Hessische Erfolgsgeschichten: Sophia Volkmer und Jenna Fee Feyerabend ticken gleich

Hessische Erfolgsgeschichten: Sophia Volkmer und Jenna Fee Feyerabend ticken gleich

Hessische Erfolgsgeschichten: Sophia Volkmer und Jenna Fee Feyerabend ticken gleich

In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ portraitiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes.

Wenn Teenager-Freundinnen auf Reisen gehen, um sich einen Traum zu erfüllen, dann klingt das nach dem Stoff für ein erfolgreiches Jugendbuch. Im Falle von Sophia Volkmer (TV Wetzlar) und Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau) ist es noch besser als die Fiktion: Die beiden haben in Wirklichkeit an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires teilgenommen und hätten um ein Haar auch beide eine Medaille gewonnen – Volkmer im 800m-Lauf, Feyerabend im Hochsprung.

“Ich war tief enttäuscht, weil mir diese große Chance genommen wurde“, erzählt Sophia, die beim Zielspurt wegen einer gestürzten Kontrahentin nicht wunschgemäß zum Zuge kam und in der Addition von zwei Läufen in 4:16,45 Min. am Ende Vierte wurde. Auch im Hochsprung gab es gemäß dem neuartigen Austragungsmodus nicht Vorkampf und Finale, sondern zwei gleichwertige Wettkämpfe, die zusammengezählt wurden. Für Jenna Fee Feyerabend sprang bei einer Saisonbestleistung von 1,79m in der Summe der fünfte Platz heraus. „Das war eine Belohnung für das ganze Jahr. Ich möchte nach Tokio zu den Erwachsenenspielen. Wenn ich es als Athletin nicht schaffe, fahre ich zum Zuschauen hin“, sagt augenzwinkernd die 16-jährige Schülerin, die im Gegensatz zu ihrer gleichaltrigen Freundin in Frankfurt die Carl-von-Weinberg-Schule besucht, die als „Eliteschule des Sports“ auf die Bedürfnisse von angehenden Hochleistungssportlern ausgerichtet ist. Doch auch Sophia Volkmer, die in Wetzlar zur Schule geht, kann sich nicht beschweren, denn: „Unser Schulleiter unterstützt meinen Weg. Wenn ich unterwegs bin, schicken meine Freundinnen alle Unterlagen.“ Das dürfte in Zukunft noch häufiger der Fall sein, weil beide Nachwuchsathletinnen noch viel vorhaben und keine unbeschriebenen Blätter mehr sind.

 Zeit zum Ausprobieren  

So war Sophia Volkmer in diesem Jahr u.a. Zweite der Deutschen U20-Hallenmeisterschaft und hat bei der U18-EM in Györ (Ungarn) über 800m den fünften Platz belegt. Jenna Fee Feyerabend wiederum war in Györ Zehnte im Hochsprung, wurde Deutsche Meisterin im U18-Siebenkampf und gewann im Hochsprung den Süddeutschen Titel. Das Disziplinen-Hopping zwischen Mehrkampf und Hochsprung hängt auch damit zusammen, dass Feyerabend von ihren Eltern Dierk und Miriam trainiert wird, die beide selbst im Mehrkampf aktiv waren und von einer zu frühen Spezialisierung nichts halten. Auch Mark Schwesig, der Trainer von Sophia Volkmer, hat nichts dagegen, wenn sein Schützling über die 800m hinaus noch weitere Strecken ausprobiert. So möchte sich die junge Mittelstrecklerin im Hindernislauf und über die 1500m versuchen. Es gibt also eine ganze Menge Überschneidungen zwischen den beiden Freundinnen, die in ihrem ausgeprägten Ehrgeiz genauso zusammenfinden wie sie einander im Falle einer Enttäuschung auch trösten. Jenna Fee: „Wir ticken absolut gleich und haben gemeinsame Ziele.“