Hessische Erfolgsgeschichten: Eduard Trippel und sein kühner Ehrgeiz

Hessische Erfolgsgeschichten: Eduard Trippel und sein kühner Ehrgeiz

Hessische Erfolgsgeschichten: Eduard Trippel und sein kühner Ehrgeiz

Es ist noch nicht lange her, da wurde Eduard Trippel bei der Olympischen Ballnacht des Landessportbundes Hessen e.V. als Newcomer des Jahres 2018 ausgezeichnet. Für den 21 Jahre alten Judoka, der bei seiner ersten WM-Teilnahme im September in Baku ganz knapp an einem Medaillengewinn in der Klasse bis 90 kg vorbeigeschrammt war (5.Platz), kam schon die Nominierung überraschend genug: „Es gibt doch so viele sehr erfolgreiche junge Sportler in Hessen. Umso mehr hat mich das natürlich gefreut“, sagt der Polizeikommissar-Anwärter vom JC Rüsselsheim, der die Gala des hessischen Sports schon im Vorjahr besucht hatte und dort unbedingt wieder hin wollte: „Und dann war ich plötzlich selbst eine der wichtigen Personen.“ Sogar mit Ministerpräsident Volker Bouffier habe er persönlich gesprochen.

Gold bei der Mixed-Team EM

Eduard Trippel, der bei der EM für Mixed-Teams im Sommer in Jekaterinburg (Russland) mit Deutschland den Titel gewonnen hat, möchte sein bislang erfolgreichstes Jahr beim Master-Turnier in Guangzhou (China) Mitte Dezember am liebsten mit einem Podestplatz abschließen. Gelänge ihm dies, könnte er zahlreiche Punkte für eine potentielle Olympiaqualifikation einsammeln. Bei diesem wichtigen Termin im Jahreskalender wird aller Voraussicht nach auch Alexander Wieczerzak (JC Wiesbaden) mit dabei sein, der 2017 Weltmeister in der Klasse bis 81 kg geworden war. Die Frage, ob der Ältere dem Jüngeren denn ein Vorbild sei, liegt zweifellos auf der Hand. Doch Trippel, der tendenziell eher einen offensiven Kampfstil mit vielen Würfen pflegt, verneint. Vielmehr sei es so, dass ihn die Erfolge seines Nationalmannschaftskollegen stark motivierten: „Ich bin mit Alex gut befreundet, deshalb kann ich da nicht von einem Vorbild sprechen. Wir helfen uns gegenseitig, wenn jemand ein Problem hat.“

Das ganz hohe Ziel für beide Athleten ist natürlich die Qualifikation für die Spiele in Tokio 2020. Eduard Trippel, der dem Perspektivteam der Stiftung Sporthilfe Hessen angehört, hält das für machbar. Mit seinem ihm von Natur aus innewohnenden Ehrgeiz geht der mehrfache Medaillengewinner bei internationalen Jugendmeisterschaften (2 x Bronze U21-WM, 1 x Bronze U18-EM) sogar so weit, ebenfalls an eine Spitzenplatzierung zu denken. „Wenn ich die Quali schaffe, dann will ich auch eine Medaille.“ Bei der finanziellen Zielansteuerung wird er bereits seit 2015 von der Stiftung unterstützt, wobei der Athlet vor allem die Zuschüsse zu den hohen Fahrtkosten zum Bundesstützpunkt in Köln hervorhebt, was ihm eine ausgesprochene Hilfe sei. Momentan allerdings weilt Trippel in Japan, wo er sich in einem Trainingslager auf den letzten großen Jahreshöhepunkt vorbereitet. In einem derart ereignisreichen Leben ist es schwer vorstellbar, dass der Mann nebenbei auch noch Hobbys pflegt. Doch genauso ist es: Der Kampfsportler spielt Klavier und malt. Wer hätte das gedacht?