Hessische Erfolgsgeschichten: Alexander Wieczerzak gewinnt WM-Titel mit Fleiß und Härte gegen sich selbst

Hessische Erfolgsgeschichten: Alexander Wieczerzak gewinnt WM-Titel mit Fleiß und Härte gegen sich selbst

Hessische Erfolgsgeschichten: Alexander Wieczerzak gewinnt WM-Titel mit Fleiß und Härte gegen sich selbst

In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ portraitiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes

Zugetraut hatte man ihm einen ganz großen Erfolg schon seit Längerem. Doch bis Alexander Wieczerzak (JC Wiesbaden) nun in Budapest Judo-Weltmeister in der Klasse bis 81 kg geworden ist, war es am Ende doch ein sehr langer Weg, der von einem außergewöhlichen Rückschlag gekennzeichnet war. Im Frühjahr 2016 war das Dengue-Fieber bei ihm ausgebrochen – zu einer Zeit, als er gerade mitten in der Qualifikation für die Spiele in Rio steckte. Seinerzeit lag eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison 2015 hinter ihm, die Anlass gab, im Falle einer Olympiateilnahme auch an den Gewinn von Edelmetall zu denken: Etwa hatte Wieczerzak bei den Europaspielen in Baku wie auch bei der EM die Bronzemedaille gewonnen und war außerdem Zweiter beim Grand Prix in Tjumen (Russland) sowie trotz eines Außenbandrisses im Kniegelenk Deutscher Meister geworden. Doch nach der Tropen-Krankheit war er etwas zu früh auf die Wettkampf-Matte zurückgekehrt; ein Rippenbruch besiegelte damals das Aus im Kampf um das einzige Olympia-Ticket in seiner Gewichtsklasse. Ein Grund frustriert zu sein, war das aber nicht: „Wenn man Profi sein möchte, dann muss man sich auch wie einer verhalten. Bei mir gibt es keinen Frust. Ich arbeite immer auf neue Ziele hin.“ In diesem Fall war das die WM 2017.

 

Die Stiftung ist ein Puzzle im Erfolgspaket

 

Bei dem inzwischen 26 Jahre alten Frankfurter, der im WM-Finale von Budapest den Italienier Matteo Marconcini besiegte, gibt es angeblich kein besonderes Erfolgsrezept, außer Fleiß und Disziplin. Einige Trainingsumstellungen, die er seinen asiatischen Konkurrenten natürlich nicht  verraten möchte, habe es unter dem neuen Bundestrainer Richard Trautmann aber durchaus gegeben. Und die haben ganz offensichtlich gefruchtet. Dass die beiden gut harmonieren, hatte bereits die Junioren-WM 2010 gezeigt, wo Alexander Wieczerzak unter der Betreuung von Trautmann ebenfalls den Titel gewann. Sozusagen schließt sich da ein Kreis, bei dem die Stiftung Sporthilfe Hessen auch stets eine Rolle gespielt hat. Bereits seit 2005 wurde der damals noch jugendliche Judoka gefördert. „Ich weiß das sehr zu schätzen, weil Hochleistungssport ohne eine solche Unterstützung gar nicht möglich wäre. Das ist auch bei mir eines von mehreren Puzzlestücken, die zum Gewinn der Goldmedaille beigetragen haben“, sagt der Weltmeister, der neben dem Training auch die in seinem Fall sehr vielen Reisen, die Ernährung und die Physiotherapie als Teil des Erfolgspakets aufzählt. Dazu gehört aber auch seine Grundeinstellung, an jedes Turnier mit der Erwartung auf einen Gesamtsieg heranzugehen. Nach seinem Malediven-Urlaub bekommt Alexander Wiezerzak schon bald wieder Gelegenheit, sich zu beweisen – in der Bundesliga wie auch bei den bevorstehenden Grand Slams in Abu Dhabi und im Dezember in Tokio. Bis dahin wird seine Nase, die seit dem WM-Halbfinale gegen den russischen Olympiasieger Khasan Khalmurazev gebrochen ist, wohl wieder verheilt sein. Und auch am Handgelenk hat er in Budapest eine leichte Verletzung davongetragen, was er aber klaglos wegsteckt, weil „Verletzungen, die gehören beim Hochleistungssport ganz einfach dazu.“