Hessische Kandidaten für die Winterspiele in Pyeongchang 2018 in Wiesbaden vorgestellt

Hessische Kandidaten für die Winterspiele in Pyeongchang 2018 in Wiesbaden vorgestellt

Hessische Kandidaten für die Winterspiele in Pyeongchang 2018 in Wiesbaden vorgestellt

Erstmals in der Geschichte der seit 2001 existierenden Stiftung Sporthilfe Hessen konnte ein Top-Team Wintersport aufgestellt werden – das Hessenteam 2018! Acht Athletinnen und Athleten haben Aussichten, bei den Spielen im südkoreanischen Pyeongchang mit dabei zu sein. Darunter die Rollstuhl-Curler Heike Melchior, Martin Schlitt und Christoph Gemmer (Eintracht Frankfurt) Bei den Paralympics (08.-18.03.2018) wollen sie ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen und mit dem deutschen Nationalkader eine gute Platzierung im Mittelfeld erreichen. „Das wird eine harte Nuss“, sagte Melchior bei einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten von LOTTO Hessen in Wiesbaden, einem wichtigen Sponsor der Stiftung.

Melchior und ihre Teamkollegen sind in der Mehrzahl berufstätig, was die Vorbereitung zeitlich erschwere. Um mithalten zu können, müsse „eine Menge Geld“ in die Hand genommen werden. Dies betreffe Wettkampfreisen und Trainingsfahrten hin zu Stadien mit „gutem Eis“, wie etwa in Füssen. Die Unterstützung der Stiftung sei unabdingbar. Auch die sehbehinderte Alpinskiläuferin Noemi Ristau (SSG Blista Marburg) betonte die Notwendigkeit einer Zusatzförderung. Zwischen zwei Trainingslagern war sie nach Wiesbaden gekommen, um ihre paralympischen Ambitionen zu unterstreichen. Im Dezember, beim Weltcup in Kühtai (Tirol), gehe es „schon mal um die Wurst“, sagte die Ergotherapeutin, die sich in Hessen zu Hause fühlt.

Dies gilt ebenso für den Skispringer Stephan Leyhe und die Biathletin Nadine Horchler (beide SC Willingen). Leyhe, der die Vierschanzentournee 2016/17 als Gesamt-Achter abschließen konnte, ist festes Mitglied des DSV-Teams und hat beste Aussichten, bei den Olympischen Spielen (09.- 25.02.2018) an den Start zu gehen. Bei der Frage, ob er den Verein wechseln wolle, schüttelt er nur den Kopf: „Ich halte Willingen die Treue.“ Auch Horchler, die ihren ersten Einzelsieg im Weltcup im Januar 2017 in Antholz (Italien) im Massenstart feiern konnte, mag sich nicht wegorientieren: „Der SC Willingen ist ein kleiner Verein mit sportlicher Qualität, alles ist sehr familiär.“

Alleine gelassen werden die Ski- und Eissportler auch nicht vom Olympiastützpunkt Hessen (OSP Hessen). Werner Schaefer, der Leiter des OSP, sprach über die vielfältigen psychologischen und physiotherapeutischen Angebote, die Beratung zum Thema „Duale Karriere“, und hinzu komme das auf individuelle Anforderungsprofile zugeschnittene Krafttraining, das u.a. von den noch jungen hessischen Bobsportlern Niklas Scherer und Costa Laurenz (TuS Wiesbaden) vom Bob und Athletikstützpunkt Wiesbaden intensiv genutzt werde.

„Es ist erfreulich, dass wir den Wintersport jetzt stärker im Fokus haben. Das könnte von Dauer sein, etwas Langfristiges werden. Die Voraussetzungen und Perspektiven sind da“, sagte Thomas Neu, der Geschäftsführer der Stiftung Sporthilfe Hessen. Und auch Prof. Dr. Heinz Zielinski, der Vorstandsvorsitzende, freut sich über die Entwicklung im hessischen Wintersport, für die er sich über mehr als eine Dekade hinweg auch im Kontext einer besseren Vernetzung der hessischen Sportregionen untereinander stark gemacht hat. Ihn beschäftigt derzeit auch die politische Situation in Korea: „Wir hoffen, dass der Sport seine friedensstiftenden Möglichkeiten ausschöpfen kann.“