Hessische Erfolgsgeschichten: Sarah Köhler hofft auf mehr Aufmerksamkeit

Hessische Erfolgsgeschichten: Sarah Köhler hofft auf mehr Aufmerksamkeit

Hessische Erfolgsgeschichten: Sarah Köhler hofft auf mehr Aufmerksamkeit

In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ portraitiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes.

Sie war die einzige hessische Schwimmerin, die bei der Multisport-EM in Glasgow eine Einzelmedaille gewonnen hat: Doch Sarah Köhler (SG Frankfurt), die Silber über 1500m-Freistil aus dem Becken fischte sowie zwei Staffel-Medaillen noch mit dazu (Silber 4 x 1,25 km-Mixed im Freiwasser und Bronze mit der 4x200m-Freistilstaffel), hatte während der Tage in Schottland auch ihre wolkigen Momente. Als sie über die 400m-Distanz, von der sie sich Edelmetall erhofft hatte, „nur“ als Vierte anschlug, war die Enttäuschung unübersehbar. „An diesem Tag war ich sehr gefrustet, aber es hätte ja nichts gebracht, mich da ewig runterzuziehen“, sagt die 24 Jahre alte Jurastudentin, die die Ursachen, weshalb sie als Europas`Saisonschnellste über diese Strecke ins Hintertreffen geriet, erst noch analysieren muss. Gleichwohl wurde die EM von Glasgow für Köhler zur erfolgreichsten internationalen Meisterschaft auf der Langbahn und in der Aktivenklasse bisher.

Begeistert vom EM-Konzept

Nun ist es so, dass die in Heidelberg lebende Hessin, die ursprünglich aus Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis stammt, ihr Potential noch nicht ausgeschöpft sieht. Und sie möchte es künftig auch noch punktgenauer abrufen können, am liebsten bei den Olympischen Spielen von Tokio 2020, worauf ihre Planung bereits ausgerichtet ist. Um bei einem deratigen Großereignis vielleicht sogar eine Medaille gewinnen zu können, bedürfte es nicht nur eines optimalen Trainingszustandes. Auf die Frage, warum so viele deutsche Beckenschwimmer während der vergangenen Jahre im internationalen Vergleich oft weit hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben seien, sagt sie denn auch, dass der Kopf eine große Rolle spiele: „Ich glaube, viele schaffen das mental einfach nicht.“ Sarah Köhler, die mit Florian Wellbrock (SC Magdeburg) liiert ist, der in Glasgow Europameister über 1500m-Freistil wurde, findet außerdem, dass es dem Schwimmsport an öffentlichen Persönlichkeiten mangele: „Wir müssen mehr auffallen, aber die super aktivsten sind wir bei Social Media ja alle nicht.“ Sie meint damit auch sich selbst, doch war sie zuletzt immerhin gemeinsam mit ihrem Freund im Rahmen der EM-Berichterstattung im „Aktuellen Sportstudio“ zu Gast. Außerdem hofft Köhler, dass Europameisterschaften auch in Zukunft in der Multisportform ausgetragen werden, was auch dem Schwimmsport zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft habe. Doch egal, was auch immer getan wird – Sarah Köhler weiß, dass sie vom Schwimmen nicht reich werden kann. Umso wichtiger findet die Sportsoldatin die zusätzliche Förderung durch die Stiftung Sporthilfe Hessen: „Vor allem am Anfang meiner Karriere hat das doch vieles erleichtert“, so Köhler, die im Herbst ein Höhentraining in der Sierra Nevada einlegen wird und im Dezember bei der Kurzbahn-WM in Hangzhou (China) an den Start gehen wird. Vielleicht klappt es dann ja mit einem Einzeltitel.