Zum Auftakt der Schwimmeuropameisterschaft in Budapest hat Langstreckenschwimmer Christian Reichert (SC Wiesbaden) im Plattensee nur knapp eine Medaille verpasst. Der 25 Jahre alte Deutsche Meister über zehn Kilometer belegte auf eben dieser Distanz den vierten Platz, wobei er 4,4 Sekunden hinter dem russischen Bronzemedaillengewinner Jewgeni Drattsew ins Ziel kam. Den Titel sicherte sich Thomas Lurz (Würzburg) in 1:54,22,5 Stunden vor Valerio Cleri aus Italien. "Es ist schade, dass ich keine Medaille gewonnen habe, aber es überwiegt die Freude", kommentierte Reichert seine Leistung. Auf der 5 Kilometerstrecke belegte Reichert den siebten Rang.
Bei der Weltmeisterschaft der Sportschützen in München hat Christian Reitz (Kriftel) mit der Schnellfeuerpistole den fünften Platz belegt. Der Olympiadritte von Peking 2008 war hervorragend ins Finale gestartet, produzierte allerdings während der beiden abschließenden Schusserien etliche Fehler. Reitz, der im Nachhinein Schwierigkeiten mit der Visiereinrichtung beklagte, gewann in der nicht-olympischen Disziplin Standardpistole mit dem Team die Silbermedaille.
Höhepunkt einer Saison mit Hindernissen
Dass man auch von einer Ariane Friedrich nicht täglich Wunderdinge erwarten darf, sollte eigentlich klar sein. Die Hochspringerin von Eintracht Frankfurt hat einen verletzungsbedingt holprigen Spätstart ins Wettkampfgeschehen hinter sich und bei der Europameisterschaft in Barcelona dennoch die Bronzemedaille gewonnen. Bei 2,01 Metern war für die Selbstinszenerungskünstlerin mit dem wasserblonden Kampfkopf schlicht Ende der Fahnenstange. Und wer sich darüber beklagt, hat vom Hochleistungssport nichts verstanden.
Dauerduell
Natürlich weckt Friedrich, die den deutschen Rekord von 2,06 Metern hält, hoch fliegende Erwartungen. Alleine schon das Duell mit ihrer kroatischen Kontrahentin Vlasic braut sich vor jedem internationalen Showdown mittlerweile als so genannter Zickenkrieg medienwirksam zusammen. Da ist die weiblicher wirkende Kroatin, die lässig und weniger fokussiert daherkommt als die Deutsche und die fraglos auch mit ihrem ungeheuerlichen körperlichen Potenzial spielt. Mit 1,93 Metern Körpergröße überragt sie Ariane Friedrich um 15 Zentimeter. Friedrich ist dafür bissiger, nicht so leichtfertig und im Ganzen auch viel strukturierter als Vlasic. Die beiden schenken sich nichts und trotzdem hatte Vlasic mit 2,03 Metern die Nase wieder mal vorn. Darüber sollte sich die Frankfurterin aber nicht zu sehr den Kopf machen - sie hat mit 26 Jahren noch ausreichend Gelegenheit, ihre Potenzial auf die Spitze zu treiben. Dass die Schwedin Emma Green Silber holte, weil sie 2,01 Meter im zweiten Versuch packte, bleibt eine Randnotiz.
Weitere hessischer Starts
Der deutsche 400-Meter-Meister Kamghe Gaba hatte sich für einen Einzelstart knapp nicht qualifiziert. Es blieb die Chance in der Staffel, wo der Eintracht-Mann gemeinsam mit Bastian Swillims (Wattenscheid), Eric Krüger (Magdeburg) und Thomas Schneider (Potsdam) in 3:02,65 Minuten hinter Russland, Großbritannien und Belgien auf dem vierten Platz landete. Und auch die Siebenkämpferin Caludia Rath hat ihre Teilnahme in Barcelona mehr als gerechtfertigt. Mit 6107 Punkten erzielte die Deutsche Hallenmeisterin von der LG Eintacht Frankfurt eine persönliche Bestleistung und wurde Elfte. Da ist noch viel Luft nach oben.
Leichtathletik/Juli
Super Betty holt den Titel
Foto: Iris Hensel
Die Selbstverständlichkeit mit der Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) den Europameistertitel im Hammerwurf gewonnen hat, ist geradezu spektakulär. Die in früheren Jahren nervlich bisweilen flatterige Jurastudentin hat in Barcelona einen Wettkampf hingelegt, der seinesgleichen sucht. Mit der Siegesweite von 76,38 Metern, die sie im zweiten Versuch gleich erzielte, ließ sie ihre polnische Dauerkonkurrentinnen Anita Wlodarczyk, die mutmaßlich mit dem Wind im Stadion nicht zurechtkam, weit hinter sich. Für die mit einem permanenten Linksdrall werfende Weltmeisterin und Weltrekordhaltern standen am Ende 73,56 Meter zu Buche, was den dritten Rang für sie bedeutete. Auch Titelverteidigerin Tatjana Lysenko (Russland) war an diesem Abend nicht in der Lage, Betty Heidler Parolie zu bieten: Mit 75,65 Metern kam sie noch am nähesten an die Deutsche heran und gewann Silber.
Olympia im Visier
Nach ihrem WM-Sieg von Osaka 2007 ist es für Heidler bereits der zweite internationale Titel. Und weitere sollen folgen. Das Projekt London 2012, das mit einer olympischen Goldmedaille enden soll, hat, wie sie unmittelbar nach dem Gewinn der Europameisterschaft mitteilte, jedenfalls schon lange begonnen. Selbst einen Weltrekord schließt die 26 Jahre alte gebürtige Berlinerin nicht mehr aus. Heidlers Sieg, der zweifellos zum Souveränsten gehört, was in Barcelona überhaupt von einem Athleten oder eine Athletin abgeliefert wurde, hätte eigentlich von einer weiteren Medaille durch Kathrin Klaas (Eintracht Frankfurt) flankiert werden sollen. Doch Heidlers Vereinskollegin, die bei der WM in Berlin voriges Jahr Vierte wurde und sich zu einer konstanten 70 Meter-Werferin entwickelt hat, scheiterte ganz überraschend in der Qualifikation.
Rudern/Juli
Hacker beendet Saison
Der an einer Rippenprellung laborierende Deutsche Einermeister Marcel Hacker hat die Saison frühzeitig beendet - an der Ruder-WM in Neuseeland wird er dementsprechend nicht teilnehmen. Wegen dieser Verletzung sowie aus privaten Gründen hat sich der 33-jährige frühere Weltmeister zu diesem Schritt entschlossen. Nach einer bis zu diesem Zeitpunkt hervorragend verlaufenen Saison will er sich voll auf die Olympischen Spiele in London 2012 konzentrieren.
Leichtathletik/Juli
Endkampf mit Ansage
Was das reine Ergebnis angeht, könnte Sanine Rumpf (LSG Goldener Grund) nicht nur zufrieden sein, sondern glücklich. Die während der vergangenen Jahre immer wieder von Verletzungen geplagte Diskuswerferin aus Niederselters nahe Limburg hat bei der Europameisterschaft in Barcelona für eine hessische Überraschung gesorgt und als Siebte des Endkampfs gezeigt, dass künftig mit ihr zu rechnen ist.
Hätte Sabine Rumpf jene 62,21 Meter, die sie bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig erzielt hatte, nur minimal toppen können - die Bronzemedaille wäre die ihre gewesen. Doch die 27 Jahre alte Studentin war von der Atmopshäre des internationalen Wettkampfs offenbar zu beeindruckt oder auf dieser Ebene einfach nicht erfahren genug, um ihr Leistungsvermögen vollständig auszureizen zu können. Trotz böigem Wind schleuderte Rumpf den Diskus auf 58,89 Meter hinaus und ließ damit die Weltranglistenerste Nadine Müller (Halle/57,78 Meter) noch um einen Rang hinter sich. Den Titel gewann die junge Kroatin Sandra Perkovic mit 64,67 im letzten und anschließend vergoldeten Wurf.
Orakel von Niederselters
Sabine Rumpf, die in diesem Jahr als deutsche Vizemeisterin und Hochulmeisterin eine lange Schwächeperiode hinter sich gelassen hat, haderte im Olympiastadion von Barcelona aber auch mit dem Wind: "Er kam von allen Seiten. Das war echt ein Problem", sagte Rumpf, die sich nach ihren beachtlichen Saisonleistungen den Endkampftermin von Barcelona auf ihrer Homepage schon vorgemerkt hatte. Die meisten sportinteressierten Surfer werden dieses Date für bloßes Wunschdenken gehalten haben. Doch die U-23 Europameisterin von 2005 ist nicht der Typ für hirngespinstige Luftnummern. Flattern und wirbeln soll vielmehr der Diskus. Und das ist ein vertracktes Gerät, mit dem sie in Zukunft gleichwohl noch eine Menge Spaß haben könnte.
Schießen/Juli
Manuela Schmermund wird Weltmeisterin
Für die 38 Jahre alte Handicap-Schützin war der letzte Tag der Weltmeisterschaft im kroatischen Zagreb der goldene Tag. Die für die SG Mengshausen startende Nordhessin siegte nach einem spannenden Finale in der Disziplin Falling Target. Manuela Schmermund, die nach einem Autounfall querschnittsgelähmt ist, blieb während des regulären Wettkampfs genauso fehlerfrei wie ihr britischer Kontrahent Matthew Skelhon. Er erst ein Stechen zwischen beiden Athleten brachte die endgültige Entscheidung. Den dritten Rang belegte Lotta Helsinger (Schweden).
Leichtathletik/Juli
Sechs Hessen für EM in Barcelona qualifiziert
Mit den Leistungen seiner Athletinnen und Athleten bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig konnte der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) mehr als zufrieden sein. Vor allem Betty Heidler und Ariane Friedrich reisen als Medaillenkandidatinnen nach Barcelona.
Mit einer Siegesweite von 75,82 Metern hat Hammerwerferin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) ihre hervorragenden Saisonleistungen einmal mehr unter Beweis gestellt und ihren Deutschen Meistertitel zum fünften Mal hintereinander verteidigt. Dabei war die Jurastudentin der nationalen Konkurrenz haushoch überlegen. Selbst Vereinskollegin Kathrin Klaas, die sich inzwischen ebenfalls zu einer sicheren 70-Meter-Werferin gemausert hat und spätestens seit ihrem vierten Platz bei der Weltmeisterschaft in Berlin 2009 zur absoluten Weltspitze zählt, konnte Heidler keine Parolie bieten. Mit 68,85 Metern wurde sie Zweite. Beide Athletinnen werden Deutschland bei der EM in Barcelona vertreten, wobei Heidler mit großem Selbstbewusstsein nach Spanien reist und sich mindestens die Silbermedaille vorgenommen hat. Andrea Bunjes, die Dritte im Bunde der Eintracht-Hammerwerferinnen, belegte in Braunschweig mit einer Weite von 66,39 Metern den dritten Rang.
Selbstbestätigung für Friedrich
Überzeugen konnte auch Hochsprung-As Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt), die sich mit einer Höhe von zwei Metern den nunmehr fünften nationalen Freilufttitel sicherte. Nach einer Verletzungspause im Frühjahr hatte es eine Weile gedauert, bis die exaltierte Athletin den Kopf für einen 2-Meter-Sprung wieder frei hatte. Nach der erfolgreichen Titelverteidigung in Braunschweig dürfte ihr Selbstbewusstsein im Hinblick auf Barcelona ebenfalls gewachsen sein. Weniger glücklich endete der Wettkampf für Martin Günther (ebenfalls Eintracht Frankfurt). Der Deutsche Hallenmeister im Hochsprung, der den Winter über einen enormen Leistungssprung gemacht- und bei der Hallen-WM im Doha das Finale erreicht hatte, wurde zwar Deutscher Vizemeister, konnte mit der Höhe von 2,22 Metern jedoch nicht zufrieden sein. Genauso wie der neue Titelträger Raul Spank (Dresden) verpasste er die EM-Qualifikationsnorm von 2,28 Metern.
Durchwachsene Ergebnisse
Kamghe Gaba wiederum
dürfte Braunschweig mit gemischten Gefühlen
verlassen haben. Der 400-Meter-Spezialist der LG Eintracht Frankfurt gewann - nach 2006 - zwar seinen zweiten Einzeltitel, blieb in 45,92 Sekunden im Endlauf jedoch um zwei Hundertstel über der EM-Norm. Knapp vorbei ist auch vorbei dürfte man meinen, doch wird Gaba in Barcelona zumindest als Staffelläufer seine Chance bekommen. Und mit der 4x400-Meter-Staffel war er auch bei der Deutschen Meisterschaft erfolgreich. Obwohl vorab nur als neuntbestes deutsches Vereinsteam notiert, siegte die Eintracht-Staffel in 3:10,45 Minuten überraschend.
Enttäuschung machte sich indessen bei Sprinter Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) breit. Der Wetterauer kam bei den nationalen Titelkämpfen nicht in Fahrt: Über 200 Meter wurde er in 21,48 Sekunden Sechster und auch mit der 4x100-Meter-Staffel schied er im Vorlauf schon aus. Symptomatisch war, dass ausgerechnet die Stabübergabe zwischen Helmke und Nils Müller, dem zweitbesten Friedberger, nicht funktionierte. In den Laufkonkurrenzen gab es aus hessischer Sicht noch einen zweiten Platz durch Simret Restle (Kassel), die über 5000 Meter in 16:09,23 Minuten hinter Dauerkonkurrentin Sabrina Mockenhaupt ins Ziel kam. Beatrice Marschek (LAZ Gießen) belegte im Weitsprung mit 6,08 Metern den sechsten Rang.
Überraschende EM-Nominierungen
Derweil ist es eine überaus erfreuliche Tatsache, dass sich Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund) für die EM qualifiziert hat. Die neue Deutsche Vizemeisterin im Diskuswerfen (siehe Text unten) reist mit großen Ambitionen nach Barcelona: Auf ihrer Homepage hat sie als unmittelbar anstehenden Termin das EM-Finale genannt. Freudensprünge dürfte dieser Tage auch Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt) machen. Obwohl die Siebenkämpferin beim Qualifikationswettkampf in Ratingen an der EM-Norm von 6100 Punkten um 64 Zähler knapp vorbei geschrammt war, wird sie in Barcelona dabei sein.
Leichtathletik/Juli
Sabine Rumpf wirft zweimal EM-Norm
Im Aufwind: Sabine Rumpf
Es war lange nichts mehr von ihr zu hören: Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund), die 2005 im Diskuswerfen U-23 Europameisterin geworden war und danach einige sportliche Rückschläge hatte hinnehmen müssen, ist auf dem besten Weg zurück ins Rampenlicht. Schon bei einem Abendsportfest in Eppstein hatte die 27 Jahre alt Studentin mit einem Wurf auf 60,56 Meter die EM-Norm geknackt. Wenige Tage später - bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig - hat Sabine Rumpf diese Leistung mehr als bestätigt: Mit einem Wurf auf 62,21 Meter konnte sich die Limburgerin noch einmal eindrucksvoll steigern. Hinter Nadine Müller (Hallesche Leichtathletik-Freunde), die 63,07 Meter erzielte, wurde sie Deutsche Vizemeisterin.
Radsport/Juli
Die WM im Visier
Zaungast: Klaus Lungershausen beim IRONMAN NightRun mit seinem Sohn
Klaus Lungershausen (Mars Rotweiß Frankfurt) ist nicht unbedingt ein Typ, der schnell aufgibt. Das sollte bei Hochleistungssportlern eigentlich grundsätzlich so sein. Doch der zweifache Zeitfahrweltmeister in der Handicapklasse der Zerebralparetiker muss mit ganz neuen Wettkampfbedingungen zurecht kommen, die sich nachteilig für ihn auswirken: Seine Leistungsklasse wurde gestrichen und mit der Kategorie der Arm- und Beinamputierten zusammengelegt.
Nachteilige Klasseneinteilung
Für den 42 Jahre alten Routinier hat sich diese Umstrukturierung schon jetzt negativ ausgewirkt. Bei der Deutschen Meisterschaft im Zeitfahren in Elzach (Baden-Württemberg) wurde er hinter dem Penzberger Paralympicssieger Wolfgang Sacher diesmal nur Zweiter. "Sacher hat zwei gesunde Beine, aber ihm feht ein Arm. Wenn die Beine komplett in Ordnung sind, ist es immer ein Vorteil", betont Lungershausen, der seit einem Fahrradunfall vor vielen Jahren mit einer teilweisen Beinlähmung leben muss. Gleichwohl bleibt ihm keine andere Möglichkeit, als diese relative Ungrechtigkeit zu akzeptieren:"Ich muss einsehen, dass man es bei der Klasseneinteilung eben nicht immer jedem recht machen kann."
Topten bei der WM
Doch noch aus einem anderen Grund werde es immer schwieriger für ihn, in die Medaillenränge zu kommen: Die Förderung von Behindertensportlern sei in etlichen anderen Ländern deutlich besser. Viele seiner Konkurrenten könnten sogar profimäßig trainieren. "Das macht es für einen Feierabendsportler wie mich nicht gerade leichter", sagt der Chemielaborant aus Frankfurt und stellt sich, was seine Zielsetzungen angeht, darauf ein, künftig "kleinere Brötchen" zu backen. Als Dritter der Deutschen Straßenmeisterschaft hat er sich für die im August in Quebec (Kanada) bevorstehende Weltmeisterschaft noch einmal eine Topten-Platzierung vorgenommen. Bis dahin hofft Klaus Lungershausen, sich steigern zu können, wobei er sich seine Form über die Teilnahme an Europa- und Weltcuprennen holen will.
Leichtathletik/Juli
Endlich wieder zwei Meter
Für Hochsprung-As Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt) war es ein zermürbendes Dahinwarten auf den Moment des ersten Zwei-Meter-Sprungs in diesem Jahr. Nach ihrer Verletzungspause wegen einer Patellaspitzenreizung im Frühling brauchte Friedrich, um den Kopf für eine Weltklasseleistung frei zu bekommen, mehrere Anläufe. Beim vierten Saisonstart im belgischen Heusden-Zolder war es endlich soweit: 2,02 Meter standen am Ende zu Buche. Eine Woche vor der Deutschen Meisterschaft und nur zwei Wochen vor Beginn der Europameisterschaft in Barcelona hat die Polizeikommissarin gezeigt, dass sie im Kampf um die Medaillen auch auf internationalem Parkett wieder mithalten kann. "Darauf haben wir die ganze Zeit gewartet", freute sich Trainer Günter Eisinger, der Friedrichs Konkurrentinnen genau im Blick hat und nun darauf spekuliert, dass Weltmeisterin Blanca Vlasic (Kroatien) in Barcelona möglicherweise Nerven zeigt. Die Tatsache, dass Vlasic bei einem Sportfest in Barcelona von der US-Amerikanerin Chaunte Howard geschlagen wurde, weise in diese Richtung.
Schwimmen/Juli
Mensing und Lebherz überzeugen
Bei der Deutschen Meisterschaft der Schwimmer in Berlin haben sich mit Jenny Mensing (SC Wiesbaden), Marco Koch und seinem Vereinskollegen Yannick Lebherz (DSW Darmstadt) drei hessische Athletinnen und Athleten für die Europameisterschaft im August in Budapest qualifiziert.
Für die vielleicht größte Überraschung sorgte Jenny Mensing, die in 1:00,76 Minuten den nationalen Titel über 100m-Rücken gewann und bei dieser Gelegenheit die Titelverteidigerin Daniela Samulski (Essen) hinter sich lassen konnte. Auf den letzten Metern schaffte es die gebürtige Berlinerin noch einmal anzuziehen und ihre Spurtfähigkeit voll auszuspielen. "Ich habe gewusst, dass Daniela auf den letzten Metern abbaut", sagte Mensing, die mit einem Sieg über diese Distanz nicht wirklich gerechnet hatte. Viel wichtiger war der 24-jährigen ein Erfolg auf ihrer Spezialstrecke, den 200m-Rücken, wo sie die Konkurrenz in 2:09,52 Minuten tatsächlich mit einem Vorsprung von beinahe drei Sekunden in die Schranken weisen konnte. Jenny Mensing, die über ihre Spedzialstrecke in der europäischen Bestenliste auf dem zweiten Platz rangiert, gehört in Budapest zu den deutschen Medaillenhoffnungen.
Souveräne Siege
Mit ebenfalls zwei deutschen Meistertiteln konnte auch Yannick Lebherz die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Gleich am ersten Wettkampftag dominierte er als Titelverteidiger die Konkurrenz über 400m-Lagen. In 4:16,77 Minuten blieb er zwar hinter seinem in Hightech-Anzügen geschwommenen deutschen Rekord von 4:14,63 Minuten deutlich zurück, unterbot gleichwohl aber - und zu seiner eigenen Erleichterung - die EM-Norm. Seinen zweiten Titel sicherte sich der 21 Jahre alte Darmstädter über 200m-Rücken: In 1:58,09 Minuten bezwang er den zweitplatzieren Felix Wolf (Potsdam/2:00,83 Minuten) ganz souverän. Neben Lebherz und Jenny Mensing hat auch Brustspezialist Marco Koch überzeugt. Er holte sich in 2:12,65 Minuten den Titel über die 200m-Distanz und wird ebenfalls in Budapest mit dabei sein. Den sechsten Titel für den Hessischen Schwimmverband (HSV) sicherte sich Annika Mehlhorn (SC Frankfurt) in 2:14,19 Minuten über 200m-Lagen. Mit dieser Leistung konnte sie sich allerdings nicht für die EM qualifizieren.
Moderner Fünfkampf/Juni
Trautmann knüpft an Vorjahresleistungen an
Zum zweiten Mal nach 2006 ist Eva Trautmann (Bensheim) Deutsche Meisterin im Modernen Fünfkampf geworden. Die 28 Jahre alte Odenwälderin, die im vergangenen Jahr mit der Staffel Vizeweltmeisterin geworden war, siegte im Berliner Olympiapark mit 5296 Punkten vor Anne Hackel (Potsdam) und der Berlinerin Annika Schleu. Trautmanns Erfolg basiert auf einer rundweg konstanten Leistung in allen fünf Disziplinen. Im Fechten, ihrer bisherigen Schwachstelle, zeigte sie sich deutlich verbessert. Die mit vier Weltcupsiegen international dominierende Olympiasiegerin Lena Schöneborn (Bonn) landete auf dem vierten Rang.
Auch bei den Männern war ein Hesse mit vorne dabei. Hinter Stefan Köllner (Potsdam/5592 Punkte) und Lokalmatador Delf Borrmann (Berlin/5586 Punkte) belegte Steffen Gebhardt (Darmstadt) mit 5564 Platz nach einem spannenden Wettkampf mit zahlreichen Führungswechseln Rang drei.
Schwimmen/Juni
Hessen haben den längeren Atem
Bei der Deutschen Meisterschaft der Freiwasserschwimmer im brandenburgischen Strausberg haben die hessischen Athletinnen und Athleten hervorragende Leistungen gezeigt. Allen voran hat Christian Reichert (SC Wiesbaden) in 1:55,45 Stunden den Titel über die olympische Distanz von zehn Kilometern gewonnen und sich damit das Ticket für die Europameisterschaft in Budapest gesichert. Trotz einer Wassertemperatur von nur 20 Grad im Strausbergsee, die Reichert, der in einer Neoprenhose an den Start gegangen war, schon nach der vierten Runde arg zusetzte, konnte er das Rennen von Anfang an kontrollieren. Für den 25 Jahre alten Polizeistudenten, dessen großes Ziel die Olympiateilnahme 2012 in London ist, sollte es jedoch nicht die einzige Medaille bleiben. Auch im Verfolgungsrennen über fünf Kilometer, das der Würzburger Jan Wolfgarten gewann, blieb Reichert als neuer Deutscher Vizemeister unter der EM-Norm. Und dass er im Anschluss an seine eigenen Starts auch noch den Titelgewinn seiner Ehefrau Nadine Reichert (Mainz) im Verfolgungsrennen der Frauen bejubeln konnte, war das Tüpfelchen auf dem I.
Auch Studzinski für EM qualifiziert
Doch auch Vereinskollege Alexander Studzinski erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Der derzeit Führende im FINA Open Water Grand Prix sicherte sich nach 5:12,25 Stunden den Titel über die Marathon-Distanz von 25 Kilometern. Studzinski, der den am Ende zweitplatzierten Titelverteidiger Benjamin Konschak (Karlsruhe) um 22 Minuten hinter sich ließ, konnte sich mit dieser Leistung ebenfalls für die EM qualifizieren; über zehn Kilometer wurde er Vierter. Einen weiteren hessischen Sieg trug bei den Frauen Cathleen Rund-Großmann (ebenfalls SC Wiesbaden) davon, die in 5:47,24 Stunden das Rennen über fünf Kilometer dominierte. Für die aufs Langstreckenschwimmen umgestiegene Olympiadritte von Atlanta 1996 über 200m-Rücken war es mit 32 Jahren der erste nationale Freiwassertitel.
Schwimmen/Juni
Erfolgreiche WM-Vorbereitung
Kurz vor dem Eintauchen: Daniel Simon liegt vorne
Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Handicap-Schwimmer in Berlin hat Daniel Simon (DSW/VSG Darmstadt) drei Silbermedaillen gewonnen. Über 100m-Schmetterling (1:04,02 Minunten) und 50m-Freistil (25,58 Sekunden) musste sich der Kurzbahnweltmeister von 2009 nur dem Südafrikaner Charl Bouwer geschlagen geben. Über 200m-Lagen stellte Simon in 2:26,65 Minuten eine neue persönliche Bestleistung auf - nur Stepan Smagin (Russland) war einen Tick schneller. Wenige Wochen vor der Weltmeisterschaft in Holland hat Daniel Simon damit einmal mehr gezeigt, dass er auch auf der Langbahn zu den besten sehbehinderten Schwimmern der Welt zählt. Der ebenfalls sehbehinderte Robert Dörries (FV Wehrda) wurde über 200m-Freistil in 2:12,67 Minunten Deutscher Vizemeister.
Leichtathletik/Juni
Nationalteam zeigt Moral
Bei der Team-Europameisterschaft im norwegischen Bergen konnte die Mannschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ihren Titel zwar nicht verteidigen, erreichte nach einer bemerkenswerten Aufholjagd mit 304,5 Punkten jedoch noch den dritten Platz hinter Russland (379,5 Punkte) und Großbritannien (317 Punkte).
Unter den im DLV-Aufgebot befindlichen hessischen Athletinnen und Athleten war Hammerwerferin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) die einzige Disziplinensiegerin. Mit 73,74 Metern konnte sich die hervorragend in die Saison gestartete Vizeweltmeisterin in Bergen einmal mehr durchsetzen, womit sie die Aufholjagd der Deutschen, die nach dem ersten Wettkampftag auf dem siebten Rang notiert waren, einläutete. Heidler ließ die Russin Tatjana Lysenko (70,21 Meter) und Darija Pchelnik (Weißrussland/69,86 Meter) klar hinter sich. Für Hochsprung-As Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt), die nach einer Patellaspitzenreizung erst Anfang Juni in die Freiluftsaison gestartet war, sprang mit 1,98 Metern der dritte Rang heraus. Friedrich, die bei ihrem ersten Wettkampf in Baunatal 1,96 Meter überquert hatte, befindet sich mit dieser Steigerung im Hinblick auf die Europameisterschaft im August in Barcelona auf einem guten Weg.
Sprintstaffel punktet mit Gegenwind
Auch Sprinter Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) konnte zufrieden sein. Mit der 4x100-Meterstaffel erreichte der Wetterauer in 39,07 Sekunden einen - den Umständen enstrechend - sehr guten dritten Platz. Da die deutsche Mannschaft kurz vor dem Staffelstart in der Gesamtwertung auf dem siebten Platz lag, konnten Helmke und seine Kollegen Christian Blum, Martin Keller (Chemnitz) und Alexander Kosenkow (Wattenscheid) nicht gemeinsam mit den favorisierten Nationen an den Start gehen. Um so höher ist ihr dritter Rang hinter den siegreichen Italienern (38,83 Sekunden) und Großbritannien (39,00 Sekunden) einzuschätzen. "Uns hat schon die Konkurrenz gefehlt, sonst wären wir bestimmt schneller gewesen", bewertete Helmke das bei böigem Wind und Kälte erzielte Ergebnis.
Leichtathletik/Juni
Der Wurm drin - Behrenbruch und Knobel verletzt
Aus dem Lager der Zehnkämpfer gibt es schlechte Nachrichten. Als läge in dieser Saison ein Fluch über den deutschen Mehrkämpfern, hat sich nach Andre Niklaus (Berlin), Michael Schrader (Leverkusen) und Arthur Abele (Sindelfingen) nun auch Pascal Behrenbruch (LG Eintracht Frankfurt) so schwer verletzt, dass mit einer EM-Teilnahme des WM-Sechsten von Berlin 2009 kaum noch zu rechnen ist. Behrenbruch, der in einem Formtief zum Kultmeeting nach Götzis (Österreich) gereist war, wo er die EM-Qualifikationsnorm von 8000 Punkten dennoch knapp übertreffen konnte, laboriert mittlerweile an einem Plantarsehnenanriß, der ihn aller Voraussicht nach für den Rest der Saison lahm legen wird. Zwar hofft er selbst, im Hinblick auf eine EM-Teilnahme in Barcelona, noch auf rechtzeitige Genesung. Trainer Jürgen Sammert geht indessen nicht davon aus, dass seine Spitzenkraft fit wird. Beim EM-Qualifikationsmeeting in Ratingen musste auch Jan Felix Knobel (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt) wegen einer Rückenverletzung aufgeben.
Claudia Rath mit guter Leistung
Derweil erzielte Claudia Rath in Ratingen mit 6036 Punkten eine neue persönliche Bestleistung im Siebenkampf. Zwar hat die Deutsche Hallenmeisterin (LG Eintracht Frankfurt) die EM-Norm damit knapp verpasst. In Anbetracht der kühlen Temperaturen war sie jedoch froh, wenigstens die 6000er-Schallmauer durchbrochen zu haben. Ihre besten Leistungen zeigte die Deutsche Hallenmeisterin im Weitsprung mit 6,38 Metern und im 800 Meterlauf in 2:14,58 Minuten. Hinter Jennifer Oeser (Leverkusen), Lilly Scharzkopf (LG Rhein/Wied) und Maren Schwerdter (Hannover 96) landete die Frankfurterin im Gesamtklassement auf dem vierten Platz.
Nach einer langwierigen Verletzung erkämpfte sich Carolin Schäfer (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt) den vierten Platz in der U-20-Konkurrenz. Der Hessischen Newcomerin des Jahres 2009 und Junioren-Europameisterin des vergangenen Jahres war die mehrmonatige Trainingspause allerdings noch anzumerken.
Rudern/Juni
Hacker mischt wieder ganz vorne mit
Beim Weltcup auf der Olympia-Strecke in München Oberschleißheim hat Marcel Hacker mit einem zweiten Platz unter Beweis gestellt, dass er im Einer wieder zur absoluten Weltspitze zählt. Nachdem der Frankfurter bereits im Mai, beim Weltcup im slowenischen Bled, Dritter geworden war, musste er sich auf seiner Heimstrecke lediglich dem Tschechen Ondrej Synek geschlagen geben. Diese Leistung hat dem Weltmeister von 2002 endgültig die Sicherheit zurückgegeben, dass er in den Einer gehört und nicht in eine andere Bootsklasse wie etwa den Doppelvierer, in dem er bei der WM 2009 die Bronzemedaille gewonnen hatte. Hacker, der Vaterfreuden entgegensieht, scheint aus der Familie die nötige Kraft zu schöpfen - dort fände er einen Ruhepol.
Fußball/Juni
Prinz & Co im Aufwind
Während der Ball bei der FIFA-WM in Südafrika rollt, ist die Bundesligasaison der Frauen vergleichweise lautlos zu Ende gegangen. Das mehrfach als Hessische Mannschaft des Jahres ausgezeichnete Team vom 1.FFC Frankfurt hat in der Endabrechnung hinter Turbine Potsdam und dem FCR 2001 Duisburg den dritten Platz belegt und damit den Einzug in die Champions League verpasst. Die nach wie vor mit Nationalspielerinnen gespickte Elf vom Brentanobad hätte, um in der europäischen Meisterliga mittun zu dürfen, in der Abschlusstabelle schon auf Rang zwei landen müssen. Doch das Team um Rekordnationalspielerin Birgit Prinz war dazu trotz einer bravorösen Aufholjagd während der Bundesligarückrunde aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage.
Im WM-Jahr Stärke zeigen
Zwar sprang im letzten Saisonspiel auswärts gegen den SC Bad Neuenahr mit 1:5 Toren noch ein großartiger Sieg heraus; doch gleichzeitig hätten auch die Duisburgerinnen bei Bayern München verlieren müssen. Dieses unfreiwillige Geschenk an den 1.FFC blieb jedoch aus. Die im DFB-Pokal gegen die neuen und alten deutschen Meisterinnen aus Potsdam ausgeschiedenen Rödelheimerinnen sind ein Jahr von der FIFA Frauen-WM 2001 in Deutschland dennoch zuversichtlich gestimmt. Trainer Sven Kahlert ist sich nach den Leistungen der vergangenen Wochen jedenfalls sicher, dass sein Team in der kommenden Saison wieder stark genug sein wird, um gegen die besten Mannschaften bestehen zu können. Das ist sicherlich auch für Bundestrainerin Silvia Neid eine positive Nachricht.
Schwimmen/Juni
Daniel Simon in guter Form
Bei der offenen Meisterschaft von Berlin/Brandenburg ist es Daniel Simon (DSW/VSG Darmstadt) gelungen, über 50m-Freistil in 25,12 Sekunden die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaft der Schwimmer mit Handicap im August in Eindhoven/Niederlande zu erfüllen. Auch über 100m-Freistil konnte der sehbehinderte Student auf der Langbahn in Berlin-Hohenschönhausen in 56,89 überzeugen. Über beide Strecken hat Simon damit den Sieg in der schadensklassenübergreifenden Punktewertung davongetragen.
Leichtathletik/Juni
Endlich wieder Fliegen
Zwar hat Ariane Friedrich bei ihrem Saisonauftakt in Baunatal nicht die ganz große Flugshow geboten, doch sie hat sozusagen ihren Job gemacht und die EM-Norm von 1,93 Metern ganz locker überbrückt. Bis auf 1,96 Meter ging es für die zuletzt immer wieder verletzte Weltklassehochspringerin von Eintracht Frankfurt am Ende hinauf. Der Ischiasnerv war es an Weihnachten und im März folgte eine im Training zugezogene Patellaspitzenreizung, die die 26 Jahre alte Polizeikommissarin für beinahe ein Vierteljahr außer Kraft gesetzt hat. "Ariane wollte endlich Klarheit über ihren aktuellen Leistungsstand haben", sagte ihr Trainer Günter Eisinger, der stark hofft, dass die hartnäckige Knieblessur "Schnee von gestern" ist.
Störendes Regenwetter
An der Zeitmeterschallmauer ist die WM-Dritte von Berlin zwar einstweilen noch haarscharf gescheitert. Doch die Freude über die abgehakte EM-Norm dürfte überwiegen und letztendlich hat im Nachgang der Verletzungspause auch das endlose Regenwetter gestört: "Das Anlauftraining ist viel zu kurz gekommen. Deshalb sind da noch Unwägbarkeiten, die wir nicht absehen können", meinte Günter Eisinger, der allerdings auch angekündigt hatte, mit einem Flop seiner Musterschülerin über 1,95 Meter in Baunatal vollauf zufrieden zu sein. Athletin und Trainer können nach dem erfolgreichen Meeting von Baunatal nun einen Moment lang entspannen und für größere Aufgaben kurz Luft holen.
Leichtathletik/Mai
Paukenschlag von Litvinow
Foto: Hensel
Beim World Challenge-Meeting im niederländischen Hengelo hat Hammerwerfer Sergej Litvinow (Eintracht Frankfurt) eine absolute Weltklasseleistung abgeliefert und mit 78,98 Metern seine eigene persönliche Bestleistung um sagenhafte 51 Zentimeter verbessert. Es ist keine Frage, dass Litvinov den Wettbewerb mit deutlichem Vorsprung vor Dilshod Nazarov (Tadschikistan/78,29 Meter) und dem Olympia-Zweiten Krisztian Pars (Ungarn/77,14 Meter) gewonnen hat.
Deutsche Hochschulmeisterschaft
Gute Leistungen wurden aber auch in anderen Disziplinen erzielt. Bei der deutschen Hochschulmeisterschaft im Stadion am Friedberger Burgfeld glänzte Beatrice Marscheck (LAZ Gießen) mit einem Doppelsieg im Weitsprung (6,53 Meter) und im 100 Meter-Sprint, wo die Lehramtstudentin in 11,80 Sekunden überzeugte. Im Weitsprung hat Marscheck einen neuen ADH-Freiluftrekord aufgestellt und ist der Qualifikationsnorm für Barceolona, die bei 6,60 Metern liegt, schon beachtlich nahe gekommen. Auch der Sprinter Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) war in seiner Heimatarena über 100 Meter in 10,69 Sekunden nicht zu schlagen, verzichtete jedoch auf einem Start über seine Spezialstrecke, die 200 Meter. Helmke, der an der EM-Norm von 20,65 Sekunden kürzlich in Weinheim um nur vier Hundertstel vorbeigeschrammt war, will erst beim DLV-Normwettkampf in Regensburg wieder angreifen und einen neuen Versuch unternehmen, das Ticket für Barcelona zu lösen. Für den 26 Jahre alten BWL-Studenten wäre es die erste EM-Teilnahme überhaupt - vor vier Jahren in Göteborg war er verletzt.
Leichtathletik/Mai
Behrenbruch schafft EM-Norm
Beim Kultmeeting der Mehrkämpfer im österreichischen Götzis konnten die drei Teilnehmer der LG Eintracht Frankfurt einige Teilerfolge verbuchen. Trotz eines Formtiefs schaffte Pascal Behrenbruch mit 8069 Punkten die Qualifikationsnorm der Zehnkämpfer für die Europameisterschaft in Barcerlona. Jan-Felix Knobel, der den Wettkampf wegen einer Infektion nicht beenden konnte, gewann die Speerwurfkonkurrenz und Claudia Rath erzielte trotz des regnerischen Wetters immerhin vier persönliche Bestleitungen.
Unter einem schlechten Stern stand das Meeting in der vorarlberger Marktgemeinde vor allem für Pascal Behrenbruch, der im Trainingslager in Südafrika gegen den ausdrücklichen Rat seines Trainers Jürgen Sammert zu intensiv im Kraftraum gearbeitet hatte und deshalb seit geraumer Zeit unter Schlappheit leidet. Vor allem in den Laufdisziplinen habe sich diese Krise bemerkbar gemacht - um gut zwei Sekunden lief der 26 Jahre alte Frankfurter zuletzt seinen Bestzeiten hinterher. Hinzu kam unmittelbar vor Beginn des Hypomeetings im Mösle-Stadion auch noch eine gereizte Patellasehene: "Mein Körper macht dicht", meinte Behrenbruch und erhoffte sich von seinem Lieblingswettkampf deshalb wenigtens das Erreichen der EM-Norm von 8000 Punkten, was ihm am Ende knapp auch gelungen ist.; im Gesamtklassenemt wurde er Achter.
In Anbetracht der Tatsache, dass fast alle deutschen Konkurrenten von Behrenbruch wegen schwerer Verletzungen in dieser Saison keinen Wettkampf bestreiten können, ist die Gefahr nicht sehr groß, dass der WM-Sechste beim zweiten Normwettkampf in Ratingen seine Startberechtigung für Barcelona noch einmal einbüßen könnte.
Zweite Chance in Ratingen
Weniger glücklich endete das Hypomeeting für Jan-Felix-Knobel, der in Götzis zum ersten Mal mit dabei war und es ebenfalls auf die EM-Norm abgesehen hatte. Der erst 21 Jahre alte amtierende Deutsche Zehnkampfmeister, der sich zu Beginn des Wettkampfes bravorös schlug und bald schon auf 8000-Punktekurs lag, musste einer Infektion am zweiten Tag jedoch Tribut zollen; es blieb ihm nichts anderes übrig, als den Wettkampf vorzeitig zu beenden. In Ratingen hat Knobel jedoch noch eine eine weitere EM-Qualifikationschance. "Es ist wirklich schade, dass ihn diese Infektion erwischt hat. Jetzt müssen wir hoffen, dass er bald wieder fit wird. Mit seinen Leistungen aus den letzten Wochen bin ich aber optimistisch, dass er die EM-Norm packen kann", sagte Trainer Jürgen Sammert.
Vom Regen gestoppt
Das gilt auch für Claudia Rath, die weniger an sich selbst, denn an den miserablen Wetterbedingungen in Götzis gescheitert war. Schließlich erzielte die Deutsche Siebenkampf-Hallenmeisterin im Weitsprung mit 6,21 Metern, beim Speerwurf mit 38,95 Metern und auch in 2:13,46 Minuten im 800 Meterlauf jeweils persönliche Bestleistungen. Auch bei ihr geht Sammert davon aus, dass die EM-Norm für Barcelona in Ratingen fallen wird.
Rudern/Mai
Hacker tanzt auf zwei Hochzeiten
Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Einer hatte Marcel Hacker im April schon gezeigt, dass er auch gegen starke ausländische Konkurrenz wieder Solosiege einfahren kann. Bei der Internationalen Wedau-Regatta in Duisburg dominierte der Frankfurter dementsprechend in 7:30,88 Minuten den Wettkampf und auch beim Weltcup im slowenischen Bled hat er seine wieder gewonnene Stärke mit einem dritten Platz hinter Ondrej Synek (Tschechien) und dem Briten Alan Campbell unter Beweis stellen können.
"Ich bin überglücklich. Das war ein tolles Rennen", freute sich Hacker, der sich aber immer noch nicht darüber im Klaren ist, in welcher Bootsklasse er den Rest der Saison verbringen will. So hatte er in Duisburg am zweiten Regattatag im Vierer Platz genommen und dem deutschen Quartett prompt zu einem ebenfalls souveränen Sieg verholfen. "Ich bin gut drauf, weiß aber immer noch nicht genau, wie es in den kommenden Monaten weitergeht", sagte der Vollzeitruderer nicht zuletzt auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Neuseeland im November.
Leichtathletik/Mai
Erste Testläufe
Nach dem hervorragenden Saisonauftakt der Frankfurter Hammerwurf-Gemeinde um Bundestrainer Michael Deyhle haben über das Pfingstwochenende auch die Athletinnen und Athleten aus den Sprung- und Laufdisziplinen angedeutet, was in diesem Jahr für sie möglich sein kann. Allen voran hat Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim mit 20,69 Sekunden über 200m eine absolut überzeugende Leistung geboten und dabei die EM-Norm für Barceolona um nur vier Hundertstelsekunden verpasst: "Für mein erstes Rennen war das ein Top-Auftakt. Klar hätte ich die Norm gerne geknackt, aber das wird bei den nächsten Meetings noch kommen", meinte der 26 Jahre alte BWL-Student, der sich bei seinem Saisoneinstandsrennen nur dem Schweizer Marc Sneeberger (20,61 Sekunden) geschlagen geben musste.
Gute Mehrkampfleistungen
Ebenfalls in Weinheim absolvierten die Mehrkämpfer im Lauf- und Sprungbereich einige erfolgreiche Tests. Mit 14,27 Sekunden zeigte Pascal Behrenbruch (LG Eintracht Frankfurt) über die 110m-Hürden eine tolle Vorstellung. Aber auch Vereinskollege Jan-Felix Knobel lies aufhorchen und erzielte im Hürdenlauf mit 14,70 Sekunden sogar eine neue persönliche Bestzeit; im Weitsprung war der amtierende Deutsche Meister mit 6,90 Metern nicht minder gut drauf. Bei den Frauen konnte die Deutsche Hallenmeisterin Claudia Rath überzeugen. Der inzwischen ebenfalls für Eintracht Frankfurt startenden Nordhessin gelang dies mit 6,50 Metern im Weitsprung, auch über 100m-Hürden war sie in 14,02 Sekunden beachtlich schnell unterwegs. Dies gilt ebenso für den ehemaligen deutschen 400m-Meister Kamghe Gaba, der bei einem internationalen Meeting in Rehlingen (Baden-Württemberg) 46,40 Sekunden erzielte und damit Vierter wurde.
Konstante Aufwärtsentwicklung
Last but not least haben auch die Hammerwerfer schon wieder zugeschlagen. Beim Traditionsmeeting in Fränkisch-Crumbach im Odenwald erzielte Betty Heidler mit 75,30 Metern eine neue Saisonbestleistung und siegte vor Kathrin Klaas, die mit 72,76 Metern ebenfalls ihre Konstanz unter Beweis stellte. Mit 65,15 Metern landete Andrea Bunjes auf dem sechsten Rang. Besonders gefreut haben dürfte sich auch Sergej Litvinov, der den Wettkampf mit 77,38 Metern klar dominierte und seinem Leverkusener Dauerrivalen Markus Eser (76,36 Meter) diesmal das Nachsehen gab.
Leichtathletik/Mai
Werfer-Trio knacht EM-Normen
Hammerwerfer sind reine Sommersportler, was den Beginn der Wettkampfphase bei ihnen zu einer ausgesprochen spannenden Angelegenheit werden lässt. Während die meisten Springer und Läufer fast das ganze Jahr hindurch Wettkämpfe bestreiten und in der Halle schon zu Jahresbeginn einen öffentlichen Eindruck von ihrem Leistungsstand hinterlassen, geht es in den Wurfsdisziplinen erst im Mai richtig los. Bei den Werfertagen in Halle war die Freude über hervorragende Weiten deshalb um so größer.
Kathrin Klaas wird immer besser
Allen voran hat Vizeweltmeisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) mit einem Klassewurf, der bis auf 75,24 Meter hinausging, ihren Ambitionen auf den Gewinn des Europameistertitels im Sommer in Barcelona Nachdruck verliehen. Trotz nasskalter Temperaturen konnte die Jurastudentin ihre polnische Dauerkonkurrentin Anita Wlodarczyk, die genau 74 Meter weit warf, auf Distanz halten. Die Teilnahme der amtierenden Weltmeisterin beim Regenmeeting hat Heidler nach eigener Aussage genauso angespornt wie das Mittun von Vereinskollegin Kathrin Klaas, die inzwischen ebenfalls sicher und konstant über 70 Meter wirft - in Halle waren es exakt 72,52 Meter. Beide Deutsche haben die EM-Norm von 69,50 Metern damit problemlos eingetütet.
Weltklasse auch bei den Männern
Man möchte meinen, dass Hammerwurf, jedenfalls in Deutschland, inzwischen Frauensache ist. Doch da gibt es ja Sergej Litvinov (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt), der in Halle nicht minder gezeigt hat, dass er in seiner Disziplin zur Weltklasse zählt. Mit 78,47 Metern war der Deutsche Meister zwar seinem Dauerkontrahenten Markus Esser (Leverkusen), der 78,87 Meter erzielte, knapp unterlegen. Die WM-Norm von 77,50 Metern hat Litvinow, der vor dem Slowaken Libor Charfreitag Zweiter wurde, aber ebenfalls klar übertroffen.
Schwimmen/Mai
Mit Saisonbestzeiten geglänzt
Bei der Hessischen Meisterschaft in der Aquarena in Dillenburg haben die Athletinnen und Athleten des Hessenteams vielversprechende Leistungen geboten. Alleine vier Siege konnte Yannick Lebherz (DSW Darmstadt) für sich verbuchen: Über beide Schmetterling-Distanzen sowie über 200m-Rücken und 400m-Freistil war er erfolgreich. Auch Vereinskollege Marco Koch konnte vor Beginn des Höhentrainingslagers in der Sierra Nevada noch einmal absahnen und erzielte über 50m-, 100m- und 200m-Brust jeweils Saisonbestzeiten.
Mit insgesamt sieben Einzeltiteln konnte sich Annika Mehlhorn (SG Frankfurt) in Szene setzen; zwei Titel sicherte sich Vereinskollege Marco di Carli (50m-Rücken & Freistil). Und schließlich unterbot Jenny Mensing
(SC Wiesbaden) über 200m-Rücken in 2:12,15 Minuten bereits die Europameisterschaftsnorm für Budapest im Sommer.
Di Carli & Mensing waren Aktivposten in Sindelfingen
Bei der Süddeutschen Meisterschaft der Schwimmer in Sindelfingen, die in kurzem Abstand auf die Landestitelkämpfe folgte, war es einmal mehr Jenny Mensing, die ihre derzeit sehr gute Form mit einem Sieg auf ihrer Spezialstrecke, den 200m-Rücken (2:12,99 Minuten) unterstreichen konnte. Auf der kurzen 50m-Distanz belegte die gebürtige Berlinerin Rang zwei. Und auch Marco di Carli zeigte sich abermals in einer vielversprechenden Verfassung. In 26,54 Sekunden siegte er über 50m-Rücken und sicherte sich über 100m-Freistil in 51,82 Sekunden den zweiten Platz.
Turnen/April
Epochaler Erfolg
Es ist schon die Frage, ob noch jemand lebt, der die Mannschaftsgoldmedaille der deutschen Kunstturner bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin bewusst mitbekommen hat. Sage und schreibe 74 Jahre sind seither vergangen. Nun hat die von Fabian Hambüchen (TSG Niedergirmes) angeführte Riege bei der Europameisterschaft in Birmingham endlich nachlegen können. Es ist der erste Teamtitel in der auch schon 55-jährigen Geschichte der Turn-EM.
Fabian Hambüchen hat an diesem Triumph, der mit 266,150 Punkten vor Großbritannien (263,025 Punkte) und Frankreich (260,100 Punkte) erzielt wurde, einen unbezahlbaren Anteil. Denn es war in erster Linie natürlich der 22 Jahre alte Wetzlarer, der dem deutschen Männerturnen binnen der vergangenen Jahre zu neuer Stärke verholfen hat. Ohne ihn wäre das Heranswachsen einer Weltklassemannschaft, in der Matthias Fahrig (Halle), Marcel Nguyen (Unterhaching) und Philipp Boy (Cottbus) leistungsmäßig kongenial aufschließen konnten, nicht denkbar gewesen. Dass Hambüchen nach seiner Fußverletzung im vergangenen Herbst in Birmingham noch nicht wieder alle Höchstschwierigkeiten zeigen konnte, war insofern ein zu vernachlässigender Faktor.
Stark genug für jeden Gegner
Die unbändige Freude der Deutschen, die nach ihrem historischen Sieg in der National Indoor Arena die Nationalhmyne anstimmten, wurde auch nicht durch die Abwesenheit der russischen Titelverteidiger geschmälert, die wegen des Flugverbots und der dadurch entstandenen Visa-Probleme genauso wie die Weißrussen und die Ukrainer nicht hatten anreisen können. "Ob die Russen da sind oder nicht, das interessiert keinen", sagte Fabian Hambüchen und unterstrich damit, dass er und sein Team derzeit keinen Gegner zu fürchten haben.
Bronze am Reck
Als Einzelsportler konnte Fabian Hambüchen, der in Birmingham seinen insgesamt sechsten EM-Titel gewonnen hat, an die Leistungen der Vorjahre nicht anknüpfen, sondern musste das Feld vor allem Matthias Fahrig überlassen, der ihm am Boden den Titel entriss. Auch am Reck, wo er zuletzt dreimal hintereinander Europameister geworden war, reichte es mit 15,350 Punkten nicht zum Titelgewinn; hinter dem Griechen Vlasios Maras (15,40 Punkte) und dem Niederländer Epke Zonderland (15,375) musste sich Hambüchen den Bronzeplatz mit seinem Teamkollegen Philipp Boy (Cottbus) teilen.
Sportschießen/April
Neues Gesicht beim Weltcup
Mit einer herausragenden Leistung im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr (701,9 Ringe) ist Henri Junghänel (Breuberg) beim ersten Weltcup der Saison 2010 in Peking hinter dem US-Amerikaner Joseph Hein Zweiter geworden. Schon im Vorkampf hatte der Odenwälder mit 598 Ringen überzeugt und sich in der Endrunde dann Platzierung um Platzierung nach vorne geschoben. Hingegen musste sich Christian Reitz (Kriftel), der als Pistolenschütze zur absoluten Weltspitze zählt, mit Rang 23 begnügen.
Rollstuhlbasketball/April
Zweifacher Triumph für RSV Lahn-Dill
Das professionell geführte Rollstuhlbasketballteam vom RSV Lahn-Dill kann seit Jahren mit Superlativen aufwarten und hat seine national dominante Position mit dem Gewinn von Pokal und Deutscher Meisterschaft in der Saison 2009/10 einmal mehr unter Beweis gestellt. Beide Titel haben die Wetzlarer damit bereits zum siebten Mal unter Dach und Fach bringen können.
Gesche Schünemann ist in Verein und Nationalteam eine Leistungsträgerin
In eindrucksvoller Manier hatten die Mittelhessen bereits Anfang April ihren DRS-Pokaltitel gegen die Dauerrivalen vom RSC Zwickau verteidigt. Dank einer herausragenden Defensivleistung ließen sie den Sachsen selbst zu Hause auf dem Scheffelberg keinerlei Chance und siegen haushoch mit 86:48 Punkten. "Was wir hier auf´s Parkett gelegt haben, war bombastisch", freute sich RSV-Trainer Nicolai Zeltinger und konnte an fünf Fingern abzählen, dass damit auch der emotionale Grundstein für ein erfolgreiches Finale um die Deutsche Meisterschaft gelegt war.
Ein Unentschieden reichte zum Titel
Wiederum in Zwickau fiel der Hinspielsieg gegen die Titelverteidiger mit 87:71 Punkten zwar nicht ganz so überlegen aus wie im Pokalfinale. Doch beim Rückspiel reichte dem RSV Lahn-Dill vor 3000 Zuschauern in der Wetzlarer Rittal-Halle und unter den Augen von Hessens Innenminister Volker Bouffier ein 65:65-Unetschieden zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Das international besetzte Topteam, zu dem aber auch deutsche Nationalspieler wie Dirk Köhler oder Gesche Schünemann gehören, hat nun die Gelegenheit, Ende April in Rom auch noch die Champions League für sich zu entscheiden, was ihnen in den Jahren 2004, 05 und 06 bereits dreimal gelungen ist. Beim Titelgewinn in Wetzlar waren Richard Peter und der bereits 43 Jahre alte Routinier Dirk Köhler die erfolgreichsten Punktelieferanten der Gastgeber; beide Spieler werden ihre Offensivkräfte sicherlich auch in Rom mobilisieren.
Skywheelers wollen 2011 wieder angreifen
Bei allen derzeitigen Erfolgen der Wetzlarer sollte jedoch nicht vergessen werden, dass mit den Mainhatten Skywheelers vom RSC Frankfurt in Hessen noch ein weiteres Bundesligateam existiert, das zahlenmäßig sogar über noch mehr Kaderspielerinnen und Spieler verfügt als der neue Deutsche Meister. Da der finanzielle Spielraum in Frankfurt jedoch vergleichsweise bescheidener ausfällt und die Personaldecke entsprechend angespannt ist, können sich selbst leicht verletzte Spieler oftmals keine Pause gönnen. Teammanager Pierre Fontaine macht diese Doppelbelastung zwischen Verein und Nationalmannschaft dafür verantwortlich, dass die Skywheelers im Bundesliga-Gesamtklassement in diesem Jahr den fünften Platz belegen.
Turnen/April
Fabian Hambüchen findet zu alter Stärke
Nur wenige Tage vor Beginn der Europameisterschaft in Birmingham hat Deutschlands Top-Turner beim Länderkampf gegen Polen in Dessau gezeigt, dass er wieder der Alte ist. Vor allem am Reck (15,85 Punkte) und am Barren (15,45 Punkte) konnte Fabian Hambüchen (TSG Niedergrimes/Wetzlar) an sein gewohntes Leistungsniveau wieder anknüpfen und zum überlegenen Sieg seiner Mannschaft einen wichtigen Beitrag leisten. Nach einer Fußverletzung, die er sich im Herbst 2009 zugezogen hatte, war er, was Wettkämpfe angeht, zuletzt sehr zurückhaltend geblieben. Lediglich beim American Cup in Worcester hatte sich der dreimalige Reckeuropameister einem Leistungstest unterzogen und mit dem Erreichen des vierten Rangs sehr zufrieden gezeigt. Inzwischen haben sich die deutschen Turner wegen des Flugverbots mit einem Bus auf den Weg ins U.K. gemacht. Ob die Russen und anderen Osteuropäer nach Öffnung der Lufträume anreisen werden, bleibt fraglich.
Rudern/April
Hacker siegt wieder solo
DRB-Chef Siegried Kaidel gratuliert Marcel Hacker
Bei der deutschen Kleinbootmeisterschaft auf dem Beetzsee in Brandenburg hat Marcel Hacker (RG Germania Frankfurt) einmal mehr bewiesen, dass ihm zumindest auf nationaler Ebene als Skuller so schnell keiner das Wasser reichen kann. Der inzwischen 33 Jahre alte Ex-Weltmeister im Einer ist in eben dieser Disziplin zum dritten Mal hintereinander Deutscher Meister geworden. Diese Standortbestimmung zum Saisonbeginn macht dem eigenwilligen Ausnahmeruderer Mut, in seiner Paradisziplin auch wieder international an den Start zu gehen.
Internationale Bewährungsprobe beim Weltcup
Nach einem aus seiner Sicht verpatzten olympischen Rennen in Peking, wo er nach verpasstem Finaleinzug nur den siebten Platz im Gesamtklassement erreichte, hatte er im vergangenen Jahr kurz entschlossen die Bootsklasse gewechselt und war im Doppelvierer an den Start gegangen. Keine schlechte Entscheidung für ihn - schließlich sprang im Ruder-Mekka auf dem Luzerner Rotsee ein Weltcupsieg heraus und bei der Weltmeisterschaft im polnischen Poznan war er mit seinen Teamkollegen Dritter geworden. Diese Erfolge hindern ihn nun aber nicht daran, die Auszeit im Einer als beendet zu erklären. Beim Weltcup Weltcup Ende Mai in Bled/Slowenien will der nunmehr 6-malige deutsche Einermeister, der nur noch von Peter-Michael Kolbe mit zehn Titeln übertrumpft wird, sein sportliches Solodasein fortsetzen. Dabei hat der gebürtige Magdeburger bereits die Olympischen Spiele in London im Visier - das ist sein Ziel und seine Motivation.
Kanurennsport/April
Starke Leistung auf der Wedau
Die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin Nicole Reinhardt (WSV Lampertheim) hat beim WM-Qualifikationsauftakt des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) auf der Wedau in Duisburg eine hervorragende Leistung geboten und die Sprintrennen über 100- und 200 Meter gewonnen. Reinhardt war mit einer unmissverständlichen Zielsetzung zum ersten Vergleich der deutschen Kanuten in diesem Frühjahr gereist: Die 24 Jahre alte Südhessin wollte von vorneherein klarstellen, dass in der deutschen Nationalmannschaft auch 2010 kein Weg an ihr vorbei führen wird. Dieses Vorhaben ist der K4-Olympiasiegerin von Peking auf Anhieb gelungen.
Nicole Reinhardt (1.v.r./im Vordergrund) bleibt in der Erfolgsspur
Sportschießen/März
Internationaler Leistungstest vor der Haustüre
Für Christian Reitz (SV Kriftel 1935), den Weltrekordhalter mit der Schnellfeuerpistole, wird das Jahr 2010 mutmaßlich einen sportlichen Höhepunkt bereithalten, der für jeden Athleten in egal welcher Sportart unmittelbar hinter den Olympischen Spielen angesiedelt ist: Eine Weltmeisterschaft im eigenen Lande. In diesem Fall ist es München, wo im Juli/August die weltbesten Sportschützen ihre Meister ermitteln. Und München ist für Christian Reitz ein sehr gutes Pflaster - er hat dort im vergangenen Jahr den Weltcup gewonnen.
Schnellfeuerwoche in Wiesbaden
Bis dahin ist es für Christian Reitz allerdings noch ein weiter Weg. Die Weltcupserie mit der integrierten WM-Qualifikation beginnt in vier Wochen in Peking, wo der 22 Jahre alte Polizeikommissar seine Waffe optimal auf seine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt haben will. Zeit zum Testen gab es vergangenes Wochenende bei der Internationalen Schnellfeuerwoche in Wiesbaden. Dort ging der eloquente Frankfurter zum ersten Mal in der neuen Saison auf Tuchfühlung mit seinen wichtigsten Kontrahenten. Zwar belegte der gebürtige Sachse hinter den Russen Alexander Klimow und Dimitri Braiko sowie Olympiasieger Oleksandr Petriv (Ukraine) den vierten Platz. Dieses Ergebnis war für Reitz aber zweitrangig. Denn aufgrund seines starken Rückstoßverhaltens hat er seine Pistole jüngst mit Metallstiften beschwert. Diese Gewichtsveränderung komme seiner Technik prinzipiell sehr zugute: "Aber der Automatismus stimmt noch nicht so ganz. Aber das war für den Anfang auch zu erwarten."
Ein Mann mit Standfestigkeit
Der Olympiadritte von Peking 2008 hat aber noch in ganz anderer Hinsicht einen Bezug zum Gewicht. Zu seinem eigenen nämlich, das grundsätzlich nicht dem gewohnten Erscheinungsbild eines austrainierten Spitzenathleten entspricht. Auf Deutsch gesprochen kämpft Reitz bisweilen mit seinen Pfunden. Über Weihnachten und in der erst wenige Wochen zurückliegenden Prüfungsphase zum Polizeikommissar habe er darauf auch nicht mehr sonderlich geachtet. "Ich hab´s schleifen lassen. Aber wir sind doch alle nur Menschen", bekennt er mit dem Gestus einer Normalität, die symphatisch wirkt. Dass indessen auch Sportschützen von allgemeiner Fitness profitieren können, ist ihm derweilen schon klar: "Aber ob es im Wettkampf was bringt, das ist nicht erwiesen."
Auf ins Berufsleben
Derweilen hat der talentiereste Schütze, den Deutschland vermutlich je hatte, aktuell auch noch eine ganz andere Baustelle: Es handelt sich um seinen Einstieg ins Berufsleben, wo er beim hessischen Landeskriminalamt im Bereich Waffenrecht und Waffentechnik eingesetzt ist und bei Tatwaffen aller Schattierungen u.a. die dazugehörigen Waffensysteme feststellt. "Es war logisch, dass ich das machen würde. Das entspricht auch meinem Interessensbereich", sagt Reitz, der sich aber langfristig seiner Sache noch nicht absolut sicher ist. Auch Internetkriminalität interessiert ihn. Das berufliche Genre innerhalb der hessischen Polizei, wo er sich seine Zukunft zweifellos vorstellt, ist also noch nicht so ganz ausgereizt. Aber in seinem Alter ist das auch normal.
Leichtathletik/März
Betty Heidler im Frühlingshoch
Kaum ist die Hallensaison der Leichtathleten beendet, melden sich die deutschen Hammerwerferinnen wieder zu Wort. Überzeugen konnte vor allem Vizeweltmeisterin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt), die nach Ende eines dreiwöchigen Trainigslagers im südafrikanischen Pretoria mit herausragenden 75.27 Metern eine absolute Glanzleistung ablieferte. Auch Vereinskollegin Kathrin Klaas konnte mit 74,53 Metern und einer persönlichen Bestweite ihr Medaillenpotenzial für die Europameisterschaft in Barcelona unter Beweis stellen.
EM-Norm erfüllt
Beim Winterwuf-Europacup im südfranzösischen Arles war es einmal mehr Betty Heidler, die mit 72,48 Metern nicht nur den Sieg davontrug, sondern auch die DLV-Qualifikationsnorm (69,50 Meter) für Barcelona erstmals erfüllte. Kathrin Klass, die den fünften Platz belegte, blieb mit 68,04 Metern noch knapp hinter dieser Hürde zurück.
Leichtathletik/März
Martin Günther erreicht das Finale
Die Hallen-Weltmeisterschaft der Leichtathleten in Doha (Katar) ist bekanntlich ohne Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt) über die Bühne gegangen. Die Mitfavoritin auf den Hallentitel im Hochsprung musste wegen einer Fußverletzung auf eine Teilnahme verzichten. Ihr Vereins- und Hochsprungkollege Martin Günther war somit der einzige hessische Vertreter bei der WM.
Und genauso wie Friedrich hatte er sich zuletzt in einer bestechenden Form präsentiert. Als Deutscher Hallenmeister auf die arabische Halbinsel gereist, erreichte er mit 2,26 Metern auch prompt das Finale. Dass der 23 Jahre alte Student dort mit übersprungenen 2,24 Metern auf dem achten Platz landete, ist angesichts der Tatsache, dass es sich um seine erste internationale Meisterschaft bei den Aktiven handelte, dennoch als Erfolg zu werten. In seiner Entwicklung hat Günther einen großen Sprung nach vorne gemacht.
Sportschießen/März
Frischgebackener Kommissar siegt bei Polizei-WM
Der Winterschlaf geht in zahlreichen Sportarten dem Ende entgegen. Dies gilt auch für die Sportschützen, wo Christian Reitz (Kriftel) auf internationaler Ebene zu den absoluten Protagonisten gehört. Sein Ausnahmetalent hat der 22 Jahre alte Kommissar nun bei der ersten Polizeiweltmeisterschaft in Kuweit mit zwei Titeln unter Beweis gestellt. Der olympische Bronzemedaillengewinner mit der Schnellfeuerpistole von Peking 2008 hat sich in seiner Paradedisziplin vor dem Ukrainer Roman Bondaruk durchsetzen können. Hinzu kam der Titel mit der Zentralfeuerpistole; mit der Luftpistole wurde Reitz Fünfter.
Turnen/März
Fabian Hambüchen zufrieden mit Saisonauftakt
Beim American Cup in Worcester hat der zuletzt von einem Außenbandriss am Sprunggelenk zurückgeworfene ehemalige Reckweltmeister zwar seinen Titel vom vergangenen Jahr nicht verteidigen können. Doch der Wetzlarer (TSG Niedergirmes), der den Sieg diesmal dem Russen Maksim Dewjanowski überlassen musste und selbst auf dem vierten Platz landete, war mit seinem Saisonauftakt dennoch zufrieden. Primär war es für Fabian Hambüchen darum gegangen, seine neuen Programme zu testen, wobei er vor allem am Sprung noch nicht alles gezeigt hat. Nach der Verletzung seien die Höchstschwierigkeiten an diesem Gerät turnerisch noch nicht wieder vollends stabil.
Leichtathletik/Februar
Hessische Hochspringer in WM-Form
Bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Karlsruhe hat nicht nur Ariane Friedrich (Eintracht Frankfurt) ihren Titel verteidigt. Für Furore sorgte auch Hochsprungkollege Martin Günther, der seine Aufwärtsentwicklung mit dem Titelgewinn und der WM-Qualifikation krönte.
Aber zunächst war es einmal mehr Ariane Friedrich, die, dem Orkantief Xynthia gleich, über die Latten wirbelte und erst bei 2,02 Metern den Endpunkt eines spannenden Wettkampfes setzte. Angestachelt durch Meike Kröger (LG Nord Berlin), die ihrer großen Kontrahentin lange Zeit Parolie bieten konnte und sich mit einem Satz über 2 Meter als Zweite der nationalen Titelkämpfe ebenfalls für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Doha (Katar) qualifizierte, fühlte sich Friedrich durchaus in einer positiven Drucksituation: "Meike hat mir ganz schön Pfeffer in den Hintern gestreut", gab die WM-Dritte von Berlin anschließend zu, betonte jedoch gleichzeitig, dass man auf der arabischen Halbinsel deshalb ein starkes Team bilden könne. An die von der kroatischen Weltmeisterin Blanca Vlasic in diesem Jahr bereits überquerte Megahöhe von 2,06 Metern, die Friedrich bei ihrem deutschen Freiluftrekord bisher einmal gepackt hat, war in Karlsruhe nicht wirklich zu denken: Die Frankfurterin scheiterte zum wiederholten Mal an dieser Herausforderung. Doch für das baldige Aufeinandertreffen mit Vlasic wird sich die 26 Jahre alte frischgebackene Polizeikommissarin einige Körnchen aufgespart haben.
Anschluss zur Weltspitze
Der Männerhochsprung war - aus deutscher Sicht - zuletzt augenscheinlich in Ariane Friedrichs Schatten gerückt. Daran konnte auch der Dresdener Raúl Spank nichts ändern, der bei der WM in Berlin, kongenial zu seinem medienwirksameren weiblichen Pendant, ebenfalls die Bronzemedaille gewonnen hat.
Und nun ist es ausgerechnet ein Hesse, der zusätzlich aufschließen und sich in internationale Dimensionen aufschwingen kann. Martin Günther (Eintracht Frankfurt), ein Student von 23 Jahren, der bis dato für Hessen- oder Süddeutsche Titel mit Höhen um die 2,20 Metern gut war, meisterte in Karlsruhe die 2,30 Meter. Das war nicht nur persönliche Bestleistung, sondern das Ticket nach Doha. "Das ist ein Traum", begeisterte sich denn auch sein Trainer Jörg Graf, der eine solche Leistungsexplosion nicht erwartet hatte. Die WM-Bronzehöhe von Spank lag, nebenbei bemerkt, bei 2,32 Metern.
Und die restlichen Hessen?
Weitere Spitzenplatzierungen waren in Karlsruhe nicht zu vermelden. Weitspringerin Beatrice Marschek (LAZ Gießen) rannte über 60m in 7,60 Sekunden allerdings zu einer neuen persönlichen Bestzeit, womit sie den Wettkampf als Zwölfte abschloss. Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) fiel im Vorlauf über 200 Meter einem Fehlstart zum Opfer; bei der 4x200m-Vereinsstaffel klappte die Stabübergabe nicht.
Leichtathletik/Februar
Friedrich überwindet Verletzung
Gute Nachrichten von Deutschlands Hochsprung-As: Ariane Friedrich hat ihre Rückenverletzung überstanden und nach einer Pause von mehreren Wochen auf Anhieb das Internationale Springermeeting in Dessau-Roßlau gewonnen. Mit einem Satz über 2,01 Meter, der ihre aktuelle Saisonbestleistung darstellt, und einem abermals nur knappen Scheitern an 2,06 Metern, ist die Frankfurterin für die Deutsche Hallenmeisterschaft in Karlsruhe bestens gerüstet. Zwar hat ihre kroatische Dauerkonkurrentin und Weltmeisterin Blanca Vlasic in diesem Jahr bereits 2,06 Meter vorgelegt und gilt deshalb als Top-Favoritin fir die Hallen-WM im März in Doha (Katar).
Doch Friedrich, die über ihre Schmerzfreiheit erleichtert ist, lässt sich deshalb nicht einschüchtern. "Ariane ist in der Form ihres Lebens", glaubt jedenfalls ihre Trainer Günter Eisinger und geht davon aus, dass sein Schützling auf der arabischen Halbinsel eine relle Siegchance hat. Immerhin steht Friedrichs deutscher Freiluftrekord bei eben jenen 2,06 Metern, die in der Halle bisher noch einen Ticken zu hoch für sie waren. Doch die frischgebackene Polizeikommissarin erweist sich - zum richtigen Zeitpunkt - bekanntlich immer wieder als steigerungsfähig.
Leichtathletik/Januar
Rath, Knobel und Helmke überzeugen
Nicht nur bei der Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaft in Frankfurt konnten sich hessische Athleten zum Monatsende in Szene setzen. Auch die Süddeutschen Titelkämpfe in Erfurt boten dazu Gelegenheit.
Claudia Rath hatte sich viel vorgenommen. Die deutsche Vizemeisterin im Siebenkampf, die seit Jahresbeginn für die LG Eintracht Frankfurt am Start ist, wollte in der Aktivenklasse ihren ersten nationalen Titel gewinnen, und das ist ihr im Fünfkampf um die Deutsche Hallenmeisterschaft mit am Ende 4274 Punkten auch eindrucksvoll gelungen. Die 23 Jahre alte Erzieherin aus Langendernbach bei Limburg konnte dabei mit gleich drei neuen Bestleistungen aufwarten: Im Hürdensprint über 60m kam sie nach 8,78 Sekunden ins Ziel, beim Hochsprung überquerte sie 1,78 Meter und auch im Kugelstoßen, ihrer insgesamt schwächsten Disziplin, war sie mit 11,80 Metern so gut wie noch nie. "Ich bin sehr zufrieden. Denn ich weiß jetzt, dass ich immer noch besser werden kann", freute sich die neue Titelträgerin, die die Zweitplatzierte Michelle Weitzel (Regensburg), die 4108 Punkte erreichte, weit hinter sich ließ. Claudia Rath, die schon seit zwei Jahren in Frankfurt bei Jürgen Sammert trainiert, will sich in diesem Jahr für die Europameisterschaft in Barcelona qualifizieren. Auf jeden Fall will sie die EM-Norm von 6100 Punkten in Angriff nehmen: "Falls ich das schaffe, bin ich auch nicht enttäuscht, wenn ich trotzdem zu Hause bleiben muss." Eine erstaunliche Aussage. Doch Rath ist sich darüber im klaren, dass es bundesweit gleich eine Handvoll Athletinnen gibt, die dasselbe Ziel verfolgen - darunter auch Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser (Bayer 04 Leverkusen) oder Lilly Schwarzkopf (Paderborn), die bei der EM 2007 in Göteborg die Bronzemedaille gewann. In Anbetracht derartiger Konkurrenz sei es auch mit geschaffter Quali-Norm nicht so leicht, eines der drei Starttickets zu ergattern.
Knobel wird Dritter
Auch Jan Felix Knobel (LG Eintracht Frankfurt) präsentierte sich beim Siebenkampf in Frankfurt in einer ausgezeichneten Verfassung. Der mit 21 Jahren jüngste deutsche Zehnkampfmeister aller Zeiten war aufgrund der in der Halle fehlenden Wurfdisziplinen zwar nicht favorisiert, doch hätte er um ein Haar trotzdem gewonnen. Vor dem abschließenden 1000 Meterlauf nur ganz knapp hinter dem späteren Deutschen Meister Christopher Hallmann (Ahrensburger TSV/5859 Punkte) liegend, konnte er die sich auftuende Siegchance jedoch nicht nutzen. Obwohl Knobel auf der überhöhten Rundbahn bravourös kämpfte, wurde er in der letzten Runde gleich von mehreren Konkurrenten überlaufen und landete im Gesamtklassement mit 5778 Punkten auf Rang drei. Dass der Lokalmatador noch von Stefan Kahlert (TuS Wunstorf/5852 Punkte) überholt wurde, lag an dessen herausragender Laufleistung.
Jan Felix Knobel dürfte dennoch zufrieden gewesen sein. Schließlich erzielte er, genauso wie Claudia Rath bei den Frauen, gleich etliche persönliche Bestleistungen, darunter 7,18 Sekunden im 60m-Sprint, 8,31 Sekunden über die identische Hürdendistanz und 4,90 Meter im Stabhochsprung.
Helmke trumpft auf
Zeitgleich zu den Mehrkämpfern in Frankfurt war der Sprinter Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) bei der Süddeutschen Meisterschaft in Erfurt erfolgreich. Bereits im Vorlauf rannte der 25-Jährige über die 200m-Distanz so schnell wie seit Jahren nicht mehr in der Halle: "Ich wusste nach meinen Trainingsleistungen, dass Zeiten unter 21,20 Sekunden möglich sind", sagte Helmke, der im Finale vor Roy Schmidt (TuS Jena) und Benjamin Brömme (LG Eintracht Frankfurt) als Sieger ins Ziel kam. Zwar war die Endlaufzeit des 200m-Spezialisten mit 21,74 Sekunden nicht ganz so formidabel. Doch hätten ihm die zahlreichen Rennen am Ende in den Beinen gesteckt. Etwa belegte er über 60m hinter dem Chemnitzer Martin Keller in 6,85 Sekunden den zweiten Platz; darüber hinaus wurde Helmke mit der 4x200m-Staffel der LG Friedberg-Fauerbach Süddeutscher Vizemeister hinter dem VFB Stuttgart. Beatrice Marschek (LAZ Gießen) wurde Zweite im Sprint über 60m.
Leichtathletik/Januar
Zweiter Start, zweiter Sieg
Foto: Hensel
Den ersten Zweimeter-Sprung des Jahres hat Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) trotz starker Rückenbeschwerden beim internationalen Meeting in Karlsruhe gelandet. Als Titelverteidigerin angereist, konnte sich die frischgebackene Polizeikommissarin vor der Russin Viktorija Kljugina (1,92 Meter) klar durchsetzen. Es war schon ihr zweiter Sieg in diesem Jahr, das für Friedrich mit übersprungenen 1,95 Metern im tschechischen Hustopece begonnen hatte, wo sie Iva Strakova (Tschechien) und Chaunte Howard (USA) hinter sich ließ. Dass ihre Hallensaison nicht schon Anfang Januar, bei der hessischen Meisterschaft in Frankfurt/Kalbach begonnen hat, wo es immerhin auch einen Titel zu verteidigen gab, lag schlicht an der Tatsache, dass sich die WM-Dritte von Berlin laut ihrem Trainer Günter Eisinger in ihrer Trainingshalle nicht so gut motivieren könne.
Leichtathletik/Januar
Mit viel Elan in die Hallensaison
Von Winterschlaf kann bei den hessischen Leichtathleten keine Rede sein. Bei der Landesmeisterschaft in Frankfurt-Kalbach haben sich die Leistungsträger ausgeschlafen gezeigt und hervorragende Ergebnisse erzielt.
Besonders erfreulich war die Rückkehr von Sprinter Till Helmke (LG Friedberg-Fauerbach) ins Wettkampfgeschehen. Der Olympia-Fünfte von Peking mit der 4x100m-Staffel, der wegen einer Muskelverletzung auf die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft in Berlin hatte verzichten müssen, konnte seine beiden Hessentitel über 60m und 200m souverän verteidigen. Besonders vielversprechend war seine Endlaufzeit von 6,84 Sekunden im Kurzsprint, die in Anbetracht der als langsam geltenden Bahn für die wiedergewonnene Spritzigkeit des 25 Jahre alten BWL-Studenten spricht. "Ich hab zwar vor dem Start ziemlich gefroren. Aber dann war doch genügend Adrenalin da. Ich bin gut drauf", freute er sich über die gute Form nach monatelanger Aufbauarbeit.
Nicht ganz so glücklich war Helmke mit dem Verlauf des 200m-Finals, wo es zunächst nach einem von ihm verursachten Fehlstart aussah. Da ein solches Missgeschick seit Jahresbeginn zur sofortigen Disqualifikation führt, war die Aufregung beim Favoriten natürlich groß. Unter Vorbehalt durfte er dann doch wieder starten und rannte - von der Irritation sichtlich beeindruckt - ihn für ihn frustrierenden 21,48 Sekunden zum Sieg. "Aber ich bin zufrieden", war sein abschließender Kommentar.
Auf dem Sprung nach Barcelona
Mit ebenfalls zwei Siegen über 60m (7,68 Sekunden) und im Weitsprung (6,33 Meter) konnte auch Beatrice Marschek (LAZ Gießen) überzeugen und an ihre Vojahresleistungen anknüpfen. Die WM-Teilnehmerin von Berlin, die sich - vom Sprint kommend - inzwischen immer stärker auf den Weitsprung konzentriert, will bei der Europameisterschaft im Sommer in Barcelona unbedingt mit dabei sein und hat mit ihrem 6-Metersatz von Frankfurt dafür den Grundstein gelegt. Sozusagen im Windschatten der inzwischen 16-fachen Hessenmeisterin bot auch Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt), die Zweitplatzierte im Weitsprung, mit 6,06 Metern eine tolle Leistung.
Erfolgreiche Mehrkämpfer
Einigermaßen überraschend war, dass sich die Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch und Jan-Felix Knobel (beide LG Eintracht Frankfurt) in Kalbach sehen ließen. Für beide Athleten sprang jeweils ein Sieg heraus. Während sich Behrenbruch, der bei der WM in Berlin Sechster geworden war, in ansprechenden 8,25 Sekunden den Hessentitel über 60m-Hürden sicherte, gewann Vereinskollege Knobel, der amtierende Deutscher Meister im Zehnkampf, den Stabhochsprung mit 4,60 m. Beim Weitsprung taten beide Athleten nicht mit. Behrenbruchs Auftritt in dieser Disziplin hatten Insider mit Spannung erwartet: Er hat jüngst sein Sprungbein gewechselt.
Hochsprung im Fokus
Für die vielleicht beste Einzelleistung der Veranstaltung sorgte der Hochspringer Martin Günther (LG Eintracht Frankfurt). Mit formidablen 2,22 Metern gewann er den Titel und empfahl sich damit für größere Aufgaben. Ariane Friedrich, die im vergangenen Jahr sozusagen als Stargast der Hessenmeisterschaft in Hanau fungierte, verzichtete heuer auf ihre Titelverteidigung. Trainer Günter Eisinger ließ durchblicken, dass sich die WM-Dritte in ihrer Trainingshalle nicht angemessen motivieren könne. Darüber hinaus stecke Friedrich derzeit mitten in den Abschlussprüfungen zur Polizeikommissarin.
Und es gab in den technischen Disziplinen auch noch ein ganz besonders erfreuliches Comeback: Julia Hütter (LAZ Bruchköbel), die wegen einer schweren Verletzung weit über ein Jahr von der Bildfläche verschwundene ehemalige deutschen Hallenmeisterin im Stabhochsprung und Studentenweltmeisterin, holte sich mit 4 Metern den Titel.