Hessische Erfolgsgeschichten: Anastasia Bondareva und Sophia Klee sind die neuen deutschen Tischtennis-Hoffnungen

Hessische Erfolgsgeschichten: Anastasia Bondareva und Sophia Klee sind die neuen deutschen Tischtennis-Hoffnungen

Hessische Erfolgsgeschichten: Anastasia Bondareva und Sophia Klee sind die neuen deutschen Tischtennis-Hoffnungen

In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ portraitiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes

Es war der größte Erfolg in ihrer bisherigen Laufbahn: Anastasia Bondareva (VfR Fehlheim) und Sophia Klee (Sportclub Niestal) haben bei der Jugend-EM in Guimaraes (Portugal) die Goldmedaille im Doppel gewonnen, und Gold ging auch an Fan Bo Meng (TTC Fulda-Mabarzell) mit der Mannschaft. Die beiden von der Stiftung Sporthilfe Hessen geförderten Schülerinnen (9. Klasse) zählen zu den herausragenden deutschen Talenten und stehen trotz ihrer Jugend schon rund zehn Jahre an der Platte. Bei Klee, die auf nationaler Ebene bereits mehrere Titel gewinnen konnte, hat es ganz klassisch mit Papa im Hobbykeller angefangen. Auch die Geschwister hätten gespielt, erzählt die 14-Jährige, die eine Weile gebraucht hat, um sich wahrhaftig als Europameisterin zu fühlen: „Den Titel habe ich am Anfang gar nicht verdaut. Im Urlaub am Gardasee, da ist es dann hochgekommen.“ Doppelpartnerin Bondareva (15), die in Portugal zusätzlich mit Bronze im Einzel dekoriert wurde, wirkt da schon abgeklärter. „Unser Ziel war es, eine Medaille zu gewinnen. Aber das es gleich Gold werden würde“, erstaunt aber am Ende auch sie sich noch immer ein bisschen.

Ganz anders sieht das Landestrainer Tobias Kirch. Für ihn ist es geradezu konsequent, dass seine beiden Schützlinge bei der EM derart brilliert haben. „Wir haben hier in Hessen wirklich sehr sehr gute Bedingungen für den Nachwuchs. Der Bundesstützpunkt in Frankfurt, der Landessportbund und Olympiastützpunkt sowie die Stiftung, wir haben die allerbesten Voraussetzungen, um Ausnahmekönner zu finden“, sagt Kirch und zählt dann Namen auf wie Timo Boll und Jörg Rosskopf, die aus dem hessischen Leistungssportsystem hervorgegangen sind. Trotzdem sei es natürlich ganz schwer zu sagen, ob Bondareva und Klee später mal Weltklasse würden. Dies abschätzen zu können, dafür sei es jetzt einfach noch etwas zu früh. Zunächst einmal wartet zur neuen Saison der Sprung in die Bundesliga auf beide Athletinnen. Doch während Anastasia Bondareva, die in Bensheim lebt, künftig für den TV Busenbach im Badischen aufschlagen wird, steht die Nordhessin Klee neuerdings beim TuS Bad Driburg in Nordrhein-Westfalen unter Vertrag. Damit wird deutlich, woran es im hessischen Frauen-Tischtennis mangelt: Ein Bundesligateam fehlt, was Tobias Kirch auch beklagt. „Da können wir mit anderen Bundesländern nicht mithalten. Und das ist auch eine Problematik, die nicht so einfach zu lösen ist.“

Erfolgsrezept Freundschaft

Doch zurück zu den frischgebackenen Europameisterinnen, die den frühen Wechsel zu Erstliga-Vereinen bewusst gewählt haben. Denn beide wollen sich so schnell wie möglich weiterentwickeln und freuen sich nun auf die Herausforderung, wobei Bondareva, deren Vater in der russischen Tischtennis-Nationalmannschaft gespielt hat, einmal mehr forscher an die Dinge herangeht: „Ich freue mich gegen die besseren zu spielen und habe auch gar keine Angst.“ Worte wie Respekt oder Herausforderung fallen eher bei Klee, die davon ausgeht, dass es eine Weile dauern wird, bis sie sich an das Leistungsniveau bei den Erwachsenen gewöhnt hat. Man merkt an solchen Äußerungen die charakterliche Unterschiedlichkeit der Freundinnen, die es laut Tobias Kirch immer wieder schafften, einander aufzubauen und die auch spielerisch gut harmonierten. Während die Linkshänderin Bondareva ein schnelles und gerades Tischtennis bevorzuge, setze Klee mehr auf Top-Spin und Rotation. Eine Gemeinsamkeit hätten sie dann aber doch. Kirch: „Die zwei sind unglaublich gute Arbeiterinnen.“