39 Meter erzielt und damit vor Vereinskollegin Kathrin Klaas (65,45 Meter) den Wettkampf gewonnen. Auch Zehnkämpfer Jan-Felix Knobel hat bei einem Meeting im estnischen Tallin gezeigt, dass im Sommer mit ihm zu rechnen ist. Bei seinem ersten Wettkampf bei den Männern belegte der amtierende U20-Weltmeister mit einer guten Vorstellung und Bestleistungen über 60 Meter, im Weitsprung und Kugelstoßen am Ende mit 5487 Punkten Rang zwölf.
Leichtathletik/Februar
Erfolgreichstes Bundesland bei der Süddeutschen Meisterschaft
Insgesamt acht Titel konnten Hessens Leichtathleten in der Hanauer August-Schärttner-Halle ergattern, wobei Olympia-Sprinter Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) aus hessischer Sicht die herausragende Leistung bot: Mit seinem Sieg im Kurzsprint über 60 Meter in 6,82 Sekunden konnte sich der 24 Jahre alte BWL-Student gegenüber seinem ebenfalls siegreichen Auftritt bei der Hessenmeisterschaft an selber Stelle vor zwei Wochen noch einmal leicht verbessen. Helmke, der die Hallensaison vorwiegend als Training unter Wettkampfbedingungen ansieht, arbeitet derzeit intensiv an seiner Beschleunigungsfähigkeit, wofür ihm die 60 Meter gerade recht kamen. Der viertbeste Deutsche aller Zeiten über die 200 Meter war auf seiner Spezialstrecke wegen der hohen Belastung für die Gelenke in den Kurven im Einzel gar nicht erst an den Start gegangen. Mit der 4x200-Meter-Vereinsstaffel seines Vereins holte er jedoch in 1:26,26 Minuten den zweiten Titel.
Frauen besonders in Form
Weitere hessische Titel gingen über 60-Meter Hürden an Lara-Joy Hirt (8,39 Sekunden; LG Seligenstadt), im Weitsprung mit 6,10 Metern an Claudia Rath (LG Dornburg), im Dreisprung mit 12,61 Metern an Isabel Pfeifer (TV Gelnhausen) , bei den Kugelstoßerinnen mit 14,80 Metern an Meike Naumann (TSV Frankenberg) sowie bei den Männern an den Sprinter Nils Müller (TSV Friedberg-Fauerbach), der die 200 Meter in 21,91 Sekunden gewann. Darüber hinaus sprang noch ein hessischer Titel bei der 3x1000-Meter-Staffel in 7:24,46 Minuten für die StG Treysa/Usingen heraus.
Deutscher Mehrkampftitel für Carolin Schäfer
Im Hallen-Fünfkampf der weiblichen Jugend A konnte sich Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) in Hamburg mit 4098 Punkten klar durchsetzen. Gegenüber 2008, wo Schäfer noch bei der B-Jugend angetreten war und ebenfalls gewonnen hatte, konnte sich die Junioren-Weltmeisterin im Siebenkampf um 230 Punkte steigern. Über 60 Meter lief sie in 8,78 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit, stellte mit 1,78 Metern beim Hochsprung ihre Bestleistung ein, stieß 12,64 Meter mit der Kugel und sprang 5,67 Meter weit. Den abschließenden 800-Meter-Lauf beendete Schäfer nach 2:26,67 Minuten.
Schwimmen/Januar
Lebherz und Meeuw überzeugen bei Euro-Meet
Bei dem heuer zum elften Mal ausgetragenen Jahresauftakt-Schwimmfest in Luxemburg konnte sich vor allem Yannick Lebherz (DSW Darmstadt) in Szene setzen. Der 20 Jahre alte Student, der 2007 in Hessen zum Newcomer des Jahres gewählt worden war, siegte über die 400m-Lagen in der neuen Veranstaltungsrekordzeit von 4:22,35 Minuten. Über 200m-Lagen war er in 2:03,33 Minuten erfolgreich und über 200m-Rücken in 2:02,28 Minuten. Der Frankfurter Helge Meeuw reüssierte über die kürzeren Rückendistanzen. Auf der 50m-Strecke war der Medizinstudent 25,26 Sekunden unterwegs; für 100m benötigte er 55,80 Sekunden.
Leichtathletik/Januar
Klaas & Rumpf siegen in Frankfurt
Bei der hessischen Winterwurfmeisterschaft im Werfer-Leistungszentrum in F-Niederrad hat Olympiateilnehmerin Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) ihren Erfolg von 2008 wiederholt und mit guten 66,25 Metern den Titel im Hammerwerfen geholt. In Abwesenheit von Weltmeisterin und Vereinskollegin Betty Heidler siegte Klaas mit einem eindrucksvollen Vorsprung von mehr als zehn Metern vor Gabi Wolfarth und Kristin Steinert (beide ebenfalls LG Eintracht). Bei den Diskuswerferinnen konnte sich Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) mit 55,40 Metern vor ihren Vereinskolleginnen Julia Bremser (54,26 Meter) und Meike Naumann (45,76 Meter) durchsetzen.
Leichtathletik/Januar
Hessenmeisterschaft wird zu Ariane Friedrich´s Galavorstellung
Dass die 24 Jahre alte Frankfurterin ihren Hessentitel in der Hanauer August-Schärttner-Halle verteidigen würde, stand bereits vor dem ersten Sprung außer Frage. Unklar war nur die Höhe, mit der die Olympia-Siebte im Hochsprung von Peking das neues Jahr sportlich einläuten würde. Für Ariane Friedrich, die den Sprung über die Latte seit Monaten quasi nur noch simuliert, um mit dieser schonenden Trainingsform neue Blessuren an Gelenken und Rücken zu vermeiden, ist die Hessenmeisterschaft ein gutes Pflaster. Im vergangenen Jahr in Stadtallendorf hatte ihr Höhenrausch bei diesem Anlass begonnen.
Als Weltranglistenerste zu den kommende Wettkämpfen
Auf 1,97 Meter schraubte sich die wieder erblondete Eintracht-Frau damals hinauf; dieses Mal überquerte sie - sozusagen aus dem Stand - gleich die zwei Meter. Friedrich, deren Bestmarke aktuell bei stolzen 2,03 Metern notiert ist, hat sich bei ihrem Auftritt in Hanau an die Spitze der Weltrangliste gesetzt. Von ihren Kontrahentinnen war binnen der ersten beiden Januarwochen noch keine auch nur annährend an die zwei Meter-Schallmauer herangekommen. "Die anderen kochen auch nur mit Wasser", sagte Trainer Günther Eisinger, der wegen des beinahe ausschließlichen Simulationstrainings selbst nicht so gut einschätzen konnte, was Friedrich zu leisten im Stande war.
Helmke in guter Form
Aber auch BWL-Student Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) zeigte sich beim leichtathletischen Jahresauftakt in einer guten Verfassung. Der Olympia-Fünfte von Peking mit der 4x100 Meter-Staffel konnte seinen Titel über 60 Meter in 6,85 Sekunden vor seinem Vereinskollegen und Dauerrivalen Nils Müller (6,90 Sekunden) verteidigen. "Das ist als 200-Meter-Mann ja gar nicht seine Strecke. Um so höher ist seine Zeit einzuschätzen", sagte HLV-Präsidentin Anja-Wolf Blanke. Helmke, der den Winter über an seiner Spritzigkeit arbeiten will, siegte zusätzlich mit der 4x200-Meter-Staffel des TSV Friedberg-Fauerbach in 1:27,11 Minuten.
Tischtennis/Januar
Timo Boll scheitert ganz knapp am Weltmeister
Seit den olympischen Spielen in Peking war es das erste Aufeinandertreffen des Weltranglistenvierten und dreifachen Europameisters mit seinen zuletzt übermächtig erscheinenden chinesischen Kontrahenten. Doch beim Turnier der Champions in Changsa (China) konnte Timo Boll (Erbach) trotz seiner Halbfinalniederlage gegen Weltmeister Wang Liqin einmal mehr deutlich machen, dass auch 2009 mit ihm zu rechnen ist. Der frühere Weltranglistenerste, der den dominanten Chinesen in der Vergangenheit schon so manche bittere Niederlage hatte zufügen können, war gegen Liqin bereits in Führung gegangen, um im entscheidenden Satz dann doch noch denkbar knapp - mit 3:4 - am amtierenden Weltmeister zu scheitern.
Lockerer Sieg gegen Persson
Für das erste internationale Tischtennis-Topevent des Jahres 2009 hatte sich der Odenwälder nicht gezielt vorbereitet, sondern die Zeit zwischen den Jahren für ein wenig Entspannung genutzt. Um so zufriedener war er bei diesem mit 250.000 Dollar höchstdotierten Turnier der Welt mit seiner Leistung, die für die Einzelweltmeisterschaft im April im japanischen Yokohama zweifellos hoffen lässt. Dass Boll auf europäischer Ebene derzeit quasi unschlagbar ist, unterstrich er in Changsa mit einem lockeren 4:1-Viertelfinalsieg gegen den Schweden Jörgen Persson, der trotz seiner 42 Jahre bei den Spielen in Peking den vierten Platz im Einzel belegt hatte und für Boll insofern fraglos ein wichtiger Gradmesser ist. Was Bolls weitere Entwicklung angeht, so ließ Bundestrainer Richard Krause anklingen, dass sich sein Team derzeit noch im Aufbau befinde; die Herausforderung gegen die chinesische Phalanx sei ein bisschen zu früh gekommen.
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