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Erfolge 2007
Erfolge 2008
Erfolge 2009
Erfolge 2010
Erfolge 2011
Schwimmen/Dezember
Erfolgreiches Abschneiden
Bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Stettin (Polen) haben die hessischen Schwimmerinnen und Schwimmer zwar keine Medaille gewonnen, konnten aber mit sehr guten Leistungen berechtigte Hoffnungen auf das Olympiajahr wecken.
Vor allem Jan-Philipp Glania (SG Frankfurt) bestätigte die hervorragenden Leistungen, mit denen er bereits während der herbstlichen Weltcup-Tour hatte aufwarten können. Über 100m- (51,65 Sekunden) und 200m-Rücken (1:51,59 Minuten) erreichte der 23 Jahre alte Zahnmedizinstudent jeweils den vierten Platz. "Das ist ein klasse Ergebnis", freute sich Bundesstützpunkttrainer Martin Grabowski, der Glania's Zeiten "schon richtig konkurrenzfähig" findet. Der jüngst in den DSV-Olympiakader aufgenommene Athlet, der während der aktuellen Kurzbahnsaison erste internationale Wettkampferfahrungen sammelte, gilt als extrem ehrgeizig und hat sich die Teilnahme an den Spielen in London zum Ziel gesetzt.
Neue Saisonbestzeit
Mit einer Medaille hatte Marco Koch (DSW Darmstadt) derweilen geliebäugelt. Während des Sommers von einem Bandscheibenvorfall zurückgeworfen, hatte der Titelverteidiger über 200m-Brust zuletzt mit einem dritten Platz im Gesamtklassement der mehrwöchigen Weltcup-Tour überzeugt und auch bei der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaft zwei Siege davongetragen. Zwar konnte er sich in Stettin in der Saisonbestzeit von 2:04,41 Minuten über 200m-Brust noch einmal steigern und knapp an seinen nationalen Rekord aus der Zeit der Hightech-Anzüge heranschwimmen - für mehr als einen vierten Platz reichte es trotzdem nicht. Grabowski: "Zur Silber- und Bronzemedaille waren die Zeitabstände ganz knapp, es hätte insofern auch anders ausgehen können."
Kräfte schonen
Auch Yannick Lebherz (ebenfalls DSW Darmstadt) konnten seinen EM-Titel über 200m-Rücken nicht verteidigen, wobei er ohnehin schon mit gedämpften Erwartungen nach Polen gereist war. Geschwächt von einer Erkältung erreichte er in 1:54,35 Minuten im Endlauf den siebten Rang; über 400m-Lagen verzichtete er auf einen Start. "Es handelt sich ja nicht um die Olympischen Spiele. Insofern ist das auch nicht so der Beinbruch", sagte Martin Grabowski und verwies unter dem Aspekt des heranbrechenden Olympiajahres darauf, dass Spitzenschwimmer nicht häufiger als zwei bis dreimal im Jahr absolute Höchstleistungen erbringen könnten. Zum momentanen Zeitpunkt müsse man deshalb nicht unbedingt eine physische Grenzsituation provozieren.
Als einzige Frau war Jenny Mensing (SC Wiesbaden) bei der Kurzbahn-EM am Start. Wegen ihrer bevorstehenden Abschlussprüfung zur Polizeikommissarin im Training derzeit zurückgeworfen, belegte die gebürtige Berlinerin über 200m-Rücken in 2:05,48 Minuten den vierten Platz.
Schwimmen/November
Hessen liegen gut im Wasser
Nur zwei Wochen liegen zwischen der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaft, die am Wochenende in Wuppertal ausgetragen wurde, und der Europameisterschaft, die am 8. Dezember in Stettin beginnen wird. Mit dabei sind zwei Protagonisten des Vorjahres: Marco Koch und Yannick Lebherz (beide DSW Darmstadt), die als Titelverteidiger in die Stadt an der Ostsee reisen.
Yannick Lebherz, der gerade erst von einer langwierigen Nasennebenhöhlenentzündung genesen ist, konnte sich bei den nationalen Titelkämpfen über 400m-Lagen in 4:05,26 Minunten durchsetzen, wobei er nur um 18 Hundertstel hinter seinem deutschen Rekord aus dem Vorjahr zurückblieb. Über 200m-Rücken, jene Strecke über die er 2011 Europameister wurde, reichte es in Wuppertal für den zweiten Platz. Und auch über 400m-Freistil holte der 22 Jahre alte Darmstädter die Silbermedaille. Was die EM angeht, so hat Lebherz aufgrund der bereits angelaufenen Olympia-Vorbereitung diesmal keine besonderen Prioritäten. Für Marco Koch, der bei der Weltcup-Serie zuletzt so erfolgreich war, sprangen in Wuppertal Siege über 100m- und 200m-Brust heraus, wobei er über letztere Distanz den WM-Bronzemedaillengewinner Christian vom Lehn in dessen Heimatstadt besiegen konnte. In Stettin will Koch seinen Titel über 200m-Brust ebenfalls verteidigen.
Di Carli startet nicht bei EM
Zu den insgesamt fünf hessischen Schwimmerinnen und Schwimmern, die sich für die europäischen Titelkämpfe qualifiziert haben, gehört erwartungsgemäß auch Jenny Mensing (SC Wiesbaden), die ihre Titel über 100m- und 200m-Rücken verteidigen konnte und über die 50m-Rücken auf dem fünften Platz landete. Schließlich wird in Jan-Philipp Glania (SC Frankfurt) noch ein weiterer hessischer Rückenspezialist nach Stettin reisen. der Zahnmedizinstudent gewann den nationalen Titel über 100m-Rücken, wurde über 200m Zweiter und Dritter über die kurze 50m-Strecke.
Nach einer Operation nebst längerer Wasserpause hatte sich Marco Di Carli (SG Frankfurt) bei der Deutschen Meisterschaft auf das Experiment der Vielstarterei eingelassen und war dabei mit am Ende sieben Medaillen auch sehr erfolgreich. Seinen einzigen Titel holte er mit der 4x50m-Freistilstaffel als Schlussmann. Di Carli, der sich für die EM qualifizieren konnte, wird sein Ticket aber nicht einlösen. Des Weiteren zeigte die junge Sarah Köhler (SG Frankfurt) sehr gute Leistungen: Über 400m- und 800m-Freistil belegte die Schülerin jeweils den zweiten Platz.
Schwimmen/November
Auf internationalem Level bestanden
Die Weltcup-Serie der Schwimmer war für Marco Koch (DSW Darmstadt) in diesem Jahr eine hervorragende Möglichkeit, sich nach überstandenen Rückenproblemen auf der Wettkampfbühne zurückzumelden. Dass der 21 Jahre alte Sportsoldat nach einer mehrwöchigen Tour über Kontinente und Zeitzonen hinweg den dritten Platz in der Gesamtwertung belegen konnte, hatte im Vorfeld allerdings niemand erwartet. "Das ist ein ganz großer Erfolg. Es gibt nicht viele Deutsche, die das schon geschafft haben", sagte der Frankfurter Bundesstützpunkttrainer Martin Grabowski über Koch`s bisher so gelungene Kurzbahn-Saison, wobei der Hesse tatsächlich für alle sieben Weltcup-Meetings gemeldet hatte. Dieses Marathon-Programm durchzustehen sei eine "ganz harte Sache", die in der mehr als zwanzig Jahre alten Weltcup-Geschichte noch nicht viele Deutsche auf sich genommen hätten. Grabowski: "Es ist einfach unheimlich schwierig, sich über einen so langen Zeitraum auf diesem Level zu halten."
Noch Luft nach oben
Der Europameister über 200m-Brust auf der 25m-Bahn errang beim diesjährigen Weltcup insgesamt fünf Einzelsiege auf seiner Spezialstrecke (zuletzt in Peking) und trug darüber hinaus eine Serie zweiter Plätze davon. Dabei wechselte er sich, was die Top-Platzierung anging, stets mit Naoya Tomita aus Japan ab, der momentan auf demselben Leistungsniveau schwimmt wie sein deutscher Dauerrivale. "Da hat jeder den anderen ganz genau beäugt", erinnert sich Grabowski, der davon überzeugt ist, dass Marco Koch seine Reserven noch nicht ausgeschöpft hat und deshalb bei der bevorstehenden Deutschen Meisterschaft in Wuppertal noch einmal zulegen kann.
Glania und Köhler mit guten Ergebnissen
Mit ansprechenden Leistungen hat sich derweilen auch Jan-Philipp Glania (SG Frankfurt) in Szene gesetzt. Mehrmals erreichte der Student der Zahnmedizin bei den asiatischen Meetings den Endlauf über unterschiedliche Rückendistanzen. Dabei sei es für den 23 Jahre alten Athleten vorwiegend darum gegangen, Erfahrungen zu sammeln und sich für sein großes Ziel, die Olympiateilnahme in London, die nötige Wettkampfhärte zu erarbeiten. Bei den Frauen hatte lediglich Sarah Köhler (SG Frankfurt) am Heimweltcup in Berlin teilgenommen, wo sie über 800m-Freistil einen hervorragenden zweiten Platz belegte.
Turnen/Oktober
Neues Selbstvertrauen getankt
Weniger als ein Jahr vor den Olympischen Spielen in London 2012 hat sich Ausnahmekönner Fabian Hambüchen auf der internationalen Bühne des Turnsports zurückgemeldet. Nach einer monatelangen Verletzungspause war sein vierter Platz am Reck bei der Weltmeisterschaft in Tokio ein großer Erfolg. Die kurzfristige Enttäuschung des Wetzlarers über die um 0,1 Punkte verpasste Bronzemedaille wich deshalb schnell der Zufriedenheit in die eigene Leistung.
Fabian Hambüchen, der nach seiner Achillessehnenoperation zunächst gar nicht damit gerechnet hatte, in 2011 auch nur einen einzigen Wettkampf zu turnen, wirkte unmittelbar nach der gelungenen Übung mit sich und seinem Können in Einklang. Trotz jenem kleinen Ruckler nach dem Abgang, der ihn am Ende die Bronzemedaille kostete, reckte er die Arme nach oben - ihm entfuhr ein lautes befreiendes YEAH! Diese Spontanreaktion macht deutlich, dass es in Tokio noch gar nicht so sehr um die Platzierung ging, sondern primär um die Wiedergewinnung des Selbstvertrauens unter größtmöglichem Druck.
Gelungener Einsatz für die Mannschaft
Nachdem der Reck-Weltmeister von 2007 in Stuttgart mittlerweile wieder vollkommen schmerzfrei ist, wurde die Frage, ob er im Mannschaftswettkampf an den Start gehen würde oder nicht, zu seinen Gunsten entschieden. Und während sich seine Teamkollegen einen groben Fehler nach dem anderen leisteten, darunter auch der spätere Vizeweltmeister im Mehrkampf, Philipp Boy, rechtfertigte Fabian Hambüchen seinen Einsatz mit einer durchweg soliden Leistung. Dass sich die Deutschen mit einem sechsten Platz im Gesamtklassement die Olympia-Qualifikation sicherten, ist insofern zu einem guten Teil auch dem mittlerweile 23 Jahre alten Hessen zu verdanken, der sich für seine olympische Reckübung allerdings noch etwas Neues einfallen lassen will. Noch in Tokio und unter dem Eindruck der so knapp verpassten Medaille begann er bereits darüber nachzudenken, wie sein Vortrag noch schwieriger gestaltet werden könne, ohne dabei die Sicherheit der Übung zu gefährden.
Schwimmen/Oktober
Koch und Reichert auf Weltklasseniveau
Zu Beginn der Kurzbahn-Saison hat sich der zuletzt von Rückenproblemen zurückgeworfene Brustspezialist Marco Koch mit drei Weltcupsiegen zurückgemeldet. Auch Freiwasserschwimmer Christian Reichert überzeugte.
Glückliches Paar: Christian & Nadine Reichert
Nachdem Marco Koch (DSW Darmstadt) während der Deutschen Langbahn-Meisterschaft in Berlin von einem Bandscheibenvorfall ereilt wurde und daraufhin an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Shanghai gescheitert war, zeigte er sich mit dem Abstand von mehr als drei Monaten in einer erstklassigen Verfassung. Beim Auftaktwettkampf der diesjährigen Weltcupserie in Dubai dominierte er auf seiner Spezialstrecke, den 200m-Brust, in 2:04,97 Minuten. Mit dieser Zeit und einem Vorsprung von mehr als acht Sekunden auf die Konkurrenz blieb der 21 Jahre alte Sportsoldat nur knapp über seinem eigenen nationalen Rekord, den er mit einem Hightech-Anzug aufgestellt hatte. Aber auch auf den kürzeren Distanzen war Koch nicht zu schlagen. So benötigte er über 100m-Brust 59,07 Sekunden und war über 50m in 27,51 Sekunden erfolgreich. Überraschend war sein dritter Rang über 400m-Lagen.
Hocherfreut über die hervorragende Frühform des amtierenden Kurzbahn-Europameisters über 200m-Brust zeigte sich Bundestrainer Dirk Lange, der nun darauf hofft, dass Koch, der für alle sieben Weltcup-Stationen gemeldet hat, seine Leistungen auf diesem hohen Niveau stabilisieren kann.
Erfolgreiche Weltcup-Saison
In der Gesamtwertung des diesjährigen Weltcups der Freiwasserschwimmer über zehn Kilometer hat Christian Reichert (SC Wiesbaden) den zweiten Platz belegt. Dabei musste sich der 26 Jahre alte gebürtige Würzburger lediglich dem zehnfachen Weltmeister Thomas Lurz geschlagen geben. Die Entscheidung über das Schlussklassement war beim letzten Rennen in Hongkong gefallen. Reichert, der bis kurz vor dem Zielanschlag in Führung lag, wurde von seinem spurtstarken Teamkollegen auf den letzten Metern noch überholt. Eine Woche vor der Abschlussveranstaltung in Hongkong hatte der Wiesbadener auch beim Weltcup in China eine sehr gute Leistung abgeliefert und war auf dem achten Rang eingekommen.
Schießen/September
Hessische Frauenpower
Bei der Deutschen Meisterschaft der behinderten Sportschützen in München haben Manuela Schmermund (SG Mengshausen) und ihre Nationalteamkollegin Natascha Hiltrop (SV Lengers) die in sie gesetzten Erwartungen vollauf erfüllt. Vor allem Schmermund, die insgesamt drei Titel gewann, zählt im Hinblick auf die Paralympics 2012 in London zu den deutschen Medaillenanwärterinnen.
Manuala Schmermund in ihrem Element
Gleich im ersten Wettbewerb dieser nationalen Titelkämpfe konnte sich die 39 Jahre alte Verwaltungsangestellte über 40 Schuss freihand mit dem Luftgewehr behaupten. Sie siegte knapp vor Natascha Hiltrop und der Württembergerin Anja Maurer (Oberstenfeld-Gronau). Im Dreistellungskampf/Kleinkaliber, der Paradedisziplin von Manuela Schmermund, arbeitete die Favoritin einen Vorsprung von 15 Ringen heraus, womit sie sich gegenüber der abermals zweitplatzierten Natascha Hiltrop in diesem Falle klar durchsetzen konnte. Überraschend war schließlich der Titelgewinn über 60 Schuss liegend mit dem Kleinkaliber - eine Disziplin, die nicht zu den klassischen Stärken der Nordhessin zählt und in der Männer und Frauen national wie international gemeinsam an den Start gehen. Doch für die Paralympicssiegerin von Athen 2004 passte an diesem Tag alles: Mit 591 von 600 möglichen Ringen konnte sie ihre männlichen Konkurrenz in die Schranken weisen. Sepp Neumaier (Waldkraiburg) und Simon Voit (Obing) mussten sich mit jeweils 598 Ringen geschlagen geben.
Glanzleistung von Natascha Hiltrop
Die erst 19 Jahre alte Nachwuchsschützin, die bereits im vergangenen Jahr ihren ersten nationalen Titel gewinnen konnte, war Manuela Schmermund stets dicht auf den Fersen und konnte ihren Titel in der Disziplin 60 Schuss liegend mit dem Luftgewehr auch verteidigen. Dabei erzielte die Schülerin 600 von 600 möglichen Ringen - besser geht es einfach nicht mehr!
Turnen/September
Gelungene Generalprobe
Beim Länderkampf der deutschen Kunstturner in Erzingen gegen die Schweiz und Rumänien haben sich Fabian Hambüchen & Co. mit einem gewaltigen Vorsprung von fast 20 Punkten klar durchsetzen können. Nach dieser gelungenen Generalprobe vier Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im Tokio ist davon auszugehen, dass sich die deutsche Riege in der japanischen Hauptstadt für die Spiele in London qualifizieren wird. Im Mehrkampf genügt dafür der achte Rang. Besonders erfreulich ist darüber hinaus, dass Fabian Hambüchen seine zuletzt gezeigten Leistungen am Reck stabilisiert hat. Einmal mehr überzeugte der Wetzlarer mit der Höchstnote von 16,50 Punkten.
Leichtathletik/September
Glanzvoller Saisonabschluss
Dass Betty Heidler (Eintracht Frankfurt) nach ihrem Silberwurf von Daegu nicht gerade vor Glück strahlte, sondern ein gequältes Lächeln aufsetzte, war selbst für Außenstehende ersichtlich. Die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen konnte ihre Niederlage gegen Tatjana Lysenko (Russland) einfach nicht fassen und wirkte untröstlich. Mittlerweile hat sich ihre Welt jedoch wieder aufgehellt. Beim Internationalen Stadionfest (ISTAF) in Berlin hat sie mit 77,40 Metern einen klaren Sieg davongetragen. Lysenko, die diesmal Zweite wurde, schleuderte ihr Sportgerät auf 74,67 Meter hinaus. Zufrieden sein konnte auch Kathrin Klaas, die mit 74,58 Metern auf dem dritten Platz landete.
Genusswerfen
"Ich habe den Wettkampf total genossen und hätte gerne noch weiter geworfen", sagte Heidler, die beim Saisonabschluss in ihrer Heimatstadt noch einmal an ihren Leistungen vom Sommer anknüpfen konnte, als sie die gesamte Kokurrenz fast schon nach Belieben dominiert hatte. Dass ihr dieses Vorhaben in Berlin so vortrefflich gelungen ist, hat auch mit den äußeren Umständen zu tun: Die bei internationalen Wettkämpfen bislang zumeist aus dem Hauptprogramm verbannten Hammerwerferinnen durften beim ISTAF zum ersten Mal ein mit 55000 Zuschauern gefülltes Stadion genießen. "Es macht eben einen Unterschied, ob man auf einer Nebenanlage mit 20 bis 30 Zuschauern wirft oder vor Zehntausenden", betonte Betty Heidler, die ihren Fokus nun auf die Olympischen Spiele in London ausrichtet.
Sieg auch beim letzten Wettkampf
Zum Saisonabschluss hat die Vizeweltmeisterin von Daegu einen weiteren Sieg erzielt. Im saarländischen St. Wendel erzielte sie noch einmal eine Weite von 73,84 Metern und gewann damit deutlich vor ihrer Vereinskollegin Andrea Bunjes (62,07 Meter). Somit hat Betty Heidler mit Ausnahme des WM-Finals im Jahr 2011 sämtliche Wettkämpfe gewonnen.
Rudern/September
Überraschender Erfolg
Niemand hätte mehr geglaubt, dass Einer-Ruderer Marcel Hacker (Frankfurter RG Germania) in diesem vorolympischen Sommer noch einmal zurückkommen würde. Nachdem ihn starke Rückenbeschwerden dazu gezwungen hatten, auf das Weltcupfinale in Luzern zu verzichten, unterzog sich der junge Familienvater einer Bandscheibenoperation. Seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft im slowenischen Bled, wo er im Finale auf einem hervorragenden vierten Platz landete, stand nicht nur auf der Kippe, sondern schien quasi unmöglich.
Gute Betreuung
Doch der mittlerweile 34 Jahre alte gebürtige Magdeburger wollte sich nicht geschlagen geben. Schon wenige Wochen nach dem Eingriff saß er wieder im Rennboot und zeigte im Trainingslager in Ratzeburg überraschend starke Leistungen, die eine WM-Teilnahme immer wahrscheinlicher werden ließen. Dass es tatsächlich geklappt hat, ist sicherlich auch der engen Zusammenarbeit von Ärzten und Physiotherapeuten zu verdanken, die den Weltmeister von 2002 optimal eingestellt haben.
Knapp an Bronze vorbei
In Bled angekommen, erreichte Hacker völlig problemlos das Viertelfinale und löste für den Deutschen Ruder-Verband (DRV) mit seinem dritten Rang im Halbfinale ein Quotenticket für die Olympischen Spiele in London 2012. Im Finale der sechs weltbesten Skuller, das der Neudseeländer Mahe Drysdale gewann, kratzte Hacker immer wieder an der Bronzemedaille. Doch auch der vierte Platz ist ein großer Erfolg.
Leichtathletik/September
Silber für Betty Heidler - positive hessische Bilanz
Am letzten Tag der WM in Daegu sollte die große Stunde von Betty Heidler (Eintracht Frankfurt) schlagen. Die 27 Jahre alte Weltrekordhalterin im Hammerwerfen war zuletzt so leistungsstark wie noch niemals zuvor. Und auch mental machte es den Anschein, als könne sie ihren Triumph von Osaka 2007 wiederholen und zum zweiten Mal Weltmeisterin werden. Hinzu kam, dass auch Vereinskollegin Kathrin Klaas, die sich zu einer sicheren 70m-Werferin entwickelt hat, reelle Medaillienchancen nach Korea mitbrachte.
Den Rhythmus gesucht
Doch es sollte nicht nach den Wünschen der beiden Frankfurterinnen laufen. Betty Heidler, bei der sich die Weltpresse zuletzt schon fragte, ob sie die 80m-Schallmauer in Daegu zu Fall bringen würde, hatte gleich zu Beginn des Finalkampfes einen Fehlversuch und kam auch danach nur ganz langsam in Schwung. Lange Zeit hinter der späteren Weltmeisterin Tatjana Lysenko (Russland/77.13 Meter) und Wenxiu Zhang (75,03) auf dem dritten Platz notiert, schaffte sie es erst im fünften Versuch (76,06), an der Chinesin vorbeizuziehen. Mehr als die Silbermedaille, die allerdings auch ein Grund zur Freude sein sollte, war für die am Ende völlig frustrierte Top-Favoritin an diesem Tag einfach nicht drin. Um ein Vielfaches unerfreulicher gestaltete sich der Wettkampf für Kathrin Klaas, die, wie sie selbst sagte, nicht einen einzigen Wurf wirklich durchziehen konnte und auf dem siebten Platz landete (alle Eintracht Frankfurt).
Couragiert gekämpft
Die WM-Bilanz fällt für die hessischen Athletinnen und Athleten ausgesprochen erfreulich aus. Dies nicht nur wegen Heidlers Silbermedaille - auch die Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch und Jan Felix Knobel haben couragierte Wettkämpfe abgeliefert und sich dabei für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in London empfohlen. Dass Gesa Felicitas Krause über 3000m-Hindernis zuerst das Finale und dort den neunten Platz erreichte, war das Tüpfelchen auf dem I.
Leichtathletik/August
Toller Erfolg für Krause
Die erst 19 Jahre alte Gesa Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) hat bei der WM in Daegu über 3000m-Hindernis einen hervorragenden neunten Platz belegt. In 9:32,74 Minuten stellte sie einen neuen U-20 Europarekord auf und freute sich über diesen unerwarteten Erfolg: "Das ist unglaublich. Ich bin sehr, sehr stolz auf mich", sagte Krause, die tatsächlich die einzige deutsche Läuferin war, die bei der WM das Finale erreichte.
Leichtathletik/August
Frankfurter Duell auf Augenhöhe
Behrenbruch fliegt zu Bestleistung Foto: Hensel
Gleich zu Beginn der Weltmeisterschaft in Daegu (Korea) stand aus hessischer Sicht der Zehnkampf im Fokus. Pascal Behrenbruch und Jan Felix Knobel (Eintracht Frankfurt) waren zum multiplen Selbstüberwindungstrip angetreten und haben sich achtbar geschlagen. Mit 8211 Punkten belegte Behrenbruch am Ende den siebten Platz. Sein um vier Jahre jüngerer Vereinskollege (8200) wurde Achter.
Am ersten Wettkampftag hatte es zunächst danach ausgesehen, als würde der junge Knobel bei seiner ersten Aktiven-WM erfolgreicher abschneiden als Behrenbruch, der eine äußerst schwache Vorstellung ablieferte. Beinahe schien es so, als hätte sich der WM-Sechste von Berlin 2009 durch das frühzeitige Aussscheiden von Rico Freimuth (Halle) negativ beeinflussen lassen. Mehr als Rang 22 war für den blonden IT-Kaufmann als Zwischenstand einfach nicht drin. Jan Felix Knobel wiederum ließ es während der ersten Disziplinen regelrecht krachen: Im Weitsprung (7,30 Meter), mit der Kugel (16,06 Meter) und auch im 400m-Lauf (49,46 Sekunden) lieferte der Architekturstudent neue persönliche Rekorde ab; mit 1,96 Metern im Hochsprung egalisierte er seine bisherige Bestmarke. Lohn der Arbeit war nach fünf Wettbewerben der zehnte Platz.
Erfolgreiche Aufholjagd
Am zweiten Wettkampftag ein anderes Bild: Pascal Behrenbruch steigerte sich und lieferte über die Hürden (14,33 Sekunden) wie auch im Diskuswurf (48,56 Meter) zwei starke Leistungen ab - im Stabhochsprung gelang ihm mit einem Satz über 4,90 Meter sogar ein neuer persönlicher Rekord. Von Disziplin zu Disziplin lief es nun besser, während Klubkamerad Knobel nicht mehr viel zuzusetzen hatte. Im Stabhochsprung musste sich der Friedrichsdorfer mit 4,70 Metern begnügen, Behrenbruch rückte näher und immer näher an ihn heran. Beim abschließenden 150m-Lauf handelte es sich längst auch um ein internes Vereinsduell auf Augenhöhe, das der routiniertere Athlet um Haaresbreite für sich entschied. "Ich bin so glücklich, bester Deutscher zu sein. Ich wollte es allen zeigen", sagte Pascal Behrenbruch, der sicherlich stärker unter Druck stand als Jan Felix Knobel: "Ich freue mich riesig. Der achte Platz bei der ersten WM ist super."
Turnen/August
Hambüchen endgültig für WM qualifiziert
Nachdem Fabian Hambüchen den ersten Teil der Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Kunstturner im Oktober in Tokio bereits erfolgreich gemeistert hatte, war die Deutsche Meisterschaft für ihn der alles entscheidende Wettkampf. Dass der Reckartist seine Chance genutzt hat, war insofern zu erwarten, als er bei beiden Comeback-Auftritten nach seiner schweren Verletzung (Bundesliga und WM-Quali in Altendiez) bereits Weltklasseleistungen gezeigt hatte. Insofern war es wenig erstaunlich, dass er in Göppingen seinen insgesamt 27. nationalen Titel gewonnen hat. Am Reck, seinem Lieblingsgerät, war es in Folge die siebte Deutsche Meisterschaft, womit der 23 Jahre alte Wetzlarer nun besser dasteht als Altmeister Eberhard Gienger, der es in den 70er Jahren auf sechs Erfolge hintereinander gebracht hatte.
Keine One-Man Show
Hambüchens siebter Reck-Erfolg mit der Höchstnote von 16,35 Punkten ist um so wertvoller, als ihm im Laufe der Jahre in Philipp Boy (Schwedt) ein ebenbürtiger nationaler Konkurrent erwachsen ist: Schließlich war der Lausitzer im Vorjahr Vizeeuropameister am Königsgerät geworden und hatte es in Göppingen auf einen Titelgewinn abgesehen. Dass sich Hambüchen nach seiner monatelagen Pause durchsetzen konnte, hing auch mit der Tatsache zusammen, dass die WM-Nominierung schon vor diesem Wettkampf über die Bühne gegangen war. "Es war ein heißes Duell mit Philipp. Aber die WM-Nominierung hat mir großen Rückenwind verliehen", betonte Hambüchen.
Feste Größe
Für Tokio dürfte das Selbstvertrauen des Ex-Weltmeisters gestärkt sein. Zwar kann er nach seinem Achillesssehnenriss am Boden und am Sprung noch keine Wettkämpfe turnen, doch war es Bundestrainer Andreas Hirsch zuletzt immer wieder wichtig zu betonen, dass Hambüchen für die deutsche Riege trotzdem eine "absolut unverzichtbare Größe" sei. Bis zu den Olympischen Spielen in London 2012 müsste sich der Hesse komplett regeneriert haben. Die aktuell noch vorhandenen Trainingsrückstände müssten bis dahin ebenfalls ausgeglichen sein.
Schießen/August
Christian Reitz konstant auf Weltklasseniveau
Unter den besten hessischen Schützen ist Christian Reitz (SV Kriftel) auch in diesem Jahr der mit Abstand erfolgreichste: Bei der Europameisterschaft in Belgrad sicherte sich der 24 Jahre alte Polizeikommissar die Bronzemedaille mit der Schnellfeuerpistole und wurde in dieser Disziplin außerdem Vizeeuropameister mit der Mannschaft, der neben dem Olympia-Dritten von Peking 2008 auch Jan-Marcel Goelden und Philipp Wagenitz angehörten.
Stark in allen Pistolen-Wettbewerben
Doch nicht genug der Medaillen für Christian Reitz, der auch in den nicht-olympischen Disziplinen an den Start ging, wo er mit der Mannschaft den Titel mit der Standardpistole gewann; im Einzel errang er die Silbermedaille und komplettierte seine Erfolgsserie durch Mannschaftsbronze mit der Zentralfeuerpistole (25m Entfernung). Derart gestärkt, konnte er bei der wenig später in München ausgetragenen Deutschen Meisterschaft ebenfalls mit zwei Titeln aufwarten. Überraschend war hierbei die Tatsache, dass der Nationalschütze diesmal nicht in seiner Spezialdisziplin Schnellfeuerpistole (25m Entfernung) reüssierte, sondern im Einzel-Wettkampf mit der Freien Pistole (50m Entfernung). Mit dem Schnellfeuerteam sprang für ihn der zweite nationale Titel heraus.
Auch Justus und Junghänel setzen sich durch
Zu einer weiteren hessischen Olympia-Hoffnung reift derzeit der erst 22 Jahre alte Julian Justus (SG Homberg/Ohm) heran. Der Weltcupsieger von Peking 2010 gewann bei der Deutschen Meisterschaft den Titel im Luftgewehrschießen - der quantitativ stärksten Disziplin im Sportschießen, in der auch in München wieder mehr als 150 Aktive am Start waren. Aber auch Henry Junghänel (SV Breitenbach) konnte zuletzt aufhorchen lassen. Bei der EM in Belgrad holte er Mannschaftsgold im nicht-olympischen Liegendschießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr; im Einzel belegte er in dieser Disziplin den fünften Platz. Junghänel war darüber hinaus bei der Universiade in Shenzhen (China) am Start, wo er im Dreistellungskampf (50m KK) auf dem vierten Platz landete.
Reiten/August
EM-Silber für Totilas
Die Erwartungen an Matthias Rath (Kronberg) und seinen Wunderhengst Totilas waren vor Beginn der Europameisterschaft in Rotterdem schon beinahe in den Himmel gewachsen. Nach seinen überlegenen Darbietungen bei der DM in Balve und auch beim CHIO in Aachen sollte auch das erste gemeinsame internationale Championat zu einem Triumphzug geraten. Doch es kam anders. Zwar zeigte das Paar aus dem Taunus im Mannschaftswettkampf (Grand Prix) die beste Leistung innerhalb der deutschen Equipe, die hinter den erstarkten Briten mit 226,220 Punkten die Silbermedaille gewann. In der Einzelwertung des Grand Prix Special belegte das hochgelobte Duo überraschend "nur" den vierten Platz; in der Kür mit Musik wurden Rath/Totilas Fünfte.
An Schwachstellen arbeiten
"Insgesamt hat es leider nicht gereicht. Wir brauchen noch eine bessere Abstimmung", sagte der 27 Jahre alte Reiter, der sich vor 5000 Zuschauern bei der EM-Kür von Rotterdam zwar noch einmal steigern konnte, jedoch abermals nicht ohne Unsicherheiten blieb. Einmal mehr waren die Übergänge und Einerwechsel nicht aus einem Guss. Ein Jahr vor den Olympischen Spileen in London bleibt den Kronbergern allerdings genug Zeit, um an den vorhandenen Schwachstellen zu arbeiten.
Kanurennsport/August
Titelsammlung erweitert
Bei der Kanu-Weltmeisterschaft im ungarischen Szeged hat Nicole Reinhardt (Lampertheim) alle Erwartungen übertroffen. Im Einer-Kajak sicherte sie sich über die Königsstrecke von 500m genauso den Titel wie mit der 4x200m-Staffel (gemeinsam mit Tina Dietze, Carolin Leonhardt und Conny Waßmuth). Das ist umso erstaunlicher, als die K4-Olympiasiegerin von Peking 2008 bei der diesjährigen Europameisterschaft wegen einer Schulterverletzung nicht antreten konnte und dementsprechend auch einen Trainingsrückstand wettmachen musste.
Zunehmende Einzelstärke
Für die 25 Jahre alte Verwaltungsangestellte, der die Stadt Lampertheim nach ihrem Olympiasieg eine Arbeitsstelle auf Lebenszeit zugesichert hatte, ist der Doppelerfolg von Szeged auch die Bestätigung dafür, dass sie im Einer mittlerweile dieselbe Stärke besitzt wie in einem Teamboot. "Es sind keine drei anderen da, auf die man sich verlassen kann. Aber wenn es gut war, dann hat man es auch alleine geschafft", sagte Reinhardt, die auch über die 200m-Distanz zu den Medaillenkandidatinnen zählte.
Nachdem sie beim Semifinallauf jedoch das Startsignal überhört hatte, war es ihr im Verlauf des Rennens nicht mehr möglich gewesen, zu den führenden Booten aufzuschließen und sich ein Finalticket zu sichern. Über diesen Aussetzer anfänglich stark verärgert, war es der Südhessin allerdings schnell wieder gelungen, sich auf die nächste Herausforderung zu konzentrieren. Ihr Titelgewinn über 500m ist insofern auch ihrer jahrelangen Routine in der Weltspitze zu verdanken.
Favoritin für Olympia
Nicole Reinhardt, die trotz ihrer Jugend schon seit vielen Jahren zu den verlässlichsten Medaillensammlerinnen im Hessenteam zählt, kann sich im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London 2012 schon heute einer Favoritenrolle sicher sein. Mit dann 26 Jahren dürfte sie auch für einen Einzelsieg die nötige Reife besitzen.
Turnen/August
Hambüchen kommt gestärkt zurück
Um einen der wichtigsten Leistungsträger im Hessenteam 2012 war es zuletzt ruhig geworden. Doch nach seiner siebenmonatigen Verletzungspause ist Fabian Hambüchen auf die Wettkampfbühne zurückgekehrt - anlässlich der Bundesligabegegnung zwischen dem KTV Straubenhardt, für den der Wetzlarer startet, und der KTG Heidelberg stellte er seine neue Stärke unter Beweis. Hambüchen, der nach seinem Achillessehnenriß etliche Kilogramm zugenommen hatte, profitiert nun von einem verstärkten Krafttraining und hat den Schwierigkeitsgrad seiner Übungen an mehreren Geräten erhöht.
Das Ziel heißt Oympia
Vor allem am Reck zeigte der Ex-Weltmeister, dass bei der WM im Oktober in Tokio mit ihm zu rechnen sein dürfte. Sein um eine Dreierkombination erweitertes Programm am Lieblingsgerät wurde mit 16,65 Punkten belohnt, was bereits wieder Medaillienträume aufkeimen lässt. Doch zunächst einmal muss Hambüchen die Qualifikation im hessischen Altendiez und bei der Deutschen Meisterschaft in Göppingen überstehen. Doch was große Ziele angeht, so ist die WM in letzter Konsequenz für ihn nachrangig. Der mittlerweile 23-jährige fokussiert ganz klar die Olympischen Spiele in London 2012, wo er gerne jene Goldmedaille gewinnen würde, die ihm in Peking versagt blieb. Vier Jahre älter und reifer geworden, stehen seine diesbezüglichen Chancen, sofern er gesund und unverletzt bleibt, ganz sicher nicht schlecht.
Moderner Fünfkampf/August
Starke Leistung im Combined-Wettkampf
Bei der Europameisterschaft der Modernen Fünfkämpfer im englischen Medwey hat Eva Trautmann (Darmstadt) in der Staffel gemeinsam mit Olympiasiegerin Lena Schöneborn (Bonn) und Annika Schleu (Berlin) die Silbermedaille gewonnen. Die beste Leistung zeigte das Trio im neu geschaffenen so genannten Combined-Wettbewerb, bei dem Laufen und Schießen dem Biathlon ähnlich kombiniert werden. Mit 5458 Punkten mussten sich die Deutschen lediglich den Ungarinnen (5578 Punkte) geschlagen geben; Dritte wurden die Französinnen mit 5398 Punkten. In der Einzel-Konkurrenz belegte Eva Trautmann den elften Platz. Mehr als zufrieden sein konnte auch Steffen Gebhardt (Bensheim). Der 30 Jahre alte Routinier sicherte sich im Einzel und mit 5840 Punkten den siebten Rang, womit er sich für die Olympischen Spiele in London 2012 qualifiziert hat.
Schwimmen/Juli
Den Blick in die Zukunft richten
Bei der Schwimmweltmeisterschaft in Shanghai hat das deutsche Team fünf Bronzemedaillen gewonnen - als Einzelathleten wussten Paul Biedermann (Halle/3. Plätze über 400m-und 200m-Freistil sowie mit der Lagenstaffel) und der junge Christian vom Lehn (Wuppertal/3. Platz über 200m-Brust) zu überzeugen. Im Vergleich zu den Erwartungen ist diese Ausbeute zwar gering - doch Hochleistungssportler sind auch nur Menschen und funktionieren nicht auf Knopfdruck. Dies gilt nicht minder für die Hessen in DSV-Team.
Auf zu neuen Ufern
Marco Di Carli (SG Frankfurt), der als Deutscher Meister und Weltjahresbester über 100m-Freistil nach China gereist war, hatte dort ähnliche Erlebnisse wie seine berühmte Kollegin Britta Steffen: Schon in der Freistil-Staffel lief es nicht, als Einzelkämpfer scheiterte der 26-jährige Hesse aus unerklärlichen Gründen jeweils im Vorlauf. Auch Yannick Lebherz (DSW Darmstadt) musste Abstriche machen. Der mit großen Ambitionen angetretene Kurzbahneuropameister über 200m-Rücken, erreichte mit dem zwölften Platz über diese Distanz (1:58,56 Minuten) sein bestes Ergebnis. Jenny Mensing (SC Wiesbaden) qualifizierte sich mit der Lagenstaffel für die Olympischen Spiele in London 2012 und belegte über 50m-Rücken den 15. Platz.
Fehler können korrigiert werden
Diese im Schnitt enttäuschenden Ergebnisse, die allerdings fast das gesamte DSV-Team betrafen, werden mit einer falschen Trainingsperiodisierung in Verbindung gebracht. Und in der Tat waren zahlreiche Athletinnen und Athleten bei der Deutschen Meisterschaft im Juni in Berlin deutlich schneller als beim eigentlichen Saisonhöhepunkt. Schlussendlich ist es jedoch allemal besser, wenn Fehler nicht im Olympiajahr passieren, sondern schon vorher. Dann können sie rechtzeitig korrigiert werden!
Leichtathletik/Juli
Dreifacherfolg für Heidler & Co.
Bei der Deutschen Meisterschaft in Kassel waren die Titelchancen der hessischen Athletinnen und Athleten in der Summe zwar dünn gesät, doch einmal mehr haben die Hammerwerferinnen der LG Eintracht Frankfurt ihre Extraklasse unter Beweis gestellt. Allen voran war es die amtierende Europameisterin und Weltrekordhalterin Betty Heidler, die sich mit einem Wurf auf 76,04 Meter den siebten Titel in Folge sicherte. Die gebürtige Berlinerin unterstrich bei dieser Gelegenheit auch ihre Favoritenrolle bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Daegu (Korea). Den zweiten Platz belegte Kathrin Klaas (72,39 Meter), die sich ebenfalls auf absolutem Spitzenniveau bewegt und bei der WM Medaillenchancen hat. Dritte im Bunde der Frankfurter Werferinnen war Andrea Bunjes, die 64,62 Meter erzielte. In Abwesenheit etlicher Leistungsträger wie Ariane Friedrich und Martin Günther (Hochsprung) fielen die hessischen Erfolge in Kassel ansonsten bescheiden aus. Erwähnenswert ist jedoch sicherlich der 2. Platz von Simret Restle (Kassel) im 5000m-Lauf.
Erster internationaler Titel
Zeitgleich zur Deutschen Meisterschaft gab es allerdings herausragende hessische Ergebnisse bei der U-20 Europameisterschaft in Tallinn (Estland). Gesa Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) hat dort in Saisonbestzeit den Titel im 3000m-Hindernislauf gewonnen (9:51,08 Minuten). Nachdem sie bereits im Vorlauf ihre Stärke demonstiert hatte, wurde sie im Finale ihrer Favoritenrolle gerecht: "Das Rennen war optimal für mich, ich bin froh, dass es so gekommen ist, wie ich es mir gewünscht habe", sagte die neue Titelträgerin, der es primär um die Goldmedaille und damit um die Platzierung gegangen war. Nun hat sie sich vorgenommen, im Laufe der Restsaison noch mal richtig durchzustarten und den deutschen Jugendrekord zu knacken. Doch nicht genug der Medaillen: Siebenkämpferin Sara Gambetta wurde U-20 Vizeeuropameisterin und stellte mit 6108 Punkten ihre Anwartschaft auf weitere Spitzenleistungen im Aktivenbereich heraus. Mit 6000 Punkten hatte die Frankfurterin geliebäugelt - dass es weit mehr wurden sei "schlicht der Wahnsinn".
Reiten/Juli
Totilas fast konkurrenzlos
Totilas - Ein Traum von einem Pferd Foto: Arnd Bronkhorst
Das teuerste Dressurpferd der Welt hat mit seinem Reiter Matthias Alexander Rath (Kronberg) auch beim Weltfest des Pferdesports, dem CHIO in Aachen, für Furore gesorgt und alle drei möglichen Titel gewonnen. Rath, der auf seinem stolzen und kraftvollen Rappen bereits beim Pfingstreitturnier in Wiesbaden seine Klasse gezeigt hatte und wenig später, bei der Deutschen Meisterschaft in Balve unschlagbar war, dominierte auch in der Aachener Soers die Konkurrenz fast nach Belieben. Er siegte im Grand Prix, in der Mannschaftswertung des Grand Prix Special und sicherte sich am Ende auch in der Königsdiziplin des Dressurreitens, der Kür mit Musik, einen wenn auch nur knappen Sieg mit 82,825 Punkten. Dahinter belegte der US-Amerikaner Steffen Peters auf Ravel (82 Punkte) den zweiten Rang; Dritte wurde Adelinde Cornelissen mit Parzival (81,775 Punkte).
Fit für die EM
Der Reiterwechsel von Edward Gal (Niederlande) auf den erst 26 Jahre alten Betriesbwirt Alexander Matthias Rath scheint also erfolgreich vollzogen zu sein - das Duo ist in der absoluten Weltspitze angelangt. "Ich danke Totilas für reine sensationelle und perfekte Woche", freute sich Rath denn auch nach seinen drei Titeln von Aachen. Schon in vier Wochen, bei der Europameisterschaft in Rotterdam, werden die beiden erneut Gelegenheit haben, ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Matthias Alexander Rath, der sich mittlerweile als würdiger Reiter des Wunderhengstes Totilas erwiesen hat, erhielt auch Anerkennung von höchster Stelle: "Sie sind das Maß aller Dinge", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth.
Leichtathletik/Juli
Behrenbruch knackt WM-Norm
Nach seinem Vereinskollegen Jan Felix Knobel, der die Zehnkampf-Qualifikationsnorm für die WM in Daegu (Südkorea) bereits beim internationalen Mehrkampfmeeting in Götzis übertroffen hatte, konnte nun auch Pascal Behrenbruch (LG Eintracht Frankfurt) das WM-Ticket lösen. In Ratingen, wo sich Behrenbruch bisher nie wohl gefühlt hatte, erzielte er trotz einiger Schwächen 8232 Punkte und konnte zufrieden sein: "Ich bin überglücklich", war der Kommentar des zuletzt durch eine Muskelverhärtung zurückgeworfenen WM-Sechsten von Berlin 2009, der sich für Daegu eine noch bessere Platzierung vorgenommen hat.
Herausragender Speerwurf
In Ratingen, wo er am Ende hinter Karbi Bouraaba (Algerien/8302 Punkte) und dem Hallenser Rico Freimuth (8287 Punkte) den dritten Rang belegte, lief es keineswegs wie am Schnürchen. Zwar erzielte Behrenbruch über 100 Meter (10,86 Sekunden), im Weitsprung (7,21 Meter) und auch im Kugelstoßen (16,02 Meter) sehr gute Ergebnisse. In seiner alten Angstdisziplin, dem Stabhochsprung, kam er jedoch über 4,40 Meter nicht hinaus und im Hürdenlauf konnte er einen Sturz nur knapp verhindern. Dass es für die WM-Qualifikation doch noch reichte, lag an der ausgezeichneten Weite von 71,40 Metern im Speerwurf; und auch im 1500m-Lauf bot der Frankfurter in 4:36,17 Minunten eine ansprechende Leistung.
FIFA Frauen-WM/Juli
Frauenfußball erreicht neue Dimension
Die FIFA Frauen-WM 2011 ist Geschichte und die deutsche Elf hat ihren Titel doch nicht verteidigen können. Als Favoritinnen ins Heimturnier gestartet, war es dem mit zahlreichen Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt bestückten Team nicht gelungen, die am Ende doch ungewohnte öffentliche Aufmerksamkeit und den damit verbundenen Erwartungsdruck positiv für sich zu nutzen. Das frühe Ausscheiden im Viertelfinale gegen die späteren Weltmeisterinnen aus Japan war aus sportlicher Sicht mehr als enttäuschend - das Turnier an sich war jedoch ein herausragender Erfolg für den Frauenfußball.
Eine neue mediale Ebene
Ausverkaufte Stadien und TV-Quoten auf Straßenfegerniveau (unglaubliche 16,39 Millionen Zuschauer wollten alleine das wenig berauschende Gruppenspiel der Deutschen gegen Nigeria sehen) haben gezeigt, dass der vor nicht allzu langer Zeit von "Chauvis" noch belächelte und verächtlich gemachte Frauenfußball mittlerweile die Massen begeistert. Zwar war der Eventcharakter mit einer Männer-WM nicht zu vergleichen - doch haben sich bundesweit erstmals ganze Freundeskreise zum gemeinsamen Fernsehen zusammengetan, es gab die Fanmeile in Frankfurt nebst Public Viewing und auch die spontane Fachsimpelei mit Nachbarn im Supermarkt oder am Kiosk. Und wäre Deutschland weitergekommen, hätte es vermutlich auch Hupkonzerte und Autocorsos gegeben.
Spannung braucht Konkurrenz
Diese Entwicklung hängt auch damit zusammen, dass das sportliche Niveau höher- und die Leistungsdichte auf internationaler Ebene breiter geworden ist. Die Zeiten, in denen eigentlich nur Deutschland, die USA und vielleicht noch Norwegen und Schweden in der Lage waren, ein internationales Turnier zu gewinnen, sind endgültig vorbei. Und die Tatsache, dass die Japanerinnen im dramatischen WM-Finale von Frankfurt die USA per Elfmeterschießen bezwingen- und den Titel nach Ostasien holen konnten, ist dafür der beste Beweis. Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Viertelfinalniederlage der deutschen Frauen in einem anderen Licht. Nicht nur, dass der Knock-Out gegen dieses systemisch spanisch aufspielende Kurzpass-Kollektiv nachträglich ein bisschen weniger weh tut - gegen den Weltmeister verloren zu haben ist ja immer auch tröstlich! Vor allen Dingen geht es um das spannende Erlebnis der Unberechenbarkeit einer Begegnung , die bei vielfältiger Konkurrenz auf Augenhöhe entsteht, um dieses Zittern und Bangen bei Ballverlust und um die Hoffnung, dass der nächste Eckball vielleicht doch ein Tor und damit Erleichterung oder den Sieg bringen könnte.
Das Gefühl der Freude
Was sind Titel wert, die quasi von vornherein feststehen? Die FIFA Frauen-WM 2011 in Deutschland hat gezeigt, dass der Frauenfußball mittlerweile global stattfindet und Spannungsmomente bietet, bei denen es am Ende egal ist, ob Frauen oder Männer auf dem Platz stehen. Es war schön, den "kleinen Unterschied" zu sehen und bewundernswert, dass diese so überlegen scheinenden US-Girls ihre Finalniederlage mit Würde getragen haben. Die japanischen "Prachtnelken" mit ihrer Spielkultur und ihrem unbändigen Siegeswillen haben ihrer Nation das Gefühl der ungezwungenen Freude gegeben. Was könnte in dieser Situation und für dieses Land schöner sein?
Schwimmen/Juli
Weiteres Edelmetall für Daniel Simon
Bei der IPC-Europameisterschaft für Handicap-Schwimmer in Berlin hat Daniel Simon (DSW/VSG Darmstadt) über 50m-Freistil die Bronzemedaille gewonnen. Hinter dem Ukrainer Oleksii Fedyna und dem Weißrussen Dzmitry Salei schwamm der Südhesse in 25,07 Sekunden persönliche Jahresbestzeit. Über 100m-Schmetterling belegte Simon den vierten Rang. "Ich bin sehr glücklich und erleichtert, dass ich mich gegen die dominierende osteuropäische Konkurrenz behaupten konnte", sagte Simon, dessen Fokus nun klar in Richtung der Paralympischen Spiele 2012 in London gerichtet ist.
Reiten/Juni
Totilas macht seinem Ruf alle Ehre
Wunderhengst Totilas hat bei der Deutschen Meisterschaft im westfälischen Balve seine Ausnahmestellung uneingeschränkt unter Beweis gestellt. War der am Zügel von Matthias-Alexander Rath (Kronberg) gehende Rappe beim Pfingstreitturnier in Wiesbaden mit einem dritten Rang im Grand-Prix noch das Opfer der eigenen Aufmüpfigkeit geworden, so zeigte er bei den nationalen Titelkämpfen eine spektakuläre Leistung und gewann überlegen sowohl den Grand Prix Special wie auch die Kür mit Musik. Technoproduzent Paul van Dyk hatte für das derzeit herausragende Dressurpaar die passenden Klänge komponiert.
Internationale Prüfungen warten
Matthias-Alexander Rath, der nach seinem ersten Kürauftritt mit Totilas sehr zufrieden war, wird beim CHIO in Aachen in drei Wochen erneut Gelegenheit erhalten, seine Extraklasse zu zeigen und auf internationaler Ebene zu brillieren. Genügend Zeit zum Training ist nun auch insofern vorhanden, als Rath jüngst sein BWL-Studium erfolgreich beendet hat. Nachdem die Turniere in München, Wiesbaden und Balve zahlreiche neue Erkenntnisse eingebracht hätten, könne mit Totilas nun noch gezielter gearbeitet werden.
Leichtathletik/Juni
Heidler wirft weiter hammerhaft
Bei der Teameuropameisterschaft im norwegischen Bergen hat Betty Heilder (LG Eintracht Frankfurt) ihren mittlerweile sechsten Sieg in Folge errungen und damit den erwarteten Punktebeitrag zum zweiten Platz der deutschen Mannschaft (331,5 Punkte) hinter Russland (385 Punkte) geleistet. Heidler, die bei nasskalten Temperaturen mit einer Weite von 73,43 Metern zufrieden war, kritisierte indessen die nach wie vor stiefmütterliche Behandlung des Frauenhammerwurfs durch den Weltverband IAAF. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hatte sie den Wettkampf zur Unzeit aufnehmen müssen - nämlich vor der Eröffnung der eigentlichen Veranstaltung. Auch Kathrin Klaas, die in Bergen nicht am Start war, hatte sich über die Situation auf ihrer Homepage beschwert. Die seit ihrem persönlichen Rekordwurf von 75,48 Metern im tschechischen Ostrava auf Rang drei der Weltbesteliste geführte Frankfurterin, hat gute Chancen, bei der WM in Daegu (Korea) gemeinsam mit Betty Heidler auf dem Treppchen zu stehen.
Mit dabei war in Bergen auch der junge Langsprinter Benjamin Jones (LG Eintracht Frankfurt), der mit der 4x400m-Staffel in 3:04,10 Minuten den dritten Platz belegte.
Reiten/Juni
Totilas zeigt aufsehenerregenden Ritt
Mit einer reiterlichen Glanzleistung hat Matthias Alexander Rath (Kronberg) beim 75. Wiesbadener Pfingstreitturnier den Grand Prix Special mit 81,479 Wertungspunkten gewonnen. Auf dem rund zehn Millionen Euro teueren Rappen Totilas, der gemeinsam mit dem niederländischen Reiter Edward Gal im vergangenen Jahr drei Weltmeistertitel gewonnen hatte, gelang Rath allerdings kein fehlerfreier Start ins Turnier. Das auf dem Wettkampfviereck hinter dem Biebricher Schloss von mehr als 5000 Zuschauern beäugte Zauberpferd verpatzte beim Grand Prix nicht nur die Einer-Galoppwechsel und die Piaffe - auch die erste Pirouette war nicht aus einem Guss, weshalb sich Matthias Alexander Rath der englischen Vizeweltmeisterin Laura Bechtolsheimer auf Mistral Hojris sowie Hubertus Schmidt auf Valentinus geschlagen geben musste.
Klares Ziel: Gold in London
Klaus Martin Rath, der Vater und Trainer des 26 Jahre alten Olympiaaspiranten, suchte die Schuld für Totilas zunächst nur mäßige Leistung ein Stück weit auch bei sich selbst. Nachdem der elfjährige Hengst kurz vor seinem Start auf dem Abreiteplatz einen pubertär aufmüpfigen Eindruck erweckt hatte, sei man nicht dazu übergegangen, das Tier auf seinen bevorstehenden Einsatz anders vorzubereiten, sondern habe alles beim Alten gelassen. Das sei ein Fehler gewesen. Am Folgetag - beim Grand Prix Special - hatte Rath seinen Ausnahmevierbeiner dann jedoch wieder optimal im Griff. Auf einen Medaillengewinn bei den Olympischen Spielen in London 2012 kann er sich berechtigte Hoffung machen. Und natürlich hat der Stiefsohn von Mannschaftsolympiasiegerin Ann-Kathrin Linsenhoff die Goldmedaille klar im Visier.
Schwimmen/Juni
Di Carli schwimmt an die Weltspitze
Was Marco di Carli (SG Frankfurt) bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin geboten hat, kann getrost als ein absoluter Paukenschlag bezeichnet werden. Denn der 26 Jahre alte angehende Polizeikommissar, der zwischenzeitlich fast schon als abgeschrieben galt, hat nicht nur die Titel über 50m- und 100m-Freistil gewonnen, sondern über letztere Distanz in 48,24 Sekunden eine neue Weltjahresbestzeit aufgestellt und dabei die haushohen Favoriten Paul Biedermann und Steffen Deibler geschlagen.
Besonders erstaunlich ist hierbei die Tatsache, dass der Frankfurter seinen Rekord ohne Rennanzug vollbracht hat. Die körperengen Schwimmhäute hatten während der vergangenen Jahre für eine Materialschlacht gesorgt und haben, bis zu ihrem Verbot durch den Weltschwimmverband FINA, der seit 2010 wirksam ist, mutmaßlich zahlreiche Weltrekorde entscheidend beeinflusst. Ohne die zumeist schwarze Spezialkleidung, die den Strömungswiderstand verringert und den Wasserauftrieb erhöht, war mit Rekorden vorläufig eigentlich nicht mehr zu rechnen. Di Carli hat gezeigt, dass es doch geht!
Die zweite Chance
Als aktueller Weltranglistenerster über die Königsstrecke des Schwimmsports wird der schlaksige Athlet nun als Mitfavorit zur Weltmeisterschaft nach Shanghai reisen. Was insofern überrascht, als er zuletzt regelrecht abgetaucht war. Er galt als ganz großes Talent, konnte den hohen Erwartungen jedoch selten gerecht werden. Schon einmal, 2008, hatte er einen nationalen Rekord über 100m-Freistil abgeliefert, sich dann jedoch nicht für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Es folgten private Probleme, der Bruch seiner Hand und ein beinahe schon dramatischer Gewichtsverlust um 17 Kilogramm. Wer hätte je gedacht, dass sich dieser sensible und gleichzeitig als Tönespucker bekannte junge Mann noch einmal berappeln- und derartig auftrumpfen würde? Doch Marco di Carli, der in Berlin auch über 100m-Rücken seine derzeitige Topform unter Beweis stellte und die Silbermedaille gewann, hat es allen und vor allem sich selber gezeigt. Nun wird es für ihn darauf ankommen, das Niveau auch auf internationaler Ebene zu halten und vor allem Kontinuität zu beweisen.
Weitere überzeugende Leistungen
Auch das Abschneiden von etlichen weiteren hessischen Athleten konnte sich sehen lassen. Vor allem war es natürlich Yannick Lebherz (DSW Darmstadt), der über 400m-Lagen in der neuen deutschen Rekordzeit von 4: 14,02 Minuten den Titel gewann. Gerade erst aus einem Trainingslager im US-amerikanischen Flagstaff zurückgekehrt, konnte auch er unter Beweis stellen, dass Rekorde ohne Rennanzüge noch möglich sind. Lebherz, der in Berlin noch den Titel über 200m-Rücken gewann, hat sich für die WM in Shanghai genauso qualifiziert wie Marco di Carli und Jenny Mensing (SC Wiesbaden), die sämtliche Rückendistanzen dominierte und insofern insgesamt drei Titel (50m-, 100m-, 200m-Rücken) gewann. Brustschwimmer Marco Koch (DSW Darmstadt), der von Rückenproblemen geplagt ist, konnte sein Potenzial nicht voll ausschöpfen, wurde wegen seiner guten Vorleistungen vorläufig aber dennoch ins WM-Aufgebot berufen. Die noch ausstehenden Normzeiten muss er bei einem internationalen Wettbewerb allerdings nachholen.
Vier Qualifikanten für die Universiade
Für die Universiade im chinesischen Shezhen hat sich derweilen der 22 Jahre alte Jan-Philipp Glania (SG Frankfurt) qualifiziert, der mit einer Silbermedaille über 200m-Rücken sowie einer Bronzemedaille über die kürzere 100m-Distanz aufwarten konnte. Mit einem 4. Platz über 1500m-Freistil qualifizierte sich auch Freiwasserspezialist Christian Reichert (SC Wiesbaden) für die Studenten-WM. Dies gilt des weiteren für Jenny Mensing und Johannes Neumann (SC Wiesbaden), der bei den nationalen Titelkämpfen über 50m- und 100m-Brust jeweils die Bronzemedaille gewann.
Rudern/Mai
Hacker zurück in der Weltspitze
Mit einem zweiten Platz beim Weltcup in München hat sich Einer-Spezialist Marcel Hacker in der absoluten Weltklasse zurückgemeldet. Auf der Olympiastrecke in Oberschleißheim, wo der 34 Jahre alte Profiathlet jahrelang trainiert hat, musste er lediglich den amtierenden Weltmeister Ondrej Synek (Tschechien) an sich vorbeiziehen lassen. Deutlich hinter dem Deutschen Meister (Frankfurter RG Germania) kamen Lassi Karonen (Schweden), der Engländer Alan Campell (5. Platz) oder Luka Spik (Slowenien/6. Platz) ins Ziel. "Jetzt konzentriere ich mich auf meine nächsten Aufgaben", sagte Marcel Hacker, der in München bereits in Vorlauf und Halbfinale mit Bestzeiten aufwarten konnte. Primärziel in diesem Jahr ist die Olympiaqualifikation für London 2012, die der gebürtige Magdeburger mit dem Erreichen des WM-Finales im September im slowenischen Bled unter Dach und Fach bringen will.
Leichtathletik/Mai
Knobel erklimmt Zehnkampf-Himalaya
Mit einer formidablen Leistungssteigerung hat Jan Felix Knobel (LG Eintracht Frankfurt) gezeigt, dass er als Zehnkämpfer mittlerweile weit mehr ist als ein herausragendes Jugendtalent. Beim Kultmeeting im österreichischen Götzis hat sich der 22 Jahre alte Architekturstudent in die erweiterte Weltklasse katapultiert - mit 8288 Punkten und dem fünften Platz im Gesamtklassement hat er die A-Norm für die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu erfüllt. Klarer Sieger war der US-Amerikaner Trey Hardee mit 8689 Punkten.
Jan Felix Knobel, der 2008 bereits U-20 Weltmeister war, hat seinen alten Rekord von 7758 Punkten um beachtliche 530 Zähler gesteigert, wobei er keine wirkliche Schwäche zeigte, sondern einen runden Wettkampf ablieferte, der durch 72,99 Meter im Speerwerfen gekrönt wurde. Mit insgesamt acht neuen persönlichen Bestmarken konnte der Frankfurter aufwarten,- eine Leistung, die auch Zehnkampf-Bundestrainer Rainer Pottel beeindruckte, der bei seinen jungen Athleten besonders viel Potenzial erkennt. Die Überwindung seines ersten Achttausenders in der Königsdisziplin der Leichtathletik hat Knobel selbstbewusst gefeiert: "Ich bin ein Athlet für die Zukunft, es geht noch weiter", sagte der aktuell beste deutsche Zehnkämpfer, der in Abweseneheit der nationalen Elite 2009 schon einmal Deutscher Meister bei den Männern geworden war. Diesen wahrlich ehrenwerten Titel hat der junge Mann in Götzis nachträglich rechtfertigt. Vereinskollege Pascal Behrenbruch, der leistungsmäßig höher eingestuft war, musste sich wegen einer Muskelverhärtung einstweilen mit 8064 Punkten und dem zehnten Rang begnügen. Bei den Frauen erreichte die amtierende Deutsche Hallenemeisterin Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt) mit 5581 Punkten den 13. Platz.
Betty Heidler reist von Erfolg zu Erfolg
Für die frischgebackene Weltrekordhalterin im Hammerwerfen gibt es gut eine Woche nach ihrem Sensationswurf von Halle schon wieder etwas zu feiern. Nachdem die 28 Jahre alte Frankfurterin vom Ort ihres Rekordwurfs ins tschechische Ostrava zu einem weiteren Sportfest gereist war, das sie mit 77,22 Metern souverän gewinnen konnte, hat sie ihre derzeitige Ausnahmestellung wenige Tage später auch in der senegalesischen Hauptstadt Dakar bestätigt. Mit einem Wurf über 75,33 Meter konnte sich Betty Heidler gegen Jessica Cosby (USA/69,53 Meter) und Dauerrivalin Tatjana Lysenko (Russland/68,13 Meter) abermals klar durchsetzen.
Rudern/Mai
Hackers Siegesserie hält an

Die bestechende Frühform von Marcel Hacker (Frankfurter RG Germania) hat sich bei der deutschen Kleinbootmeisterschaft auf dem Beetzsee in Brandenburg fortgesetzt. Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg hat der Ex-Weltmeister von Sevilla 2002 seine Ausnahmestellung im deutschen Rudersport einmal mehr unterstrichen. Schon nach dem Start des Einer-Rennens hatte der mittlerweile 34 Jahre alte Athlet die Bugspitze vorn und konnte seine Führung dann kontinuierlich ausbauen. Mit mehr als acht Sekunden Vorsprung siegte Marcel Hacker auf der 2000 Meter-Distanz vor Falko Nolte (Potsdam) und Hubert Tryzbinski (Berlin).
Zum siebten Mal Deutscher Meister
"Ich habe die Renntaktik eingehalten und bin sehr zufrieden, wie es lief", sagte Marcel Hacker nach dem Rennen und feierte den siebten Deutschen Meistertitel in seiner Karriere und den vierten hintereinander. Eine Woche vor dem diesjährigen Weltcupauftakt in München lobte auch Chef-Bundestrainer Hartmut Buschbacher die herausragende Frühform des gebürtigen Magdeburgers, der beim Xchanging Ruderfest in zwei Wochen in Frankfurt in einem Achter platznehmen wird.
Leichtathletik/Mai
Historischer Weltrekord von Betty Heidler
Mit einem solchen Hammer hatte die über sich selber schockierte Athletin absolut nicht gerechnet. Doch die Europameisterin im Hammerwurf hat ihr Sportgerät bei den Halleschen Werfertagen auf die sensationelle Weltrekordweite von 79,42 Metern hinausgeschleudert.
Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt), die im Jahr 2008 in Osaka bereits Weltmeisterin geworden war, hat mit dieser neuen Bestmarke den alten Rekord der Polin Anita Wlodarczyk (78,30 Meter) um mehr als einen Meter verbessert. "Ich hatte mit einem deutschen Rekord geliebäugelt, alles andere muss ich jetzt erst mal verauen", sagte die 27 Jahre alte Jurastudentin, die bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft im koreanischen Daegu (26. August bis 2. September) nun als absolute Topfavoritin gilt.
80 Meter im Blick ...
Heidler, die eigentlich aus Berlin-Marzahn stammt, wegen der besseren sportlichen Trainingsbedingungen allerdings schon vor zehn Jahren nach Frankfurt umgezogen ist, hat in Halle eine Leistung vollbracht, wie es sie in der deutschen Leichtathletik seit 16 Jahren nicht mehr gegeben hat. Damals war es die Stabhochspringerin Andrea Müller (Zittau), die in der für Frauen damals noch ganz jungen Disziplin einen Weltrekord erzielte.
Und Betty Heidler glaubt von sich selber, dass sie noch mehr kann. Die 80-Meter-Marke dürfte jedenfalls ihr nächstes Ziel sein, dass sie optimaler Weise schon beim WM-Wettkampf in Korea anpeilen könnte. Einstweilen hat sie bei einem fröhlichen Karaoke-Abend erst einmal ihren aktuellen Weltrekord gefeiert, den sie innerhalb ihrer Karriere als genauso wichtig einstuft wie den WM-Titel von 2008.
Auch Klaas wirft stark
Bei dieser Gelegenheit sollte nicht vergessen werden, dass auch Heidlers Vereinskollegin Kathrin Klaas zur absoluten Weltklasse im Frauenhammerwurf zählt und nach einer kontinuierlichen Steigerung im vergangenen Jahr nun auch heuer mit ganz starken Leistungen aufwarten kann. In Halle schleuderte sie den Hammer auf 73,77 Meter, womit sie nicht nur Zweite wurde, sondern auch die WM-Qualifikation abhaken konnte.
Schwimmen/Mai
Daniel Simon und Robert Dörris erfolgreich
Bei der 25. Deutschen Meisterschaft für Schwimmer mit Handicap in Berlin konnte Doppelweltmeister Daniel Simon (VSG/DSW Darmstadt) einmal mehr überzeugen. Der 22 Jahre alte Student, der sich in der direkten Vorbereitung auf die Europameisterschaft befindet, die im Sommer ebenfalls in Berlin stattfinden wird, siegte über 200m-Lagen in (2:23,0 Minuten) und gewann über 400m-Freistil (4:39,09 Minuten) und 50m-Brust (33,99 Sekunden) die Silbermedaille; Bronze wurde es über 50m-Freistil (25,58 Sekunden), 100m-Schmetterling (1:04,59 Minuten) und 100m-Freistil (56,92 Minuten).
Auch Dörries zeigt gute Leistung
"Ich hoffe, bei der WM im Sommer ganz vorne mitschwimmen zu können", sagte Daniel Simon, der als bester deutscher Schwimmer des Wettkampfes ausgezeichnet wurde. Kaum weniger erfolgreich präsentierte sich Robert Dörries (TV Wehrda), der über 200m/400m- swoei 800 Meter-Freistil den Titel gewann sowie Bronze über 50m-Brust. Robert Dörries und Daniel Simon wurden von Bundestrainerin Ute Schinkitz zur Nominierung für die EM vorgeschlagen.
Kanusport/April
Auf Nicole Reinhardt ist immer Verlass
Obwohl erst 25 Jahre alt, zählt die Lampertheimerin seit vielen Jahren schon zur deutschen Elite im Kanurennsport. Und auch in der Saison 2011 sieht es ganz danauch aus, als ginge die Olympiasiegerin von Peking mit dem K4 bald wieder auf internationale Titeljagd. Bei der in Duisburg ausgetragenen Deutschen Meisterschaft der Rennkanuten in den olympischen Einerdisziplinen konnte Nicole Reinhardt jedenfalls mit einer überzeugenden Leistung aufwarten: Auf der Wedau holte sie sich die Titel im Kajak über 200 und 500 Meter, womit sie an ihre Sprint-Vorstellung bei der 1. DKV-Sichtung anknüpfen konnte. Die mehrfache Weltmeisterin, die nun dem Weltcup-Auftakt in Posen entgegensieht, ließ über beide Distanzen jeweils Tina Dietze (Leipzig) und Franziska Weber (Potsdam) klar hinter sich. Die Freude über den doppelten Titelgewinn war bei der Südhessin um so größer, als es sich um die erste Ranglistenregatta des Jahres gehandelt hatte. Selbst bei einer so routinierte Kanutin wie Nicole Reinhardt könne da schon mal ein wenig Lampenfieber im Spiel sein.
Rollstuhlbasketball/April
Doppelter Triumph für RSV Lahn Dill
Im Rollstuhlbasketball ist Hessen eine absolute Hochburg. Mit seinem insgesamt achten Deutschen Meistertitel hat der RSV Lahn-Dill seine nationale Ausnahmestellung einmal mehr unter Beweis gestellt. Doch auch die Mainhatten Skywheelers vom RSC Frankfurt sind ein leistungsstarkes Team mit zahlreichen Kaderathletinnen und Athleten.
Erfolgreich am Ball: Nationalspielerin Gesche Schünemann (RSC Lahn-Dill)
Bereits im zweiten Spiel der RBBL-Playoffs gelang dem RSV Lahn Dill vor rund 1550 Zuschauern in der August-Bebel-Halle in Wetzlar der entscheidende Erfolg. Mit 76:72 Punkten besiegten die Gastgeber ihre Dauerrivalen von den RSC Rollis Zwickau, wobei die Südhessen vor allem dank ihres überragend aufspielenden Kapitäns Joey Johnson ihren Titel verteidigen konnten. Der 35 Jahre alte kanadische Paralympicssieger konnte seine Teamkollegen jederzeit mitreißen. Darunter befinden sich etliche deutsche Nationalspielerinnen und Spieler wie Gesche Schünemann oder Dirk Köhler. Die beinahe professionell arbeitenden Weltpokalsieger haben in diesem Jahr bereits den nationalen Pokalwettbewerb gewonnen, der Anfang April in Frankfurt ausgespielt worden war. Schon dort war Lahn-Dill im Finale auf die Zwickauer getroffen und hatte sich mit 68:58 Punkten klar durchsetzen können. Demgegenüber war die entscheidende Begegnung um die deutsche Meisterschaft deutlich kämpferischer und bis kurz Schluss spannend geblieben. Für die Wetzlarer Seriensieger ist die Saison damit jedoch noch nicht zuende. Beim Champions-Cup-Finale in Zwickau haben die amtierenden Weltpokalsieger schon Anfang Mai die Gelegenheit, einen weiteren internationalen Titel zu gewinnen.
Neuaufbau in Frankfurt
Nicht ganz so berauschend war die Saison 2010/11 für die Mainhatten Skywheelers verlaufen. Das von der ehemaligen Nationalspielerin Nora Schratz trainierte Team des RSC Frankfurt musste zuletzt Spielerabgänge genauso verkraften wie Verletzungen, was dazu führte, dass die Playoffs um die deutsche Meisterschaft nicht erreicht wurden und die Mannschaft im Bundesligaabschlussklassement auf dem siebten Rang notiert ist. Erfolgreicher verlief da schon das Pokalturnier vor heimischem Publikum, wo die Frankfurter den USC München mit einem 54:48-Sieg zurück in die bayerische Landeshauptstadt schicken konnten. "Wir sind quasi deutscher Amateurpokalsieger geworden", sagte RSC-Teammanager Pierre Fontaine zum dritten Platz der Skywheelers, die ebenfalls mit zahlreichen Nationalspielern bestückt sind und in der kommenden Bundesligasaison wieder angreifen wollen.
Hessenpower auf Bundesebene
Gemeinsam mit den Leistungsträgern der Wetzlarer werden die deutschen Nationalteams im neu geschaffenen paralympischen Trainingsstützpunkt ihr Profil suchen. Schon im September, bei der Europameisterschaft in Israel, könnte das Ergebnis der Vereinsvernetzung die erhoffte Dynamik entfalten: Vor allem die Frauen, die sich im WM-Finale von 2010 den USA geschlagen geben mussten, haben eine reelle Titelchance.
Rudern/April
Gelungener Saisonauftakt

Marcel Hacker ist ein Typ, der nicht so schnell aufgibt. Der inzwischen 33 Jahre alte Profiathlet (Frankfurter RG Germania), der 2002 schon einmal Einerweltmeister war, will in diesem Jahr den Grundstein für die Olympiasaison 2012 legen. Beim für alle deutschen Kaderruderer verbindlichen Frühtest in Köln hat Hacker über die Distanz von 2000 Metern eine beeindruckende Leistung abgeliefert. "Er ist das Rennen wie verabredet defensiv angegangen und hat sich dann mit einem Spurt nach der Streckenhälfte an die Spitze des Feldes gesetzt", resümmierte Trainer Ralf Hollmann, der ob des klaren Sieges mit vier Sekunden Vorsprung vor Lauritz Schoof (Rendsburger RV) voll des Lobes war. "Das hatte ich noch nie gesehen. Als ob Marcel nur darauf gewartet hätte, endlich losspurten zu dürfen." Der sechsfache deutsche Einermeister, der sich vorgenommen hat, bei den Spielen in London mit dann 34 Jahren die Goldmedaille zu gewinnen, erntete aber auch die Anerkennung von Nationaltrainer Hartmut Buschbacher: "Ich denke, dass er für die Saison und die Aufgaben beim Weltcup gut gerüstet ist."
Schwimmen/April
Daniel Christian Simon wird Doppel-Weltmeister

Daniel Simon (Mitte) schwamm in Antalya von Erfolg zu Erfolg
Bei der 4. IBSA-Weltmeisterschaft der sehbehinderten Schwimmer in Antalya (Türkei) hat der 22 Jahre alte Student insgesamt sechs Medaillen gewonnen - darunter zwei Goldene. Gleich am ersten Tag der Titelkämpfe gewann Simon (VSG/DSW Darmstadt) über 100m-Schmetterling in 1:02,46 Minuten die Silbermedaille. "Ich bin zwar unzufrieden mit meiner Zeit, aber mit dem Platz auf dem Treppchen wurde natürlich der enorme Druck von mir genommen", sagte der frischgebackene Doppel-Weltmeister, der seinen ersten Titel gleich Tags darauf über 50m-Schmetterling in der neuen deutschen Rekordzeit von 27,73 Sekunden gewann. Im hart umkämpften Rennen über 100m-Freistil konnte sich der Südhesse in der persönlichen Bestzeit von 56,13 Sekunden mit einer enormen Kraftanstrengung vor dem Russen Stepan Smagin knapp durchsetzen.
Sechsmal Edelmetall im Gepäck
Daniel Christian Simon, der der Schadensklasse S13 angehört (5-10 % Restsehvermögen), gewann seine drei Bronzemedaillen über 100m- und 200m- Brust sowie über 50m-Freistil. "Ich bin super glücklich. Beim Lehrgang in Zypern bin ich perfekt vorbereitet worden und hab mich dementsprechend auch total gut gefühlt", sagte der vielfache deutsche Meister, der ursprünglich vom Triathlon kommt, wegen seiner Augenkrankheit mittlerweile jedoch ganz aufs Schwimmen umgesattelt ist. In seiner Karriere ist es nun auch schon der insgesamt dritte WM-Titel. Bei der Kurzbahn-WM im Dezember 2009 in Rio de Janeiro hatte er über 50m-Freistil bereits eine Goldmedaille gewonnen.
Ringen/April
Bronzemedaille für Saba Bolaghi
Bei der Heimeuropameisterschaft in Dortmund hat der Frankfurter Saba Bolaghi (RWG Mömbris/Königshofen) eine von insgesamt zwei Medaillen für die deutsche Mannschaft erzielt. Vor über 3000 Zuschauern in der Westfalenhalle konnte der 21 Jahre alte Sportstudent im kleinen Finalkampf in der Klasse bis 66 Kilogramm den routinierten Ungarn Gergely Wöller trotz einer angebrochenen Rippe bezwingen. "Die nächsten Wochen werden einfach phantastisch. Ich habe das alles noch gar nicht begriffen", sagte Bolaghi nach seinem Medaillengewinn.
Auf dem Weg ins "kleine" Finale hatte er nach seinem Sieg über Manuel Ortiz Franco (Spanien) in der zweiten Runde große Schwierigkeiten mit dem starken Polen Adam Sobieraj. Seinen Einzug ins Halfinale schaffte Bolaghi dann gegen den Georgier Koba Kaskaladze - eine Begegnung, in der der junge Deutsche wiederum sein ganzes Können aufbieten musste. In der Vorschlussrunde traf er schließlich auf den späteren Europameister Jabrayil Hasanov (Aserbeidschan), dem er einstweilen noch klar unterlag. Begeistert war Saba Bolaghi von der guten Stimmung in der Westfalenhalle: "Mit den vielen Zuschauern, das war Gänsehautfeeling pur. Das hat mich total gepusht."
Fußball/März
Alle Wege führen nach Frankfurt
Wenn die FIFA Frauen-WM am 26. Juni im Berliner Olympiastadion mit dem Eröffnungsspiel des deutschen Nationalteams gegen Kanada beginnt, werden etliche Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt auf dem Platz stehen. Sie haben eine erfolgreiche Saison hinter sich und nach dem Gewinn des DFB-Pokals gegen die Erzrivalinnen von Turbine Potsdam noch einmal Selbstvertrauen getankt.
Natürlich ist das WM-Finale in der Frankfurter Arena das Ziel aller Träume. Auf dem Weg zur Titelverteidigung macht es dann mutmaßlich auch keinen Unterschied mehr, zu welchem Anteil sich das deutsche Nationalteam aus Vertreterinnen des 1. FFC oder Turbine Potsdam zusammensetzt. Doch die WM ist noch Zukunftsmusik. Einstweilen freuen sich die Frankfurterinnen über ihren 2:1 (1:1)-Sieg in Köln im Finale des DFB-Pokals, den sie nunmehr zum achten Mal gewonnen haben. Nach einer insgesamt dreijährigen Titelpause und einer Bundesligasaison, die nach dem abschließenden 8:2 Kantersieg gegen Bayern München zu Hause am Brentanobad in F-Rödelheim mit dem zweiten Platz im Gesamtklassement endete, fand Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth treffliche Worte: "Wir sind stolz auf unsere Mädels. Frankfurt ist das Herz des Frauenfußballs."
Torgefährliche Frankfurterinnen
Angesichts des noch frischen Erfolges war die Enttäuschung über die um nur einen einzigen Punkt verpasste Meisterschaft vergessen. Stattdessen freute sich Teammanager Siegfried Dietrich: "Wir haben in dieser Saison den schönsten Fußball gezeigt und die Champions-League-Qualifikation geschafft." Mit dabei war einmal mehr die mittlerweile 33 Jahre alte Birgit Prinz, die ihre Karriere nach der Weltmeisterschaft mutmaßlich beenden wird. Zwar blieb der Spielführerin des deutschen Nationalteams im DFB-Finale ein Treffer versagt, doch verfügen die Frankfurterinnen bekanntlich über zahlreiche torgefährliche Spielerinnen - darunter die aktuelle Bundesligatorschützenkönigin Conny Pohlers oder auch die erst 20 Jahre alte Svenja Huth, die den Führungstreffer zum 1:0 gegen Potsdam erzielte; für den Siegtreffer war Kerstin Garefrekes zuständig, die bereits 2007 zum deutschen Weltmeisterteam von Shanghai zählte und von Bundestrainerin Silvia Neid abermals nominiert wurde.
WM-Ausblick
Insgesamt sind es sieben Spielerinnen vom 1. FFC, die zum vorläufigen deutschen WM-Aufgebot zählen. Neben Spielmacherin Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes sind auch Ariane Hingst, Melanie Behringer, Dzsenifer Marozsan (alle Mittelfeld) sowie Abwehrspielerin Saskia Bartusiak und Torfrau Nadine Angerer mit von der Partie. Für die hinter den USA und vor Brasilien auf Rang zwei der FIFA-Weltrangliste notierten deutschen Frauen wird die WM mit den Vorrundenspielen gegen die ebenfalls starken Teams aus Kanada und Frankreich beginnen. Der dritte Gruppengegner Nigeria wird schwächer eingestuft und rangiert nur auf Position 27.
Rudern/März
Marcel Hacker gewinnt Leipziger Langstrecke
Mit einem souveränen Sieg ist der dreimalige Olympiateilnehmer (RG Frankfurter Germania) in die Saison gestartet. Bei der Traditionsregatta in Leipzig-Burghausen, die für die deutschen Ruderer einen ersten Gradmesser im Hinblick auf bevorstehende Herausforderungen markiert, siegte Marcel Hacker über 6000m in 22:53 Minuten vor Lauritz Schoof (Rendsburger RV/23:04) und dem zeitgleichen Philipp Wende (Wurzener RV). Hacker war das Rennen entspannt angegangen und übernahm erst auf den letzten zwei Kilometern die Führung. "Ich konnte gleichmäßig durchrudern. Das hat sich ausgezahlt", zeigte sich nicht nur der 33 Jahre alte Profi-Athlet mit seiner Leistung zufrieden. "Dass er das Rennen nach hinten raus umgebogen und so souverän gewonnen hat, gibt auch ein gutes Stück Selbstvertrauen", sagte sein Trainer Ralf Hollmann, dervon ausgeht, dass sich Hacker bereits in diesem Jahr für die Olympischen Spiele in London 2012 qualifiziert, was im Rudersport möglich ist.
Leichtathletik/März
Deutscher Sieg bei Winterwurf-Challenge
Anders als es bei Läufern und Springern der Fall ist, gibt es in den klassischen Kraftdiszilpinen keine Hallensaison. Kugelstoßer, Speer-, Diskus- und Hammerwerfer haben deshalb monatelang kaum Gelegenheit, sich im Wettkampf zu messen. Die EAA Winterwurfchallenge, die in diesem Jahr in Sofia ausgetragen wurde, ist deshalb ein wichtiger erster Gradmesser für die bevorstehende Sommersaison. Der Sieg des deutschen Teams (4142 Punkte) vor Russland (4079 Punkte) und Frankreich (4029 Punkte) lässt das Beste erwarten.
Gleich zu Beginn des Wettkampfs erreichte Kugelstoßerin Josephine Terlecki (Magdeburg) mit 17,33 Metern den vierten Platz. Hammerwerferin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) musste sich mit 72,71 Metern zwar ihrer russischen Dauerkonkurrentin Tatjana Lysenko (73,10 Meter) geschlagen geben, übertraf als Zweitplatzierte jedoch die Normweite von 71,50 Metern für die Weltmeisterschaft im August im südkoreanischen Daegu. Vereinskollegin Kathrin Klaas, die als bisherige deutsche Jahresbeste ebenfalls für den Wettkampf in Sofia nominiert war, verzichtete jedoch auf eine Teilnahme. Wenige Tage vor der Abreise hatte sie sich einen Muskelfaserriss am Oberschenkel zugezogen.
Letzte Vorbereitungen für Sommersaison
Auch im Speerwurf sprang ein sehr guter zweiter Platz heraus. Esther Eisenlauer (Saarbrücken) erzielte 56,99 Meter und wurde lediglich von der Ukrainerin Hanna Hazko (58,35 Meter) übertroffen. In Anbetracht der Außentemperaturen von annähernd null Grad waren die Bedingungen auch beim Diskuswurf für alle Athletinnen gleich schlecht. Allerdings hatte sich die für Deutschland startende Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) den Magen verdorben und war deshalb nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte. Mit 55,53 Metern landete Rumpf auf dem sechsten Rang. Nachdem die Polizeikommissaranwärterin wenige Tage zuvor in Schweden noch an die 58 Meter heran geworfen hatte, wird deutlich, dass ein kurzfristiger Kräfteverlust vorlag, der im Trainingslager in Portugal sicherlich bald wieder ausgeglichen werden kann.
Ringen/März
Überragendes Abschneiden bei DM
Wenige Tage vor Beginn der Europameisterschaft haben die hessischen Freistilringer bei der Deutschen Meisterschaft in Weinheim-Sulzbach brilliert: Zwei Titel, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen sind die hervorragende Ausbeute.
Saba Bolaghi (rechts) auf dem Weg zum Titel
Dabei hat Saba Bolaghi (RWG Mömbris/Königshofen) seinen ersten nationalen Titel bei den Männern ausgerechnet gegen Martin Daum (KSC Seeheim-Jugenheim) gewonnen, der ebenfalls dem hessischen Verband angehört. Bolaghi, dessen Familie aus Persien stammt, wo Ringen ein Volkssport ist, siegte in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm in einen äußerst spannenden Finale über drei Runden, das bis zuletzt hart umkämpft war. Der 21 Jahre alte Sportstudent, der bei der DM 2010 bereits Zweiter geworden war, hatte sein Potenzial schon in den Vorrunden aufscheinen lassen, sich im Halbfinale gegen Sascha Büchner (AC Goldbach) allerdings schwer getan.
Bolaghi für Heim-EM in Dortmund nominiert
Nach dem ebenfalls knappen Finalsieg des Frankfurters meinte Landestrainer Sascha Güldner: "Das war schon glücklich für ihn, denn beide Athleten haben gleich stark gerungen." Einen weiteren deutschen Meistertitel für Hessen verbuchte in der Klasse bis 96 Kilogramm Kevin Schwäbe (KSC Hösbach); die Bronzemedaillen gingen an Tim Müller (ebenfalls Hösbach/bis 60 Kilogramm), Marcel Fornoff (TSV Gailbach/bis 66 Kilogramm) und Peter Weisenberger (RWG Mömbris/Königshofen/bis 84 Kilogramm). Für die Europameisterschaft in Dortmund (29. März bis 3. April) hat Bundestrainer Alexander Leipold mit Saba Bolaghi und Kevin Schwäbe zwei Hessen nominiert: "Eine gute Mischung, vier Sportler sind noch unter 23 Jahre, wobei unsere Medaillenhoffnungen auf dem internationale erfahrenen David Bichinashvili ruhen."
Schwimmen/März
Gelungene Generalprobe
Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft der sehbehinderten Schwimmer in der Türkei haben Daniel Simon (DSW/VSG Darmstadt) und Robert Dörries (FV Wehrda) bei den Danish Open einen letzten Leistungstest unter Wettkampfbedingungen absolviert. Bei der Veranstaltung für Athletinnen und Athleten mit den verschiedenartigsten Behinderungen gelang Simon über 100m-Freistil eine persönliche Jahresbestleistung - in 53,93 Sekunden gewann er die Silbermedaille. Robert Dörries erzielte über dieselbe Distanz in 58,34 Sekunden als Fünfter sein bestes Ergebnis. Beide Schwimmer sind mittlerweile ins Trainingslager nach Zypern aufgebrochen.
Tischtennis/März
Erfolgreiche DM für Patrick Franziska
Im Lande des Weltranglistenersten Timo Boll wird mit einem besonders wachen Auge auf den Nachwuchs geblickt. Zu den größten Hoffnungen zählt Patrick Franziska (TG Hanau), der seine erste Deutsche Meisterschaft in der Aktivenklasse in Bamberg mit großen Erfolg abgeschlossen hat. Glanzstück war für den 18 Jahre alten Jugendeuropameister der Gewinn der Silbermedaille im Doppel. Im Zusammenspiel mit seinem ebenfalls erst 19 Jahre alten Trainingskollegen Philipp Floritz (Plüderhausen) scheiterten die beiden Youngsters nur ganz knapp mit 3:4 Sätzen an Einzelmeister Bastian Steger (Saarbrücken) und dessen Partner Lars Hielscher (Bremen). Auf dem Weg ins Finale hatte das Duo Franziska/Floritz mit einer herausragenden Leistung die Titelverteidiger und Teameuropameister Patrick Baum (Düsseldorf)/Dimitri Owtscharow (Orenburg/Russland) mit 4:2 Sätzen aus dem Wettkampf befördert. Dass es für den Doppeltitel am Ende doch nicht ganz gereicht hat, führte Bundestrainer Helmut Hampl auf die noch fehlende Stabilität der beiden deutschen Nachwuchshoffnungen zurück.
Nationalmannschaft siegt in Russland
Im Einzel verlor Patrick Franziska das Viertelfinale mit 0:4 Sätzen gegen den späteren Titelträger Bastian Steger. Diese einstweilen noch deutliche Niederlage konnte der amtierende Hessenmeister aber insofern positiv bewerten, als er, seiner Setzung entsprechend, die Runde der letzten Acht ja erreicht hatte.
Unmittelbar nach der Deutschen Meisterschaft war Patrick Franziska auch für das letzte Gruppenspiel der Nationalmannschaft in der European Nations League gegen Russland gebucht. Ohne den Weltranglistenersten Timo Boll trug das stark verjüngte deutsche Trio, bestehend aus Ruwen Filus (Ochsenhausen), Patrick Franziska und Philipp Floritz, in Moskau einen klaren Sieg davon und wird im Halbfinale auf Tschechien oder Österreich treffen.
Sportschießen/Februar
Christian Reitz gewinnt mit TuS Kriftel DM-Bronze
Binnen der vergangenen Jahre hat sich der TuS Kriftel immer mehr zu einem deutschen Spitzenverein im Sportschießen entwickelt. Im Jahr 2005 in die Bundesliga aufgestiegen, sind die Südhessen beim Bundesliga-Finale der Luftpistolenschützen in Paderborn Dritte geworden. Es war der größte Erfolg der bisherigen Vereinsgeschichte - auch dank Christian Reitz, der als Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen von Peking 2008 mit der Schnellfeuerpistole das Aushängeschild des Vereins ist.
Starke Leistung für den Verein
Nachdem die Kriteler im Viertelfinale bereits gegen das favorisierte Team des TSV Ötlingen (Kirchheim/Teck) knapp gewonnen hatten und dabei natürlich auf Christian Reitz zählen konnten, der im Spitzenduell gegen den ebenfalls im Nationalkader befindlichen Patrik Lengener einen deutlichen Sieg mit 375:369 Ringen davontrug, sicherten sie sich im "kleinen Finale" den ersten Podestplatz bei einer Deutschen Meisterschaft überhaupt. Mit 1890 Ringen war dieser große Erfolg gegen den SB Broistedt (Niedersachsen) wiederum maßgeblich auch Christian Reitz zu verdanken, der seinem Teamkollegen mit einem knappen 383:382-Sieg gegen Hans Jörg Meyer wiederum den nötigen Rückhalt geben konnte. Die Begeisterung über die Bronzemedaille weist für den TuS Kriftel auch den Weg in die Zukunft. Schon im kommenden Jahr wollen sie auf dem Stockerl ein Stückchen weiter nach oben klettern.
Sportschießen/Februar
Manuela Schmermund schießt ab sofort erstklassig
Der Aufstieg der SG Mengshausen (Nordhessen) in die Luftgewehrbundesliga ist mit einem ganz besonderen Ereignis verbunden: Die gehbehinderte Paralympicssiegerin Manuela Schmermund darf ab sofort gemeinsam mit Nichtbehinderten in der höchsten deutschen Leistungsklasse an den Start gehen. Nachdem ein wissenschaftliches Gutachten ergeben hatte, dass Rollstuhlfahrer aus ihrer sitzenden Position keine sportlichen Vorteile ziehen können, ermöglichte der Deutsche Schützen-Bund (DSB) die Neuregelung in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole. "Das ist eine absolute Premiere im deutschen Sport", sagte Verbandspräsident Josef Ambacher, der sich freut, dass die Änderung durch Manuela Schmermund unmittelbar auch mit Leben gefüllt wird.
Große Ziele
Für die 39 Jahre alte Verwaltungsangestellte geht damit ein Traum in Erfüllung. "Ich könnte die ganze Welt umarmen", sagte die durch einen Verkehrsunfall an den Rollstuhl gefesselte Athletin, die sich das Ziel, mit ihrer Mannschaft eines Tages in Bundesliga aufzusteigen, schon vor Jahren gesetzt hatte. Im Anschluss an den Aufstiegswettkampf in Hannover betonte Schmermund, dass sich der Erfolg durch hervorragende Leistungen während der gesamten Saison bereits angedeutet habe. Und auch in der Bundesliga wollen die Nordhessen etwas erreichen: "Wir wollen ins Finale, unter die letzten Vier. "
Leichtathletik/Februar
Kleine Sensation bei den Hammerwerferinnen
Zum ersten Mal in ihrer Karriere hat Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) ihre große Konkurrentin und Vereinskollegin Betty Heidler geschlagen. Beim mittlerweile 93. Aufeinandertreffen der beiden Frauen, das im Rahmen eines Trainingslagers in Südafrika stattfand, schleuderte die auf nationaler Ebene ewige Zweite den Hammer auf sensationelle 75,30 Meter hinaus, während Europameisterin Heidler 74,72 Meter erreichte. Im internen deutschen Testwettkampf war jedoch nicht nur der Sieg von Kathrin Klaas, die auf diesem Moment jahrelang gewartet hat, ein absolutes Novum. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sie sich mit ihrer neuen Bestweite in die absolute Weltspitze katapultiert hat. Bereits im vergangenen Jahr war Kathrin Klaas deutlich erstarkt aus den Saisonvorbereitungen gekommen, hatte zu Betty Heidler aber dennoch nicht aufschließen können. Bei der Europameisterschaft in Barcelona war sie in der Qualifikation unglücklich ausgeschieden.
Um so erfreulicher ist die Leistungsexplosion der WM-Vierten von Berlin 2009, die auf ihre alte Bestmarke 77 Zentimeter draufgepackt hat. Für die kommende Freiluftsaion scheint Kathrin Klaas also bestens gerüstet. Zu erwarten sind nun große Duelle der beiden Frankfuterinnen auf Augenhöhe.
Leichtathletik & Fördersysteme/Februar
Im Sinne des dualen Systems
Die vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) ausgerichtete deutsche Meisterschaft der Leichtathleten hat ihren eigenen Reiz. Selbiger speist sich aus einer speziellen Mixtur, die Freizeit- und Spitzensportler im Wettkampf vereint. Und dies gilt auch für zahlreiche andere Sportarten, in denen hessische Athletinnen und Athleten, wie etwa bei sämtlichen Skidisziplinen, keine Rolle spielen. Was die Leichtahtletik angeht, so wird die adh-Meisterschaft seit Jahren in Frankfurt-Kalbach ausgerichtet, was in gewisser Weise auch mit Günter Eisinger zu tun hat, der als Cheforganisator fungiert. Der Trainer von Weltklassehochspringerin Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt) erkennt einen tieferen Sinn in seinem Extra-Engagement.
Partner des Spitzensports
"Der Stellenwert des Hochschulsports ist bei uns nicht mit den USA oder mit Russland vergleichbar, wobei die Uni auf dem Weg nach oben schon viel helfen kann. Als Verfechter des dualen Systems freue ich mich, dass wir bei der Universiade immer wieder eine tolle Mannschaft haben, die auch Medaillen gewinnt", sagte Eisinger, der die Tatsache, dass die adh-Veranstaltung nun schon zum vierten Mal in Folge in Frankfurt stattfiand, auf das mangelhafte Interesse anderer potenzieller Ausrichter in Stuttgart, Ulm oder auch Mannheim zurückführt: "Das ist halt keine Angelegenheit fürs Prestige. Aber wir müssen dieses Angebot aufrechterhalten, weil die Leichtathletik darunter leiden würde." Gleichwohl existieren seit dem Jahr 2000 bundesweit immerhin gut 90 Universitäten, die sich als Partner des Spitzensports verstehen. Da könne dann auch mal eine Klausur nachgeschrieben werden.
Marscheck zufrieden
Während die Mehrheit der studierenden hessischen Top-Athleten auf einen Start in Frankfurt verzichtete, zeigte sich Beatrice Marschek (Uni Gießen) trotz fehlendem Titelgewinn mit ihrem Leistungen zufrieden. Als Zweite im 60m-Sprint rannte sie in 7,57 Sekunden persönliche Bestzeit. Zwar musste sie sich im Weitsprung, ihrer eigentlichen Paradedisziplin, mit 6,22 Metern der für die Uni Frankfurt startenden Xenia Atschkinadze geschlagen geben. "Aber das war aus dem Training heraus und insofern völlig in Ordnung", sagte Marscheck, die über die gesamte bisherige Hallensaison hinweg nicht nur zahlreiche Wettkämpfe bestritten hat, sondern mit vielversprechenden Leistungen zu überzeugen wusste. Über einen Titelgewinn freute sich derweilen Christiane Klopsch (Uni Frankfurt), die über 400m in 55,22 Sekunden nicht zu schlagen war. Die 20 Jahre alte Butzbacherin, deren größter bisheriger Erfolg ein fünfter Rang bei der U-20 Europameisterschaft 2009 über 400m-Hürden war, will in diesem Jahr die Qualifikation für die Universiade schaffen oder alternativ bei der U-23 Europameisterschaft mittun.
Schwimmen/Februar
Sieben auf einen Streich

Foto: Uliphoto.de
Kurzbahnweltmeister Daniel Simon (DSW/VSG Darmstadt) hat bei der Süddeutschen Meisterschaft der Handicapschwimmer im Darmstädter Nordbad sieben Medaillen gewonnen. Der 22 Jahre alte Student sicherte sich die Titel über 100m-Freistil und 50m-Rücken. Hinzu kamen zwei Silbermedaillen über 200m-Lagen und 50m-Freistil sowie dritten Plätze über 50m-Brust, 50m-Schmetterling und 100m-Schmetterling. "Ich habe mich die ganze Zeit über sehr gut gefühlt, müsste am Ende aber dem großen Pensum Tribut zollen", sagte Simon, der sich momentan auf die Weltmeisterschaft der sehbehinderten Schwimmer im April in der Türkei vorbereitet. Derweil hat sich die mittlerweile zum vierten Mal in Simons Heimatstadt ausgetragene Süddeutsche Meisterschaft zu einer echten Großveranstaltung mit internationalem Anstrich entwickelt. Insgesamt 130 behinderte Schwimmerinnen und Schwimmer waren am Start, darunter zahlreiche Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft sowie Athletinnen und Athleten aus Österreich und Italien.
Leichtathletik/Januar
Junge Talente lassen aufhorchen
Bei der Süddeutschen Meisterschaft in Karlsruhe machte in Abwesenheit von Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) vor allem der 20 Jahre alte Sprinter Felix Göltl (TuS Kriftel) von sich reden. Im Sprint über 60-Meter bot er dem früheren Hallen-Europameister Tobias Unger (LG München) Parolie und belegte in 6,75 Sekunden und mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand den zweiten Platz. Für Beatrice Marschek (LAZ Gießen) endeten die Titelkämpfe im Weitsprung ebenfalls mit einer Silbermedaille. Mit 6,31 Metern musste sie sich nur der Regensburgerin Michelle Weitzel (6,50 Meter) geschlagen geben. Eine überzeugende Leistung bot aus hessischer Sicht darüber hinaus die 18 Jahre alte Gesa Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt), die über 1500 Meter in 4:24,57 Minuten den Titel gewann. Die U-20 WM-Vierte gilt als großes Talent und war in Karlsruhe bereits favorisiert.
Leichtathletik/Januar
Claudia Rath verteidigt deutschen Hallentitel

Unterwegs zum Sieg: Claudia Rath (links) setzt zum Überholmanöver an
Lange Zeit war sich die Mehrkämpferin von Eintracht Frankfurt unsicher, ob sie bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Frankfurt/Kalbach überhaupt an den Start gehen würde. Rückenprobleme und ein leichter Muskelfaserriss, den sie sich im Dezember zugezogen hatte, waren aber nicht der einzige Grund für das Zögern der 24 Jahre alten Titelverteidigerin. Die Grundausbildung bei der Bundeswehr hatte die Sportsoldatin in ihrem Trainingsplan zurückgeworfen, und dann gab es da noch die Weisung von Bundestrainer Claus Marek, der seinen Kaderathleten aufgrund der zuletzt auffälligen Verletzungsproblematik dazu geraten hat, auf Hallenwettkämpfe entweder ganz zu verzichten oder einzelne Disziplinen herauszupicken.
Geschafft, aber glücklich: Claudia Rath nach ihrem Sieg in Frankfurt
Claudia Rath hat die Vorgabe des Bundestrainers aber nicht als zwingende Order begriffen, sondern als Empfehlung, über die sie sich aus freien Stücken hinwegsetzen könne. "Er hatte nichts dagegen, dass ich in Frankfurt starte. Und ich brauche einfach die Bestätigung im Wettkampf", sagte Rath die ihren Titel mit 4339 Punkten verteidigen konnte und sogar noch eine bessere Punktzahl erreichte als im vorigen Jahr.
Hessisches Mehrkampftalent mit Potenzial
Allerdings wurde der Hallenfünfkampf für die Europameisterschaftselfte von Barcelona 2010 deshalb kein Zuckerschlecken. Ihre junge Trainingspartnerin Christina Kiffe (ASC Darmstadt) lag ihr lange Zeit nicht nur dicht auf den Fersen, sondern führte dank ausgezeichneter Leistungen im Hürdenlauf (8,64 Sekunden), Hochsprung (1,84 Meter) und auch im Weitsprung (6,04 Meter) als A-Jugendliche die Gesamtwertung an. Kiffe, die wegen ihrer Verletzungsanfälligkeit im Kaderkontext frühzeitig als angezählt galt, ist nach Ansicht von Jörg Graf, dem ehemaligen hessischen Landestrainer der Mehrkämpfer, jedoch gleichwohl ein riesen Talent. "Sie ist gesundheitlich aber sehr anfällig", beschrieb der hessische Trainer des Jahres 2009 das bisherige Dilemma der 18 Jahre alten Schülerin, deren Ziel nun die U-20 Europameisterschaft in Tallinn (Estland) ist. "Ich bin so froh, dass es jetzt endlich läuft und dass ich vor allem keine Rückenbeschwerden mehr habe", sagte Kiffe, die ihr Problem angeblich mit verstärktem Krafttraining in den Griff bekommen hat. Mit 4221 Punkten erreichte sie das zweitbeste Ergebnis in Frankfurt.
Kribbeln auf der Bank
Nun ist Christina Kiffe nicht das einzige hessische Mehrkampftalent, dem sich ein gehöriges Potenzial nachsagen lässt. Im Publikum saß Carolin Schäfer (Eintracht Frankfurt), die U-20 Weltmeisterin von 2008 und Europameisterin 2009, die ihre langwierige Knieverletzung mittlerweile auskuriert hat und sich wieder putzmunter fühlt. "Es kribbelt schon, aber ich wollte hier nicht aus dem Training heraus starten, sondern konzentriere mich auf die Freiluftsaison", sagte Schäfer, die derzeit ihr Abi macht und den Auftritt von Altersgenossin Kiffe gelassen nahm: "Konkurrenz belebt das Geschäft", sagte sie cool und steuert mit ihren 19 Jahren die U-23 WM im tschechischen Ostrawa an. Indessen geht es ihr vorderhand aber darum, einen Siebenkampf durchzuhalten. Auf der Matte stand derweil Vereinskollegin Sara Gambetta, die sich als Zweite der U-20 Weltmeisterschaft von 2010 auch etwas auf sich einbilden kann. Doch die schon als Shooting-Star gefeierte 17 Jahre alte Schülerin aus Schlitz in Nordhessen musste den Fünfkampf in Frankfurt/Kalbach wegen einer Muskelverhärtung vorzeitig aufgeben.
Leichtathletik/Januar
Weite Würfe trotz frostigem Winterwetter

Foto: privat
In Ermangelung einer Winterwurfmeisterschaft haben sich die hessischen Diskuswerfer trotz eisiger Temperaturen ins Freie gewagt und auf der Anlage des TV Elz die Gelegenheit zu einem Einladungswettkampf genutzt. Allen voran war EM-Finalistin Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) mit von der Partie und zeigte mit einer Siegesweite von 57,29 Metern eine beachtliche Leistung. Noch nie zuvor hatte die 27 Jahre alte Polizei-Kommissaranwärterin in einem Januar so gut geworfen - ein Umstand, der auch bei ihrem Trainer Martin Rumpf große Zufriedenheit hinterließ.
Wichtige Wettkampferfahrung
"Hätten wir ein Wurfhaus zur Verfügung gehabt, wäre bestimmt noch der ein oder andere Meter mehr drin gewesen", sagte Rumpf, der von der Abschaffung der Landestitelkämpfe aus Kostengründen alles andere als begeistert ist. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Europäische Winterwurf-Challenge sei diese Wettkampferfahrung für seine Athletin sehr wichtig. Als erfreulich wertet er außerdem die Tatsache, dass der TV Elz bereits die Bereitschaft signalisiert habe, das winterliche Diskus-Event zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen. Und auch im Sommer ist im Rahmen des Abendsportfestes ein Einladungswettkampf geplant.
Tischtennis/Januar
Schwindel erregender Titelgewinn
Die Art und Weise wie sich Patrick Franziska (TG Hanau) in Kassel seinen ersten Hessentitel in der Aktivenklasse erkämpft hat, ist mehr als erstaunlich. Von einer Grippe geschwächt, hatte der 18 Jahre alte Junioren-Europameister im Vorfeld der Meisterschaft kaum trainert, und auch während des Turniers schwächelte der Favorit anfangs gewaltig. Etwa musste er wegen eines Schwindelanfalls im Viertelfinale eine Pause einlegen. "Mein Trainer hat mir empfohlen auszusteigen, aber ich habe mich durchgebissen und es hat ja auch noch sehr gut geklappt", freute sich Franziska nach seinem klaren Finalsieg gegen Quing Yu Meng (Maberzell) mit 5:1 Sätzen.
Leichtathletik/Januar
Optimaler Jahresauftakt für Marscheck
Bei der Hessischen Hallenmeisterschaft in Frankfurt/Kalbach konnte sich vor allem Beatrice Marscheck in Szene setzen. Die für das LAZ Gießen startende Lehramtsstudentin zeigte sich dabei in einer beachtlichen Frühform und sicherte sich den Titel im Sprint über 60 Meter in 7,58 Sekunden. Marscheck, die nun bereits im vierten Jahr hintereinander schnellste Hessin geworden ist, musste sich im Finale lediglich Ksenia Achkinadze (LG Eintracht Frankfurt) erwehren, die bis etwa 30 Meter gegenhalten konnte und als Zweite schließlich in 7,65 Sekunden ins Ziel kam.
Und auch im Weitsprung konnte die 25 Jahre alte WM-Teilnehmerin von Berlin 2009 ihren Titel verteidigen, wobei sie mit einer Bestweite von 6,38 Metern nur knapp am hessischen Hallenrekord vorbeischlitterte, der bei 6,41 Metern notiert ist. Die guten Leistungen sind umso erstaunlicher als sich Beatrice Marscheck im Dezember eine Fußverletzung zugezogen hatte und deshalb nur eingeschränkt trainieren konnte. Trainer Markus Czech ist auf jeden Fall sicher, dass das Potenzial seiner Athletin noch nicht ausgereizt- und im Laufe der Hallensaison eine weitere Steigerung möglich ist.
Was die Laufwettkämpfe der Frauen angeht, so hinterließ auch die noch A-Jugendliche Gesa Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) einen blendenden Eindruck. Die Nachwuchsathletin siegte über 800 Meter (2:10,61 Minuten) und 3000 Meter (9:33,73 Minuten).
Große Ziele bei Julia Wanner
Ein neues Gesicht gab es mit Julia Wanner (Eintracht Frankfurt) im Hochsprung der Frauen zu sehen. Die 23 Jahre alte Wirtschaftsstudentin, die seit November gemeinsam mit Ariane Friedrich trainiert, sicherte sich mit übersprungenen 1,84 Metern ihren ersten Hessentitel. Unter den Augen ihrer prominenten neuen Freundin und Zimmergenossin im Frankfurter Olympiastützpunkt, die wegen eines Achillessehnenrisses eine Wettkampfpause von einem guten halben Jahr einlegen muss, kam Wanner zwar noch nicht an ihre persönliche Hallenbestmarke von 1,87 Metern heran. Doch hat die ehrgeizige Athletin schon angekündigt, sich im kommenden Jahr für die Olympischen Spiele in London qualifizieren zu wollen.
Auch Wanner hat in ihrer noch jungen Karriere schon eine verletzungsbedingte Zwangspause hinter sich. Um ein Ödem am Sprunggelenk auskurieren zu können, hatte die Berlinerin die gesamte Saison 2010 keinen Wettkampf bestritten. Nun hofft sie, an die Leistungen von 2009 anknüpfen zu können, wo sie bei der Universiade und der Deutschen Freiluftmeisterschaft jeweils den dritten Platz belegt hatte. "Ich wusste immer, dass ich nur dahin gehen würde, wo ich mich am besten weiterentwickeln kann", sagt Wanner, die nun genauso wie Ariane Friedrich von Günter Eisinger trainiert wird. Ihre Freiluftbestleistung von 1,93 Metern hofft sie vor diesem Hintergrund schon bald übertrumpfen zu können. "Ariane und ich, wir können uns gegenseitig auch pushen", schwärmt die Neue in Eisingers Obhut. Und auch der Trainer zeigt sich zufrieden:"Für Ariane in ihrer schwierigen Situation ist die Julia eine ganz große Stütze."
Martin Günther verteidigt seinen Titel
In Abwesenheit von Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) siegte Hoffnungsträger Felix Göltl (TuS Kriftel) im 60 Meter Sprint der Männer in 6,97 Sekunden. Wegen eines Wadenkrampfes, den der neue hessische Titelträger auf halber Strecke erlitt, entsprach die Zeit nicht ganz den Erwartungen. Im Hürdensprint über 60 Meter konnte sich mit Otman Lazib (TV Heppenheim) der aus Algerien stammende amtierende Afirkameister in 8,06 Sekunden durchsetzen. Eine ansprechende Leistung zeigte zum Jahresbeginn auch Hochspringer Martin Günther (LG Eintracht Frankfurt), der seinen Titel mit 2,19 Metern verteidigte.
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