Hessische Erfolgsgeschichten: Claudia Salman-Rath – die Frau mit den zwei Talenten

Hessische Erfolgsgeschichten: Claudia Salman-Rath – die Frau mit den zwei Talenten

Hessische Erfolgsgeschichten: Claudia Salman-Rath – die Frau mit den zwei Talenten

Mit 30 Jahren haben viele Leichtathleten ihren Leistungshöhepunkt bereits überschritten. Nicht so Claudia Salman-Rath, die bei der Hallen-Europameisterschaft in Belgrad gerade ihre erste internationale Medaille gewonnen hat: Bronze im Weitsprung. Die passionierte Siebenkämpferin kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Noch mehr als über die Medaille selbst wundert sich Claudia-Salman Rath über die Weite von 6,94 Metern. Es ist nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern wirkt geradezu wie der Startschuss für eine späte Karriere als Weitspringerin. Ob dem tatsächlich so sein wird, das möchte die Athletin von der LG Eintracht Frankfurt momentan noch dahingestellt lassen. „Ich bin auch früher schon zweigleisig gefahren, das ist immer so ein bisschen untergegangen“, sagt Salman-Rath, die in den vergangenen Jahren allerdings so gute Ergebnisse im Siebenkampf erzielt hat, dass der Weitsprung automatisch dahinter zurückstehen musste: Ihr vierter Platz bei der WM 2013 in Moskau mit der noch gültigen Bestleistung von 6462 Punkten war der bisherige Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn. Doch warum springt sie plötzlich so viel weiter als jemals zuvor, im Freien steht ihre Bestmarke aktuell noch bei 6,73 Metern?

Mit guter Stimmung zu mehr Leistung

Was sie sofort verneint, ist die Annahme, dass der winterliche Leistungsschub etwas mit ihrer noch nicht lange zurückliegenden Heirat zu tun hat. „Das bin ich schon oft gefragt worden, aber das stimmt einfach nicht. Mein Mann ist ja schon länger an meiner Seite.“ Viel wichtiger sei die gute Stimmung in der Trainingsgruppe, der auch die Spezialweitspringer Maryse Luzolo und Gianluca Puglisi ((LG Eintracht Frankfurt) angehören. Durch die deutlich jüngeren Leute sei sie selbst auch viel lockerer geworden, doch fraglos sei das Training etwas umgestellt-, mehr auf den Weitsprung als Einzeldisziplin zugeschnitten worden. Claudia Salman-Rath, die explizit die Stiftung Sporthilfe Hessen erwähnt, die ihr dabei helfe, vom Hochleistungssport leben zu können, hat sich für den Sommer die Teilnahme an der WM in London zum Ziel gesetzt. Dass sie die Qualifikation im Siebenkampf wie auch im Weitsprung schaffen kann, daran dürften wohl auch die größten Skeptiker nicht mehr zweifeln: „Viele haben ja gedacht, dass ich nach den Spielen in Rio aufhöre. Aber denen habe ich schon gezeigt, dass ich noch auf den Sportplatz gehöre.“ Im Falle einer voraussichtlichen Doppelqualifikation wird sie sich zwischen den beiden Startoptionen entscheiden müssen, und da hat ihr Trainer Jürgen Sammert ein ganz großes Mitspracherecht. Gleichwohl möchte sich die Studentin der Sozialen Arbeit darüber momentan noch nicht den Kopf zerbrechen.

Sie beginnt die Freiluftsaison deshalb nicht anders als in den vergangenen Jahren und wird ihren ersten großen Saisonhöhepunkt beim traditionellen Mehrkampf-Meeting in Götzis (Österreich) Ende Mai haben. Und sollte es so kommen, dass sie sich, was tendentiell sogar zu erwarten ist, im Sommer doch wie gewohnt mehr auf den Siebenkampf konzentriert, dann wäre das Erreichen einer neuen persönlichen Bestleistung, am besten bei der WM, das wichtigste Ziel: „Selbst, wenn es nur fünf Punkte mehr wären, so würde mich das schon freuen“, sagt Salman Rath, die einstweilen noch allen Grund dazu hat, sich über die erfolgreichste Hallen-Saison ihrer gesamten bisherigen Karriere zu freuen. Sehr anstrengend seien die vergangenen Monate gewesen, doch die Belohnung ist umso schöner. Was sie mit ihrer Bronzemedaille machen soll, ist derzeit noch unklar. Auf jeden Fall soll sie einen Rahmen bekommen und einen schönen Platz: „Vielleicht bei uns im Flur, gleich wenn man reinkommt.“