Hessische Erfolgsgeschichten: WM-Bronze macht Petrissa Solja Mut für Olympia

Hessische Erfolgsgeschichten: WM-Bronze macht Petrissa Solja Mut für Olympia

Hessische Erfolgsgeschichten: WM-Bronze macht Petrissa Solja Mut für Olympia

In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ porträtiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes.

Petrissa Solja weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, bei einem großen internationalen Turnier gegen die asiatische Konkurrenz den Sprung aufs Podest zu schaffen. Bei der Tischtennis-WM in Budapest, die für Deutschland im Ganzen eher enttäuschend verlief, ist ihr das im Mixed gemeinsam mit Patrick Franziska (1.FC Saarbrücken-Tischtennis) gelungen. Die Bronzemedaille bedeutet der aktuell auf dem 24. Platz  der Weltrangliste notierten Spielerin sehr viel: „Das macht mir Mut für Olympia nächstes Jahr.“ Solja, die mit dem Team in Rio 2016 Silber gewonnen hat, muss sich für die Spiele in Tokio aber erst qualifizieren. Die erste Möglichkeit dazu, die sie auch gleich nutzen will, besteht bei den Europaspielen in Minsk (Weißrussland) im Juni.

Angesichts der sportlichen Höhen, in denen sich die 25-jährige Stabsgefreite der Bundeswehr aus Kandel (Pfalz) bewegt, mag es überraschen, dass sie 2018 zum südhessischen Bundesliga-Aufsteiger TSV Langstadt 1909 gewechselt ist. Nach nunmehr einer Saison, die bis ins Halbfinal Play-Off gegen den ttc berlin eastside geführt hat, ist sie von ihrer damaligen Entscheidung zu mehr als 100 Prozent überzeugt. Und das liegt nicht nur am familiären Umfeld, das der Verein bietet, sondern auch an der Stimmung: „Zu jedem Heimspiel kommen mehr als 200 Menschen, um uns lautstark anzufeuern.“ Voll des Lobes ist Petrissa Solja auch über die Art und Weise, wie sie nach ihrer Rückkehr aus Budapest gefeiert wurde. Einen Empfang hat es gegeben, aber grundsätzlich lasse sich der TSV bei jedem internationalen Erfolg für sie etwas einfallen. Von ihren „kleinen“ Fans bekommt sie außerdem regelmäßig Glücksbringer geschenkt.

Inspiration durch Heavymetal

Doch was, außer den Glücksbringern, braucht die Weltklassespielerin eigentlich sonst, um sich auf ein wichtiges Match mental einzustimmen? Solja, die im Februar den Europe-Top-16-Cup in Montreux gewonnen hat, isst meistens ein paar Bananen und hört dazu Heavymetal, – bevorzugt die US-Band Guns N´ Roses. Unabhängig davon bereitet sie sich mit Videoanalysen vor und arbeitet im Training primär an ihren Schwächen, was auf diesem Niveau unerlässlich sei. Als eine der wenigen europäischen Spielerinnen, die von ihrem Sport leben können, ist ihr die Unterstützung durch die Stiftung Sporthilfe Hessen aber dennoch „unheimlich wichtig“, um ihre Träume und Ziele zu verwirklichen. Denn Unsummen sind es nicht, die ihr der Rückschlagsport einbringt, während die Ausgaben sich läppern. So fliegt Petrissa Solja, die auf chinesisch alle Schimpfwörter beherrscht, Ende Mai beispielsweise zu den China Open nach Shenzhen. Dort wird sie sicherlich den ein oder anderen Nationalteamkollegen aus Hessen treffen: Neben Timo Boll (Borussia Düsseldorf) zählen dazu auch Ruwen Filus (TTC Fulda-Maberzell) und natürlich Patrick Franziska, der wie Boll und Bundestrainer Jörg Roßkopf aus Südhessen stammt. Tierfreundin Solja wiederum liebt die benachbarte Pfalz, ihre Heimat. Dort möchte sie bleiben. Und wie sie ihr Leben später mal sieht, beschreibt sie mit Humor: „Die Kinder spielen mit den Hunden, mein Mann grillt, und ich sitze im Garten auf der Terrasse und trinke einen Aperol Spritz.“ Zu ihrer Erfolgsgeschichte sollten bis dahin idealerweise noch weitere Olympiamedaillen zählen.