Hessische Erfolgsgeschichten: Ruwen Filus mag es im Profisport gerne familiär | Stiftung Sporthilfe Hessen

Hessische Erfolgsgeschichten: Ruwen Filus mag es im Profisport gerne familiär

Hessische Erfolgsgeschichten: Ruwen Filus mag es im Profisport gerne familiär

Hessische Erfolgsgeschichten: Ruwen Filus mag es im Profisport gerne familiär

In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ portraitiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes

Die Freude über die deutsche Silbermedaille bei der Tischtennis Team-WM im Halmstad (Schweden) kommt bei Ruwen Filus tief von innen: „Ich bin wirklich sehr glücklich“, sagte der Abwehrspezialist, dessen Spielweise in der Weltspitze eine Seltenheit ist. Als Schüler habe er immer so weit weg von der Platte gestanden, dass ihm die Kultivierung dieses Stils damals nahegelegt wurde. Bei der Frage, ob das nicht veraltet sei, bestätigt er und relativiert gleichzeitig dahingehend, dass seine Defensiv-Variante eine aktive sei, die nach vorne geht:„Am Ende hat man aber schon sein System, und das bleibt.“ Damit hat er bei der WM insgesamt vier Partien gewonnen, auch das Viertelfinale gegen Hugo Calderano (Brasilien), der in der Weltrangliste auf Platz zwölf notiert ist. Filus steht aktuell auf der 21 und möchte sich bis zum Olympiajahr 2020 in die Top Ten vorarbeiten. So glaubt er eine Teilnahme an den Spielen in Tokio halbwegs sicherstellen zu können. Denn anders als bei einer WM werden bei Olympia nicht fünf Athleten nominiert, sondern nur vier (drei kommen zum Einsatz). Und weil eben Filus mit seinem System nicht unbedingt als ein optimaler Doppel-Spieler gilt, geht er davon aus, sich gegen seine Mitbewerber nur über eine klar bessere Weltranglistenposition durchsetzen zu können.

Die erste WM-Medaille

Mit Timo Boll (Borussia Düsseldorf) und Dimitrij Ovtcharov(Orenburg/Russland) stehen allerdings zwei Teamkollegen vor ihm, die an guten Tagen fähig sind, die chinesische „Mauer“ zu knacken. Beide standen in jüngster Zeit auf der Eins – zuerst Ovtcharow und dann einmal mehr Boll, der die Weltrangliste mit 37 Jahren noch rockt. Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken) wiederum ist auf Position 24 mit Ruwen Filus derzeit in etwa gleichauf, was bedeutet, dass es für den Mann vom TTC Fulda-Maberzell vermutlich auch in Zukunft nicht leicht sein wird, sich entscheidende Vorteile herauszuarbeiten. Als Unwägbarkeitsfaktor kommt hinzu, dass auch Tischtennisspieler vor körperlichen Problemen nicht gefeit sind. Während der WM in Schweden hatte Boll Rücken, Ovtcharov Hüfte, und mit seinen 30 Jahren weiß auch Filusbereits, wie sich ein Bandscheibenvorfall anfühlt: Wenn wir nicht alle auf Top-Niveau spielen, haben wir gegen China keine Chance.“ So lautet das Resümee von Filus und so war es einmal mehr auch in Halmstad, wo die amtierenden Team-Europameister im Finale (0:3) chancenlos blieben. Ein Grund zur Traurigkeit ist das für den in der Wetterau lebenden Familienvater aber nicht. Die Stimmung während des Turniers sei trotz der relativ geringen Zuschauerzahlen ausgezeichnet gewesen. Überhaupt mag es Ruwen Filus, der seine erste WM-Medaille gewonnen hat, gern überschaubar. Seinen Vertrag in Fulda hat er gerade um zwei Jahre verlängert, weil die Atmosphäre dort so angenehm familiär sei und er selber der Frontmann: „In Düsseldorf würde ich nur mitschwimmen“, so Filus, der über den Sommer hinweg in Hongkong und der Volksrepublik China aufschlagen wird. Im September steht dann die Einzel-EM in Alicante als zweitem Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Das gilt auch für seine Kollegen aus der Nationalmannschaft, die fast alle eigentlich auch Hessen sind: Timo Boll und Patrick Franziska genauso wie Bundestrainer Jörg Roßkopf.