Kuratorium diskutiert über Leistungssportreform

Kuratorium diskutiert über Leistungssportreform

Kuratorium diskutiert über Leistungssportreform

Das Kuratorium der Stiftung Sporthilfe Hessen hat sich in seiner Juli-Sitzung schwerpunktmäßig mit der strategischen Ausrichtung der Stiftung und den Folgen der Leistungssportreform in Deutschland befasst. Im Kuratorium sind Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit breiter Erfahrung aus den Bereichen der Wirtschaft, Politik, der Medien und des Sports vertreten, die auf dieser Grundlage den Vorstand der Stiftung beraten.

Unter der Leitung des Kuratoriumsvorsitzenden und Präsidenten des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, ist die weitere Ausrichtung der Stiftung vor dem Hintergrund der Leistungssportreform in Deutschland erörtert worden. Im Zuge der Leistungssportreform sollen die Fördermittel an Spitzenverbände mit Hilfe der sogenannten Potentialanalyse (PotAs) stärker konzentriert werden. Die Zahl der Bundesstützpunkte ebenso wie die der Kaderathleten soll zum Teil drastisch reduziert werden.

Allerdings ist die Verunsicherung bei Athleten und Trainern seit geraumer Zeit groß. Einerseits sollen die geforderten Analysen erst 2019/2020 greifen können, andererseits werden aber schon weiterreichende Veränderungen (z.B. Anzahl Kaderathleten) vollzogen. Der Kuratoriumsvorsitzende ist skeptisch: „Ich halte es für keine gute Idee, die Förderung einzelner Verbände allein daran festzumachen, ob ihre Athleten in der Weltspitze mithalten können – und das auf der Grundlage eines Analyse-Rasters, das in der Komplexität nach außen gar nicht vermittelbar ist“, so Dr. Müller.

Die Akteure des Leistungssportsystems in Hessen, wie die Stiftung Sporthilfe Hessen, wollen aber nicht warten bis zu den Jahren 2019/2020. Stiftung, Landessportbund und Sportministerium wollen in gemeinsamer Anstrengung eine Strategie mit Perspektive entwickeln und umsetzen, die auch die Auswirkungen der nationalen Reform miteinbezieht.

Das auch vom Kuratorium getragene Vorstandskonzept will den Nachwuchs noch stärker fördern und die Unterstützung für die Spitzenathleten ausweiten. Athleten, die aus der nationalen Förderung herausfallen, sollen gesondert behandelt werden. „Gerade jungen Sportlern muss in Zukunft die Ausübung des Leistungssports attraktiver gemacht, eine gewisse Planungssicherheit gegeben werden“, so der Vorstandsvorsitzende Prof. Zielinski, und weiter: „das ist schwierig genug“.

Einig waren sich die Kuratoren auch, dass das jetzige Fördervolumen von rund 650.000,- Euro jährlich zwar beachtlich ist, aber in Zukunft ausgeweitet werden müsste, „um die Konzentration der Athleten auf ihren Sport zu erleichtern“, so Zielinski. Dazu sind verschiedene Maßnahmen erörtert worden, um vor allem auch die regionale Wirtschaft noch stärker einbeziehen zu können. Hoffnung ruht auch auf der Deutschen Sportlotterie, die bei erfolgreicher Implementation großes Potential auch für den hessischen Leistungssport bietet.

Der Vorsitzende des Kuratoriums unterstreicht noch einmal das positive Beratungsergebnis der Sitzung. „Die Weichen für eine gedeihliche Weiterentwicklung der Stiftung als ein Akteur im Leistungssportsystem sind gestellt“, so Dr. Müller. Dazu zählt auch das Stipendienprogramm, mit dem ausgewählte Spitzenathleten ausgewählt werden. Einige von ihnen bekamen im Anschluss der Kuratoriumssitzung symbolisch ihre Stipendienurkunde überreicht. Stellvertretend für den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen, der das Programm finanziell unterstützt, überreichte Matthias Haupt Urkunden an die Sprinterin Lisa Mayer sowie den Ruderer Sven Keßler. Dr. Rolf Müller und Lutz Arndt, Vizepräsident Leistungssport des lsb h, überreichten Stipendien an Schwimmer Jan-Philip Glania und den paralympischen Ruderer Valentin Luz. „Das Stipendium ist eine perfekte Unterstützung. Ohne diese Hilfe könnte ich meinen Sport nicht mit meinem Zahnmedizin-Studium unter einen Hut bringen“, brachte es Glania auf den Punkt.

Foto: Mike Wenski