Hessische Erfolgsgeschichten: Die Ringer Niklas Dorn und Tino Rettinger wollen durchstarten

Hessische Erfolgsgeschichten: Die Ringer Niklas Dorn und Tino Rettinger wollen durchstarten

Hessische Erfolgsgeschichten: Die Ringer Niklas Dorn und Tino Rettinger wollen durchstarten

Die besten hessischen Ringer kommen meistens aus Bayern. Es sind kleine Dörfer und Städtchen in Unterfranken, in denen die Kampfsportart so populär ist wie andernorts Fußball. Dass der hessische Verband die politischen Grenzen überspringt, ist für Peter Weisenberger eine Selbstverständlichkeit. „Das war immer schon so. Wir kennen das hier nicht anders“, sagt der Landestrainer in der Disziplin Freistil, der mit Niklas Dorn (23/Klasse bis 65 kg) und Tino Rettinger (18/Klasse bis 70 kg) zwei erfolgreiche junge Athleten betreut, die genau in dieser hessischen Ringer-Enklave am fränkischen Untermain beheimatet sind. Die Trainingspartner, die seit kurzem von der Stiftung Sporthilfe Hessen gefördert werden, sehen sich quasi täglich im Landesleistungszentrum in Aschaffenburg und haben noch weitere Gemeinsamkeiten. So arbeiten beide im elterlichen Betrieb, weshalb sie weniger Schwierigkeiten haben, den Sport mit dem Beruf zu verknüpfen.

Gute Voraussetzungen für den Sport

Tino Rettinger, der im Herbst für den SC Siegfried Kleinostheim erstmals in der 1. Bundesliga antreten wird, durchläuft in der Autowerkstatt seiner Familie eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Niklas Dorn wiederum, der in der Liga für den ASV Mainz startet, als Einzelkämpfer jedoch für den KSC Hösbach, ist als Elektrotechniker im Gebäudeplanungsbüro seiner Angehörigen eingestiegen. Der amtierende Deutsche Meister, der gerade bei der EM in Bukarest teilgenommen hat, bringt es auf den Punkt: „Wenn wir nicht das Glück hätten, bei den Eltern in der Firma zu arbeiten, wäre es mit den Sport nicht so einfach. Ich war zuletzt mehr auf Lehrgängen als zuhause.Und Dorn will natürlich auch an der WM im September in Astana (Kasachstan) teilnehmen, wo er sich für die Spiele in Tokio 2020 qualifizieren kann. Dieses große Ziel peilt er an.

Anders bei Tino Rettinger: Seine Gewichtsklasse ist nicht olympisch, was bedeuten würde, dass der amtierende Deutsche Meister U21 schon für die Qualifikationswettkämpfe entweder einige Kilos zunehmen oder „abkochen“ müsste. Von solchen Gewichtsregulierungen ist ihm wegen seiner Jugend allerdings abgeraten worden: „Die Spiele 2020 kommen für mich deshalb zu früh.“ Einstweilen geht es für ihn ohnehin mehr darum, sich bei den Männern erst einmal langsam zu etablieren. Sein größter Erfolg auf dieser Ebene war bisher der 3. Platz bei der DM 2018. Ansonsten wird Rettinger bei den internationalen Saisonhöhepunkten vorläufig noch primär auf den Nachwuchsbereich setzten. Auf ihn warten 2019 im Juni die U21-EM in Porto Vedra (Spanien) und die U21-WM in Tallin (Estland) im August, wo er jeweils Edelmetall gewinnen will. Trainer Weisenberger traut beiden eine Menge zu: „Das sind top motivierte Sportler. Absolute Aushängeschilder in unserem Verband.“ Im Herbst werden sie zum ersten Mal in der Bundesliga aufeinandertreffen. Da rechnen alle mit einem sehr taktischen Kampf.