Nahe am Athleten, nahe am Menschen

Der Herbstempfang der Stiftung Sporthilfe Hessen in der Eventlocation ML 50 im Frankfurter Bankenviertel war mehr als ein gepflegter Austausch von hessischen Spitzenathleten, Sportinsidern und Förderern aus Wirtschaft und Politik - Sinn und Zweck der Stiftungsarbeit wurden in ihren menschlichen Facetten nachvollziehbar gemacht.
Was alleine hinter eine Reckübung steht und welche Entwicklung sich im Spitzenturnen speziell an diesem Gerät binnen der vergangenen Jahre vollzogen hat, machte Fabian Hambüchen deutlich: "Bei den Spielen in Athen hat eine Reckübung noch 30 Sekunden gedauert, mittlerweile sind es schon 50 Sekunden. Da hat sich eine dramatische Entwicklung abgespielt. Es ist brutal schwer geworden", sagte der Weltmeister von 2007. Angesichts derartiger Anforderungen sei es "enorm wichtig, so eine Stiftung im Rücken zu haben."
Schule und Sport unter einen Hut bringen
Auch der 18 Jahre alte Judoka Alexander Wieczerzak, der bei der Deutschen Meisterschaft in diesem Jahr Dritter wurde, hat der durch die Stiftung geleisteten Nachwuchsförderung bereits viel zu verdanken: "Vor zwei Jahren, nach meiner Meniskus-OP, hat mir der Olympiastützpunkt sehr geholfen. Vor allen was die Physiotherapie angeht", erinnert sich der Gymnasiast, der Schule und Hochleistungssport in der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt optimal miteinander verknüpfen kann.
Gedankenaustausch unter Sportlern
Hessens Innenminister Volker Bouffier kam im Rahmen seiner Rede auch auf den Tod des deutschen Nationaltorhüters Robert Enke zu sprechen. Er nahm dieses traurige Ereignis zum Anlass, die menschlichen Aspekte des Stiftungsgedankens hervorzuheben: "Mir ist es ein Anliegen, nicht nur an Enke zu erinnern, sondern zu sagen, dass es die Aufgabe unserer Stiftung ist, unsere Athleten gerade auch dann zu betreuen, wenn sie nicht erfolgreich sind. Junge Menschen sind keine Maschinen und wir wollen keine blinde Jagd nach Medaillen", so der Minister, der die Gäste des Herbstempfangs dazu aufforderte: "Machen Sie sich zu Werbern und Mitarbeitern unserer Stiftung."
Mehr als ein Geldgeber
Kuratoriumsmitglied Thomas Deiniger (Unternehmensberatung Deininger) machte innerhalb der kleinen Talkrunde mit Fabian Hambüchen, Alexander Wieczerzek und dem sehbehinderten Weltklasseschwimmer Daniel Simon deutlich, was Menschlichkeit innerhalb der Stiftungsarbeit bedeutet: "Wir wollen erfahren, wo wir euch helfen können. Und das wollen wir nicht nur mit Kohle, sondern Patenschaften entwickeln und mit einem gewissen Vorbild zur Seite stehen!"
Im Gespräch: Dr. Müller & Eike Schulz
Auch LSB-Präsident Dr. Rolf Müller, der herausstellte, das die Gründung der Stiftung Sporthilfe Hessen im Jahre 2002 ein wichtiger Schritt weg von einer rein staatlichen Unterstützung der Sportlerinnen und Sportler sei, betonte die menschliche Note der Stiftungsarbeit: "Kein Olympiasieger fällt als solcher vom Himmel. Wir wollen das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe organisieren." rosa
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